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Diedorf

26.06.2019

Chlor im Wasser: Diedorfer dürfen auf ein Ende hoffen

Nach wie vor wird der Chlorwert im Diedorfer Trinkwasser regelmäßig gemessen. Seit September 2018 wird dem Wasser der Marktgemeinde die Chemikalie zugesetzt. Wann ein Ende in Sicht ist, kann aber wohl erst nächste Woche beantwortet werden.

Plus Eigentlich wollte Bürgermeister Peter Högg am heutigen Mittwoch das Ende der Maßnahme bekannt geben. Das klappt nicht. Doch eine Chance bleibt

Wie lange wird das Trinkwasser in Diedorf noch gechlort? Diese Frage wollte Bürgermeister Peter Högg den Diedorfern bei einer Bürgerversammlung am heutigen Abend in der Aula des Schmuttertal-Gymnasiums beantworten. Doch voraussichtlich wird sie noch offen bleiben. Der Grund: Die Zustimmung des Gesundheitsamts, dass eine Chlorung des Leitungswassers nicht mehr nötig ist, liegt noch nicht vor. Wohl erst in der kommenden Woche wird sich das Amt dazu äußern.

Die letzten Bauarbeiten laufen

Bereits Ende Mai, ziemlich genau vor vier Wochen, hatten sich der Bürgermeister, weitere Gemeindevertreter sowie Mitarbeiter des Gesundheitsamts getroffen. Was die Gemeinde bei diesem Termin dabei hatte, war die geforderte Gefährdungsanalyse sowie eine Liste aller abgearbeiteten Sofortmaßnahmen. „Im Moment laufen die allerletzten Bauarbeiten am Hochbehälter in Biburg“, so Peter Högg.

Vor fast einem Jahr traten Keime auf

Sowohl eine ganze Reihe von Sofortmaßnahmen am Wassernetz als auch die Analyse durch ein spezialisiertes Ingenieurbüro hatte das Gesundheitsamt gefordert, nachdem vor rund elf Monaten coliforme Keime im Diedorfer Trinkwasser festgestellt worden waren. Zunächst hatte die Verwaltung noch gehofft, um eine Chlorung des Trinkwassers herumzukommen. Nachdem aber auch vier Wochen nach dem ersten Fund immer wieder vereinzelt Verunreinigungen festgestellt worden waren, hatte das Amt die Chlorung des Trinkwassers angeordnet. Ein Diedorfer Hausarzt hatte auf einer Infoveranstaltung einige Monate später berichtet, dass in seiner Praxis in dieser Zwischenzeit vermehrt Patienten mit Magen-Darm-Beschwerden Rat gesucht hätten.

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Nun glaubt Bürgermeister Peter Högg jedoch, dass die Chancen auf ein baldiges Ende der Chlorung nicht schlecht sein dürften. Gleichzeitig mit dem Treffen mit dem Gesundheitsamt hatte er deshalb die Infoveranstaltung für Bürger vier Wochen später geplant. „Tatsächlich hatte das Gesundheitsamt aber schon damals signalisiert, dass eine Antwort auf den Antrag zur Aufhebung der Chlorung erst Anfang Juli vorliegen könnte“, so der Bürgermeister.

Behörde: Sorgfalt vor Schnelligkeit

Jens Reitlinger, Sprecher des Landratsamts, erklärt, warum die Mitarbeiter diese Zeit brauchen. So müssten sowohl alle Unterlagen genau bewertet werden, zudem müsse teilweise auch mit anderen Behörden Rücksprache gehalten werden. „Und da ist es oft schon schwierig, die richtigen Ansprechpartner zu erreichen“, so Reitlinger. Für das Gesundheitsamt gelte auf jeden Fall Sorgfalt vor Schnelligkeit. Auch die Stadt Bobingen, in der im vergangenen Jahr das Trinkwasser gechlort werden musste, hatte einige Wochen auf den Bescheid gewartet, dass der chemische Zusatz wieder weggelassen werden könnte.

Info-Veranstaltung am Mittwoch

Zur Infoveranstaltung am heutigen Mittwochabend wird das Gesundheitsamt keinen Mitarbeiter schicken, stattdessen geben der Bürgermeister, Mitarbeiter der Gemeindewerke und des Ingenieurbüros Auskunft. Für den Bürgermeister bleibt das Ziel, möglicherweise schon zu Beginn der Sommerferien in der Gemeinde einwandfreies Wasser ohne Chlor anbieten zu können.

Das ist die Situation in Dinkelscherben

Noch länger als in Diedorf wird das Trinkwasser in Dinkelscherben schon mit Chlor versetzt, nämlich schon seit mehr als einem Jahr. Dort sollen nun 200 Totleitungen auf Grundstücken entfernt werden. Totleitungen sind Wasserleitungengen, die seit mindestens einem Jahr nicht genutzt werden, aber trotzdem am Netz hängen. Weil in ihnen für längere Zeit Wasser steht, gelten sie als Gefahrenquelle. Erst, wenn alle Leitungen entfernt sind, könnte auch in Dinkelscherben die Chlorung beendet werden. Im Zuge der Untersuchungen am Trinkwassernetz waren auch in Diedorf Totleitungen gefunden worden.

Die Informationsveranstaltung zur Trinkwasserversorgung in Diedorf findet am heutigen Mittwoch, 26. Juni, um 19 Uhr in der Aula des Schmuttertal-Gymnasiums statt.

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