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Diedorf

23.05.2019

Container sollen die Not auf dem Balkan lindern helfen

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Der Landrat übergibt eine Spende über 20000 Euro an das BRK: (von links) Thomas Haugg (Geschäftsführer BRK Augsburg-Land), Emica Beric (Dolmetscherin), Paul Steidle (Vorsitzender BRK Augsburg-Land), Bürgermeister Peter Högg, Landrat Martin Sailer, Leonhard Stärk (BRK Landesgeschäftsführer), Günther Geiger (Leitung KIA), Peter Hoffmann (BRK) und Alexander Leupolz (BRK, Leiter TWA Bayern).
Bild: Andreas Lode

Insgesamt 36 Container reisen von Diedorf auf 16 Lastwagen 800 Kilometer weit. Denn: Auf dem Balkan braut sich die nächste humanitäre Katastrophe zusammen.

Ein ungewöhnlicher Transport startete gestern Vormittag von Diedorf aus in Richtung Bosnien. Die Container der seit September leer stehenden Flüchtlingsunterkünfte in Oggenhof werden bis Ende der Woche auf 16 Lastwagen 800 Kilometer weit auf den Balkan gebracht. Sie sollen dort die Not von Migranten lindern helfen.

Am Mittwoch wurde um 8 Uhr mit dem Abbau begonnen, um 9 Uhr stand bereits der erste Lastwagen voll beladen zur Abfahrt bereit. Und so setzte sich in Oggenhof ein ganz besonderer Konvoi des Bayerischen Roten Kreuzes ins rund 800 Kilometer entfernte Bihac im Nordwesten Bosniens in Bewegung.

Bereits die vierte Hilfslieferung

„Dies ist die vierte Hilfslieferung nach Bosnien “, freute sich Günther Geiger, „Kopf“ der Hilfsaktion und langjähriger Geschäftsführer des Kreisverbands Augsburg-Land im Roten Kreuz. Er hatte mit seinen eindrücklichen Erzählungen nach seiner Rückkehr von einer Hilfsreise nach Bosnien-Herzegowina den Diedorfer Bürgermeister Peter Högg an die leer stehende Containeranlage in Oggenhof denken lassen.

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Die Container hatten einst Arbeiter für den Ausbau der A8 beherbergt. Dann hatte der Markt Diedorf sie 2016 gekauft, um auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle nach Deutschland Menschen unterzubringen. Mittlerweile kommen wieder viele Menschen über die so genannte Balkan-Route nach Europa. In den ersten vier Monaten des Jahres hat Bosnien-Herzegowina schon so viele Flüchtlinge aufgenommen wie im gesamten Vorjahr.

Menschen dort hausen in Zelten

„Die Menschen dort hausen in Zelten und wir wissen nicht wohin mit den Containern“, begründet Diedorfs Bürgermeister Högg den Schritt seiner Gemeinde. „Wir kommen mit unserer Hilfe zu den Flüchtlingen“, zeigte Högg sich stolz auf seine Gemeinde, die mit dieser in Bayern einmaligen Spende, ein Zeichen hinsichtlich nachhaltiger Flüchtlingshilfe setze.

Dringend nötig ist die Hilfe, unterstrich Rot-Kreuz–Mann Geiger. „Es herrscht dort eine humanitäre Katastrophe. Wer die Bilder vor Ort sieht, weiß wie wichtig es ist Hilfe zu leisten. Vielleicht kann man damit auch den ein oder anderen Flüchtlingsstrom verhindern“, so seine Überlegung.

Eine riesige logistische Leistung

Die Containeranlage im Wert eines hohen fünfstelligen Betrags besteht aus 36 Container inklusive sanitären Anlagen. Finanzielle Unterstützung für das Hilfsprojekt mit riesiger logistischer Leistung kam auch vom Landkreis. Auf Initiative von Landrat Martin Sailer beteiligte sich der Landkreis mit 20.000 Euro an den Kosten des humanitären Projekts. Zudem tragen Handels- und Gewerbebank sowie Rotes Kreuz zur Finanzierung bei. „Das Projekt des BRK-Kompetenzzentrums hat das unmittelbare Ziel, die Not vieler Menschen zu lindern und verdient unsere volle Unterstützung“, sagte Landrat Sailer. Die Ankunft der Lastwagenkolonne auf dem Balkan und die Übergabe der Fracht an das Rote Kreuz von Bosnien und Herzegowina ist für Ende dieser Woche geplant.

Das Ziel der ersten Lastwagen ist die Stadt Bihac. Auf engstem Raum und unter teils menschenunwürdigen Bedingungen leben dort im Nordwesten Bosniens derzeit mehrere hundert Menschen in Dauerprovisorien, teilt das Kompetenzzentrum für die Internationale Arbeit im BRK mit.

Platz für Feldbetten und sanitäre Einrichtungen

Die Wohncontainer aus Diedorf bieten immerhin Platz für Feldbetten, verfügen über sanitäre Einrichtungen und sollen die bestehende Infrastruktur zur Kurz- und Langzeitaufnahme von vielen Flüchtlingen an insgesamt sechs Unterbringungsorten dauerhaft verbessern.

Die Ankunft der Lastwagenkolonne auf dem Balkan und die Übergabe der Fracht an das Rote Kreuz von Bosnien und Herzegowina ist für Ende dieser Woche geplant.

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar: Diedorf zeigt Herz

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