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Döpshofen

07.04.2021

Corona-Impfung führt Freunde nach vielen Jahren wieder zusammen

Hatten sich seit vielen Jahrzehnten nicht mehr gesehen: (von links) Georg Rindle aus Ustersbach und Berta und Heinrich Schmid aus Döpshofen. Die mobile Corona-Impfung führte sie wieder zusammen.
Foto: Siegfried P. Rupprecht

Plus Berta und Heinrich Schmid aus Döpshofen haben einen Freund nach langer Zeit wieder bei einem Impftermin getroffen. Dabei hätten sie sich fast nicht erkannt.

Sicher waren sich Berta und Heinrich Schmid aus Döpshofen anfangs nicht. Doch dann war das Hallo groß. Viele Jahrzehnte war es her, dass die beiden Georg Rindle das letzte Mal gesehen haben. Nun trafen sie sich ausgerechnet bei der mobilen Corona-Impfung der über 80-Jährigen im Ustersbacher Forum. "Die Pandemie hat uns zusammengeführt", resümiert er und meint lächelnd: "Das Unheil hat auch seine guten Seiten."

Heinrich Schmid muss etwas nachdenken. Dann hat er die Jahreszahl wieder parat. "Es muss 1964 gewesen sein", erinnert sich der 81-Jährige. Damals habe er zusammen mit Georg Rindle Maurerarbeiten durchgeführt. Rindle als gelernter Maurer, er als Unterstützer. "Ich war Landwirt", erzählt Schmid. Da sei man in vielen Dingen firm. Bei dieser Feststellung schaltet sich seine Frau Berta ein. "Mein Mann war ein Alleskönner", sagt sie. Noch heute schwingt dabei Bewunderung mit.

Ustersbach ist aus familiären Gründen seine neue Heimat geworden

"Der Schorsch und ich haben uns schon vor dieser Tätigkeit gut gekannt", berichtet Heinrich Schmid weiter. "Leider haben wir uns dann aus den Augen verloren." Der Schorsch, wie er Georg Rindle nennt, sei nach Ustersbach gezogen. Der Angesprochene nickt. Er sei zwölf Jahre bei einem Baugeschäft in der Region tätig gewesen. Dabei habe er immer wieder freundschaftlichen Kontakt mit Heinrich Schmid gehabt, so der 83-Jährige. Danach wechselte Georg Rindle zu einer großen Augsburger Baufirma. "37 Jahre habe ich dort gearbeitet, bis zu meiner Rente", informiert er. Dies sei seine schönste Zeit gewesen. Aus familiären Gründen sei damals Ustersbach seine neue Heimat geworden.

Auch Heinrich Schmid plaudert bei diesem Wiedersehen. Er und seine Frau Berta lassen kurz ihre Landwirtschaft mit Milchviehhaltung Revue passieren. "Wir hatten rund 27 Kühe", erklärt er. Im Nebenerwerb habe er Forstarbeit betrieben. 1998 war es mit dem landwirtschaftlichen Betrieb vorbei. "Die Kinder hatten daran kein Interesse", äußert er. Die Folge sei dann die Aufgabe und Verpachtung gewesen.

Wegen der FFP2-Masken hätten sie sich fast nicht erkannt

Das alles - freudiges Wiedersehen und kurzer Abriss über die berufliche Entwicklung - spielt sich während des Impftermins ab. "Beinahe hätten wir uns wegen den FFP2-Masken nicht erkannt", insistiert Berta Schmid, die ihre Impfung in Bobingen erhielt. Großes Lob richtet sie an die Gemeinde. "Sie hat die mobile Impfung letztlich im Forum erst ermöglicht." Da seien die Senioren dankbar, dass sie nicht so weit fahren müssen. "Einige hätten das auch sicher nicht geschafft", ist sie sich sicher. Anerkennung geht auch an ihre Tochter Gabriele Biber als Betreuungsperson. "Bei ihr sind wir in guten Händen", zieht Heinrich Schmid Bilanz.

Sowohl bei Berta und Heinrich Schmid als auch bei Georg Rindle sind leuchtende Augen zu sehen. Es sei schön, wieder einmal Kontakt zu anderen zu haben, auch wenn der Anlass dazu nur eine Impfung sei, registrieren sie einhellig. Und in Bezug auf ihr Wiedersehen nach vielen Jahrzehnten hoffen sie, dass die Pandemie bald gänzlich der Vergangenheit angehöre, und dann einem ausführlichen Treffen nichts mehr im Wege stehe.

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