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Landkreis Augsburg

10.01.2021

Click und Collect: Hier können Sie im Kreis Augsburg Ware abholen

Ab Montag können Kunden wieder Ware bei Einzelhändlern abholen, die eigentlich geschlossen haben. Im Landkreis Augsburg geht das zum Beispiel beim Möbelhaus Ikea.
Bild: Marcus Merk

Plus Spielwaren, Blumen oder Sportartikel konnten zuletzt nur noch online bestellt, aber nicht vor Ort abgeholt werden. Das ändert sich jetzt. Wie Händler im Kreis Augsburg darauf reagieren.

Während Geschäfte des täglichen Bedarfs weiter geöffnet haben, bleiben Spielwarengeschäfte, Buchhändler oder Möbelhäuser weiter geschlossen. Doch es gibt neue Möglichkeiten für die Einzelhändler, deren Geschäft teils massiv eingebrochen ist. "Click & Collect" heißt das Zauberwort. Bedeutet: Kunden können ab Montag online oder per Telefon bestellen und die Ware vor Ort im Geschäft abholen. Das war in Bayern - zum Ärger vieler Händler - bislang verboten. Nun starten viele Einzelhändler im Kreis Augsburg das neue Geschäftsmodell.

Übergabe der Waren vor Ort muss kontaktlos erfolgen

Durch das Verbot sollte verhindert werden, dass sich an den geschlossenen Geschäften Menschenmassen ansammeln. Damit das auch weiterhin nicht passiert, soll die Übergabe der Waren vor Ort völlig kontaktlos ablaufen. Damit das funktioniert, müssen besonders kleine Geschäfte kreativ werden. So zum Beispiel das Sportgeschäft Baur in Gersthofen. Seit Anfang des Jahres hat Sabine Baur die Geschäftsführung übernommen. Kein leichter Start in Zeiten der Pandemie. Baur hofft, dass sich die finanzielle Lage durch das Abholgeschäft wieder etwas entspannt. Kunden können im Geschäft anrufen oder per Whatsapp schreiben. Baur sucht dann im Geschäft nach passenden Produkten und berät die Kunden. Abgeholt werden können die Waren dann vor Ort. Dafür hat Baur einen Hänger vor dem Geschäft aufgestellt, auf den die Ware geladen und später vom Kunden kontaktlos abgeholt werden kann.

Bei Vereinssport Baur in Gersthofen gibt es eine eigene Eingangskammer, wo die Bestellten Artikel abgeholt werden können.
Bild: Marcus Merk

Ähnlich funktioniert das auch bei den ganz Großen. Bei Ikea in Gersthofen kann man ab Montag Ware vor Ort abholen. In anderen Bundesländern war das schon vorher möglich, jetzt zieht der Freistaat nach. Nun können Kunden auf der Webseite des Möbelhauses Ware bestellen und zwischen 9 und 19 Uhr vor Ort in Gersthofen abholen, erklärt Marktmanager Günter Müller. Riesige Schilder weisen den Kunden auf dem Parkplatz den Weg. In drei Reihen sollen sich Autofahrer dort anstellen, ehe sie die Ware ins Fahrzeug laden können. Zuvor stellen Mitarbeiter die Bestellung vor den Wagen. "So können wir garantieren, dass alles kontaktlos abläuft", erklärt Müller. Das Angebot von Ikea kostet zehn Euro pro Abholung.

Click & Collect auch bei Spiel und Freizeit in Gersthofen

Am Dienstag will auch das große Spielwarengeschäft Spiel und Freizeit in Gersthofen ein neues Angebot präsentieren. Auch dort soll die Ware vorab auf der Webseite des Geschäfts bestellt werden können. Abgeholt werden könne sie dann zwischen 11 und 17 Uhr, erklärt Geschäftsführer Karl-Hans Pfleger. Die Kunden können die Bestellung in einem Gebäude neben dem eigentlichen Geschäft abholen. Es herrscht Maskenpflicht. Pfleger betont, dass die Kunden hier nicht mehr zahlen müssen, als den regulären Warenpreis.

Händler im Augsburger Land rüsten auf Online-Bestellung mit Click&Collect. Wie hier bei Ikea in Gersthofen.
Bild: Marcus Merk

Auch kleinere Geschäfte wie das Spielwarengeschäft Huttner in Gessertshausen wollen die neue Chance nutzen. Dort können Kunden nun telefonisch oder per Email Spielzeug bestellen und später abholen, sagt Geschäftsführer Gerd Huttner. Für ihn sei es zwar ein richtiger Schritt, das Abholgeschäft wieder zuzulassen. Doch es komme aus seiner Sicht zu spät. "Vor Weihnachten hätte uns das viel mehr gebracht", sagt Huttner. Er könne nicht verstehen, weshalb das Abholen im Freistaat erst verboten und nun zu einem Zeitpunkt doch wieder erlaubt wurde, an dem die allgemeinen Maßnahmen deutlich schärfer werden. Dennoch hoffe er wie viele kleine Händler im Augsburger Land, dass sich die angespannte Situation durch das neue Modell etwas entschärft.

Blumenladen in Gersthofen hofft auf mehr Geschäft

Das hofft auch Ramona Goller, Inhaberin des Blumenladens Rosenblatt in Gersthofen. Seit dem erneuten Lockdown bietet sie einen Lieferservice für Blumen und andere Dekoration an. "Das ist ein enormer Aufwand", sagt Goller. Denn ihre Kunden wohnten teils weit auseinander, sodass eine Lieferung kostenaufwendig wird. "Ohne meine Familie wäre das gar nicht möglich", sagt Goller. Dass ihre Kunden die Ware nun auch abholen können, sorge hoffentlich für Entlastung beim Liefern. Dennoch sei die Bestellung von Blumen am Telefon nicht einfach, meint Golling. "Die Kunden müssen uns da blind vertrauen."

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Wichtiger Schritt für Geschäfte

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