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Landkreis Augsburg

19.10.2020

Corona: Im Landkreis Augsburg müssen jetzt alle Schulkinder Maske tragen

Wegen der hohen Zahl an Corona-Infektionen müssen nun alle Schüler im Landkreis Augsburg Maske tragen.
Bild: Benedikt Siegert (Symbolfoto)

Plus Ab sofort tragen im Augsburger Land wegen der hohen Zahl an Corona-Infektionen auch Grundschüler Masken. Werden Kinder bald wieder von zu Hause unterrichtet?

Die Alarmstufe rot bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat auch für die Schulen im Landkreis Augsburg Konsequenzen. Ab sofort gilt in den Schulen eine Maskenpflicht ab der ersten Klasse. Auch während des Unterrichts darf die Maske nicht abgenommen werden. Schulen und Eltern sind auf dieses Szenario schon länger vorbereitet. Schon Anfang September haben sie den dreistufigen Plan des Kultusministeriums für den Fall erhalten, dass die Zahl der Neuansteckungen über den Wert von 50 innerhalb von sieben Tagen liegt. Was darin auch zu lesen war: Es könnte wieder ein Schichtmodell für den Unterricht geben. Doch so weit ist es noch nicht.

"Es entscheidet immer das zuständige Gesundheitsamt", erläutert Landratsamtssprecher Jens Reitlinger. Eine Teilung der Klassen würde bedeuten, dass jeweils nur die eine Hälfte in der Schule unterrichtet wird. Doch schon jetzt gibt es eine ganze Reihe von Klassen, die zu Hause sind. Denn für sie gilt eine Quarantäneanordnung.

Betroffen seien aktuell jeweils eine Klasse an der Grund- und Mittelschule Fischach-Langenneufnach, an der Pestalozzischule in Gersthofen, der Mittelschule Zusmarshausen, der Mittelschule Untermeitingen und zwei Klassen der Grundschule Klosterlechfeld, berichtet der Leiter des Staatlichen Schulamts im Landkreis, Thomas Adleff, am Montagvormittag. Weiterhin sind das Gymnasium Schwabmünchen, die FOS/BOS in Neusäß, die Berufsschule Neusäß und Realschule Bobingen von Quarantänemaßnahmen in einzelnen Klassen betroffen.

Aus Vorsorge bleiben sechs Klassen in Diedorf zu Hause

Hinzu kommen sechs Klassen am Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf. Hier handelt es sich nicht um eine vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne, sondern um eine Vorsorgemaßnahme des Schulleiters Günter Manhardt. Eine Lehrkraft habe sich möglicherweise angesteckt, das Ergebnis liegt aber noch nicht vor. Klassen, die von ihr Ende vergangenen Woche noch unterrichtet wurden, haben jetzt online zu Hause Unterricht. Darunter sind auch drei fünfte Klassen, die im vergangenen Schuljahr noch nicht an der Schule waren und noch keine Erfahrungen mit der verwendeten Software, MS Teams Education, haben. Der Schulleiter: "Wir haben das aber mit den fünften Klassen geübt und auch die Eltern gleich in der ersten Woche des Schuljahres geschult. Das müsste jetzt funktionieren", hofft er.

Auch am eigenen Sitzplatz im Klassenzimmer müssen Schüler im Kreis Augsburg jetzt eine Maske tragen. Der Mundschutz ist eine der Vorkehrungen gegen Corona-Infektionen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Sollte es wieder zu einem Modell des wöchentlichen Wechsels von kleineren Klassengruppen kommen, sieht das Schulamtsleiter Thomas Adleff nicht für jede Schule so positiv. "Ein paar Schulen sind da besser als im März, aber bei Weitem nicht alle", schätzt er die Lage im Landkreis Augsburg ein. Wären morgen wieder auf einen Schlag alle Schulen geschlossen, "dann würde eine erkleckliche Zahl das wieder so machen wie damals." Damit meint er das Arbeiten nicht wirklich online, sondern vor allem über eingelesene Arbeitsblätter, die dann zu Hause ausgedruckt werden müssten. Das gelte nicht nur für Grund- und Mittelschulen, sondern auch für Realschulen und Gymnasien.

 

In Schwabmünchen soll der Unterricht anders aussehen

Die passende Vorbereitung auf einen möglichen Schichtunterricht kann auch anders aussehen, als mit dem Modell des wöchentlichen Wechsels. An der Leonhard Wagner Mittelschule in Schwabmünchen soll täglich gewechselt werden. „Jeden Tag kommt eine andere Gruppe in die Schule. Wir wollen verhindern, dass die Schüler eine ganze Woche nicht da sind“, sagt Schulleiter Johannes Glaisner. Während der ersten Phase des Wechselunterrichts vor den Sommerferien hat er festgestellt, dass die Schüler zu Hause weniger Struktur haben. Das will Glaisner verhindern: Die Schüler sollen sich morgens in einer Videokonferenz treffen, wo die Anwesenheit abgefragt wird. „Die Hälfte einer Klasse bleibt zu Hause, die andere Hälfte ist in der Schule. Der Lehrer muss dann die Schüler vor Ort normal unterrichten und die Schüler zu Hause mit entsprechenden Aufgaben versorgen.“ Der Unterricht nach Stundenplan läuft weiter. „Das soll eine gewisse Natürlichkeit gewährleisten“, sagt Glaisner.

Auf den technischen Mehraufwand ist die Mittelschule vorbereitet: „Wir haben die Lehrer schon seit Ende der Sommerferien fortgebildet und haben viel geschult.“ Die Schule hat Laptops bestellt. „Wir haben das Budget in digitale Geräte investiert. Wir sind wohl nicht die Einzigen, die das gemacht haben. Wir haben jetzt einige Liefertermine bekommen, die nicht eingehalten werden konnten.“

 

Schulleiter befürchtet Probleme während der Umstellung

Der Grund für die aufwendige Teilung der Klassen: „Wir wollen den Mindestabstand in den Klassenzimmern gewährleisten.“ Der beträgt 1,50 Meter. Die Hygienemaßnahmen an den Leonhard-Wagner-Schulen werden in engem Austausch der drei Schulleiter auch von Realschule und Gymnasium getroffen. Was er jedoch fürchtet, ist wenig Zeit, um sich auf eine neue Situation einstellen zu können. „Ich kann mir vorstellen, dass eine Übergangszeit kommt, wo größere Probleme auftreten können.“

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