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Diedorf

07.01.2019

Container für Asylbewerber sollen auf den Balkan

Vor knapp drei Jahren kamen die Container nach Diedorf.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Seit September steht die Anlage für Asylbewerber in der Oggenhofstraße leer. Das Rote Kreuz sucht jetzt nach einer Möglichkeit, sie für Flüchtlinge in Bosnien-Herzegowina zu nutzen. Dort schlafen die Menschen in Zelten

Einen neuen Standort könnte bald die ehemalige Wohnanlage für Asylbewerber in der Diedorfer Oggenhofstraße bekommen: Wie Bürgermeister Peter Högg auf dem Neujahrsempfang in Diedorf sagte, könnten die Container bald schon in der Stadt Bihac in Bosnien-Herzegowina als Unterkunft für dortige Flüchtlinge dienen. „Dort leben viele Menschen in Zelten. Für diese wären die Container durchaus noch wertvoll“, so der Bürgermeister. In Diedorf steht die Containeranlage seit September leer und wird dort im Moment nicht gebraucht. Schon vor Monaten war im Gemeinderat nach einer sinnvollen Nachnutzung gesucht worden.

Die Idee, mit dem Roten Kreuz nun Kontakt aufzunehmen, hatte Bürgermeister Peter Högg vor einigen Wochen. Damals hatte Günther Geiger, der langjährige Geschäftsführer des Kreisverbands Augsburg-Land im Roten Kreuz und dort noch ehrenamtlich für internationale Angelegenheiten zuständig, von einer Hilfsreise nach Bosnien-Herzegowina berichtet. Seit Monaten sitzen dort, nur wenige Kilometer von der kroatischen Grenze entfernt, Tausende Flüchtlinge auf der Balkanroute fest. „Die Situation ist viel dramatischer als vermutet“, stellte Günther Geiger damals nach seiner Rückkehr fest.

Der Bürgermeister war stark beeindruckt

Für Högg gab dieser Bericht den Ausschlag, in Absprache mit dem Landkreis Augsburg die Containeranlage als Soforthilfe anzubieten. Vor drei Jahren hatte Diedorf die 42 Container zur Unterbringung von Flüchtlingen gekauft. Sie waren zuvor als Unterkunft für Arbeiter genutzt worden, die mit dem Ausbau der Autobahn A8 bei Zusmarshausen beschäftigt waren. Damals ein Vorteil: In der Zeit des stärksten Flüchtlingszustroms konnte die Turnhalle des Schmuttertal-Gymnasiums vor einer Belegung mit Flüchtlingen bewahrt werden. Gleichzeitig waren die Container schon für Wohnzwecke ausgerüstet. Doch kaum standen die Container mit ihren rund 80 Schlafmöglichkeiten in Diedorf, im Frühjahr 2016, nahm der Zustrom an Flüchtlingen deutlich ab: Voll belegt war die Anlage seitdem nie. Seit September steht sie nun leer.

Wie Günther Geiger gestern am Rande der Veranstaltung in Diedorf sagte, will das Bayerische Rote Kreuz auf jeden Fall weiter in Bihac helfen. Schon in wenigen Tagen soll ein Transport mit containerweise Kleidung und Schuhen auf den Balkan starten. Gespendet wurden die Waren unter anderem vom Outdoor-Bekleidungsunternehmen Schöffel. „Von uns aus könnten wir auch gleich die Wohncontainer losschicken“, so Günther Geiger. Doch noch sind nicht alle Formalitäten mit den Behörden in Bosnien-Herzegowina geklärt. Möglich sei dort jedoch wohl, die Container in Hallen auszustellen und so Familien ein klein wenig Privatsphäre zu ermöglichen.

Noch sind nicht alle Fragen geklärt

Noch ein Problem gilt es allerdings zu lösen: Nicht vollständig geklärt ist, wer die Kosten für den Transport übernehmen könnte. Mehr als 20 Lastwagen müssten die Container auf den Balkan bringen, je zwei pro Wagenladung. „Wir finden aber wohl auch dafür Sponsoren“, ist Geiger zuversichtlich. Bürgermeister Högg hofft nun auf eine schnelle Lösung. „Das wäre ein Riesenzeichen der Gemeinde und des Landkreises, wie man nachhaltig Flüchtlingen helfen kann. Das geht nicht nur vor Ort.“

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