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Landkreis Augsburg

16.10.2020

Corona-Fälle steigen im Landkreis Augsburg auf breiter Front an

Auch an der FOS/BOS in Neusäß sind Klassen wieder in Quarantäne geschickt worden.
Bild: Marcus Merk (Symbolfoto)

Plus Das Gesundheitsamt stellt keine Hotspots im Kreis fest. An fünf Schulen gibt es Corona-Fälle. Warum die angekündigten Regeln am Wochenende außer Kraft sind.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen geht im Landkreis Augsburg weiter nach oben. Dabei gibt es weder auffällige "Hotspots" bei den Orten noch eine Veranstaltung, von der besonders viele Ansteckungen ausgegangen sind. Das Gesundheitsamt spricht von einer "großflächigen, überregionalen Ausbreitung der Infektion" im Augsburger Land. Es ist gut möglich, dass am Wochenende der Warnwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten wird. Die am Mittwoch vom Landkreis erlassenen Regeln nach Erreichen des Frühwarnwerts gelten fürs Wochenende nicht mehr, am Montag ist mit einem neuen Erlass zu rechnen. Die Begründung dafür ist für Nicht-Juristen schwer zu verstehen.

Am Mittwoch war im Landkreis Augsburg der Schwellenwert von 35 bei den Neuinfektionen überschritten worden. Seitdem ist die Tendenz weiter steigend. Am Freitag gab es 914 bestätigte Fälle des Coronavirus, von denen 795 inzwischen wieder als genesen gelten. Dazu kommen inzwischen elf Todesfälle. Lange Zeit war im Landkreis kein Erkrankter mehr verstorben. Doch in dieser Woche verstarb eine 85-jährige Frau, die sich infiziert hatte. Die Frau hatte laut Gesundheitsamt Vorerkrankungen. Bei der Sorge um die Senioren geht der Blick immer auch in Richtung Pflege- und Altenheime. Die gute Nachricht: Derzeit sind keine Infektionen in Pflegeeinrichtungen im Landkreis bekannt.

Vor allem Schulen im Landkreis-Süden betroffen

Immer wieder neue Fälle gibt es hingegen an den Schulen, auch hier über den Landkreis verteilt. Waren Anfang der Woche noch zwei Schulen in Gersthofen betroffen, sind inzwischen andere hinzugekommen, vor allem im südlichen Landkreis. Derzeit gibt es Infektionen und damit Klassen in Quarantäne an folgenden Schulen: Gymnasium Schwabmünchen, Grundschule Klosterlechfeld, FOS/BOS Neusäß, Mittelschule Zusmarshausen und Realschule Bobingen. Sogar 122 Kinder aus mehreren Gruppen und 23 Betreuungskräfte der Kindertagesstätte Adelsried sind in Quarantäne geschickt worden.

Gibt es im Landkreis sogenannte Cluster, also Veranstaltungen oder Treffen, auf denen sich auffällig viele Menschen angesteckt haben? Nein, sagt das Gesundheitsamt. "Der aktuelle Anstieg der Fallzahlen ist nicht auf vereinzelte Ausbruchsgeschehen, sondern auf eine großflächige Ausbreitung der Infektion zurückzuführen."

Ministerpräsident Markus Söder will strengere Regeln

Als der Frühwarnwert am Mittwoch überschritten war, hatte der Landkreis neue Regeln für die Anzahl bei Feiern und anderes erlassen. Die Behörde hatte sich da an den Empfehlungen des Freistaates orientiert. Doch bereits am nächsten Tag, also am Donnerstag, kündete Ministerpräsident Söder noch strengere Maßnahmen bei einer Pressekonferenz an. Hierzu liegt dem Landratsamt allerdings noch nichts Schriftliches vor. "Es fehlt uns die rechtliche Grundlage für eine neue angepasste Verfügung", erklärt Pressesprecher Jens Reitlinger. Sobald vom Freistaat eine Aktualisierung vorliegt, wird der Kreis die neuen Regeln angleichen. Landrat Martin Sailer erklärt dies so: "Wir geben aktuell keine Allgemeinverfügung mit Vorgaben raus, die zeitlich nur extrem kurz Bestand hätte, um die Bevölkerung nicht unnötig wegen sich ändernder Maßnahmen zu irritieren."

Bis auf Weiteres würden im Augsburger Land die Regeln gelten, die vor dem Mittwoch gültig waren. Und weiter: "Die geplanten Maßnahmen, die am 14. Oktober angekündigt worden waren, treten damit zunächst nicht in Kraft." Der Sprecher des Landratsamtes geht davon aus, dass am Montag eine Allgemeinverfügung erlassen wird, die sich an Söders Marschrichtung (Stichwort Ampel) orientieren wird. Die Bevölkerung werde dann umgehend informiert.

Eine Maske müssen Kinder künftig auch im Hort aufsetzen.
Bild: Marcus Merk

Die aus Stadtbergen kommende Familienministerin Carolina Trautner kündigte am Freitag bereits an, dass Kinder und Personal künftig auch in den Horten eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen. Sie begründete diesen Schritt mit dem sich weiter verschärfenden Infektionsgeschehen: „Unsere Grundschulkinder tragen schon jetzt am Vormittag auf dem Schulgelände eine Mund-Nasen-Bedeckung. Da in unseren Horten meist Kinder aus unterschiedlichen Klassen, oft sogar aus unterschiedlichen Schulen, zusammenkommen, führen wir auch in den Horten eine Maskenpflicht ein. Damit vermeiden wir auch weiterhin, dass dort, wo es zu einer Infektion kommt, diese innerhalb der Einrichtungen weitergetragen wird.“

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