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Landkreis Augsburg

08.12.2020

Corona-Regeln im Landkreis Augsburg: Nur mit Ticket kommt man ins Einkaufsparadies

Ticket in Einkaufsparadies. Bei Spiel + Freizeit in Gersthofen wird die Anzahl der Kunden mit mittels eines Tickets begrenzt. Daran ist ein Magnetchip befestigt, der manchmal für Irritationen sorgt.
Bild: Marcus Merk

Plus Das Weihnachtsgeschäft läuft: Wie sich die großen und kleinen Geschäfte im Augsburger Umland nach den neuen Corona-Verordnungen auf den Kundenansturm einstellen.

Trotz den mit den Corona-Verschärfungen ab Mittwoch, 9. Dezember, einhergehenden Ausgangsbeschränkungen bleiben die Geschäfte weiterhin geöffnet. Einkaufen gehört zu den triftigen Gründen, aus denen das Haus verlassen werden darf. So werden auch am kommenden Wochenende wieder Weihnachtseinkäufe zuhauf getätigt werden. Doch vorweihnachtliche Stimmung sieht anders aus. Man musste da schon viel Geduld mitbringen. Und das lag nicht nur an einer Reduzierung der Kundenzahl. Schon seit Wochen lassen die meisten großen Geschäfte nur noch eine Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche in den Laden.

Im Gersthofer Herypark waren am vergangenen 2. Adventssamstag gegen Mittag fast alle Parkplätze belegt. Vor allem vor Spiel & Freizeit bildeten sich lange Schlangen. Klar, Spielsachen stehen bei jedem Kind auf dem Wunschzettel. Und so muss auch für jedes Kind ein "Eintrittsticket“ aus einem Korb entnommen und nach erfolgtem Einkauf wieder in einem anderen abgelegt werden. Um die allgemeine Situation zu entzerren und den Aufenthalt im Laden zu beschleunigen, hat man technisch und personell aufgerüstet.

15 Mitarbeiter zusätzlich bei Spiel + Freizeit in Gersthofen

"Es waren von 9 bis 19 Uhr durchgehend alle Kassen besetzt und sogar mit zusätzlichen Kräften verstärkt“, berichtet Geschäftsführer Karl-Hans Pfleger. 15 weitere Mitarbeiter waren im Einsatz, um die Kunden direkt in die betreffenden Abteilungen zu führen. Trotz alledem reichten die bereitgestellten 229 Einlasskarten, die ständig desinfiziert und nachgezählt werden, manchmal nicht aus. Die Wartenden zeigten sich geduldig. "Bis auf den Vorplatz hinaus sind Bodenmarkierungen angebracht“, sagt Pfleger: "Es hat nicht einen einzigen Vorfall bezüglich der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht oder des fehlenden Abstands gegeben.“

Mehrfach hat hingegen das Alarmsystem am Ausgang angeschlagen. Denn oftmals wird beim Verlassen des Ladens vergessen, das Ticket mit dem Magnetchip, mit dem gewöhnlich Ware gegen Diebstahl gesichert ist, wieder abzugeben. So sorgte die elektronische Sicherungsschranke für ein lautes Piepen und die Verkäuferinnen mussten dem Kunden bis auf den Parkplatz hinterher laufen. Dort konnte man auch viele Menschen beobachten, die zwischen den geparkten Autos ihre an diversen Ständen erworbenen Bratwürste, gebrannte Mandeln oder Crêpes verspeisten.

Bei Ikea regelt eine Ampel den Besucherstrom

"Gegen Mittag mussten wir einen Stopp einlegen“, berichtet auch Günter Müller, der seit 1. September vergangenen Jahres Market Manager bei IKEA am Gersthofer Ortsrand ist. Exakt 1000 Kunden dürfen sich gleichzeitig auf den 22.000 Quadratmetern des Einrichtungshauses aufhalten. Auf einem Videobildschirm am Eingang wird die aktuelle Restzahl angezeigt, die wie einen Countdown herunter zählt. "Die Genauigkeit des modernen Zählsystems, das bundesweit eingeführt wurde, liegt bei plus minus fünf pro Tag“, sagt Müller.

Steht diese Zahl irgendwann auf Null, wechselt die Ampel von Grün auf Rot. Ein so genannter "Greeter“ stoppt dann den Besucherstrom, weitere Mitarbeiter transportieren die Maßnahmen und das Einhalten der Regeln in durchgehender Kommunikation im, am und auch vor dem Einrichtungshaus. "Aus Gründen der Genauigkeit und des Erscheinungsbildes setzen wir dabei eigene Leute ein“, lässt Müller wissen, dass an den Wochenenden die Zahl der Mitarbeiter deutlich erhöht wird. Die gehen auch immer wieder durchs Haus und achten darauf, ob auch an den Engstellen die Abstandsregeln eingehalten werden. „Wir wissen um die so genannten Bottlenecks“, verrät der Chef der Hauses. Unter der Woche gebe es keine Probleme und auch ein Nachjustieren sei angesichts der neuen Verordnung nicht notwendig.

Mit einem Bildschirm wird bei IKEA die Ampel der Kunden angezeigt, die noch in den Laden kommen dürfen. Leuchtet die Ampel rot, ist Einlassstopp!
Bild: Marcus Merk

Schade findet es Günter Müller, dass trotz eines vom Gersthofer Küchenchef erarbeiteten Hygienekonzeptes, das in alle deutschen IKEA-Filialen adaptiert wurde, das Restaurant geschlossen bleiben muss. Bis sich die Situation entspannt bleibt auch das Kinderparadies "Smaland“ geschlossen. Geöffnet ist hingegen das Bistro. "Alle Speisen gibt es aber nur to go", sagt Müller.

Gezählte Taschen bei Schuh Schmid in Neusäß

Mit einer Einkaufstasche muss sich zwingend ausstatten, wer eines der drei Häuser von Schuh Schmid in Neusäß betreten will. "Die Ständer mit den Taschen stehen mitten im Weg und sind nicht zu übersehen“, sagt ein langjähriger Mitarbeiter. "Unser Personal achtet zudem darauf, dass jeder Kunde eine dieser Taschen nimmt, denn manche können tatsächlich nicht lesen", fügt er mit einem ironischen Augenzwinkern hinzu. 60 Taschen stehen zum Beispiel für den Herrenbereich zur Verfügung. Selbst am Samstag sei man aber nicht in die Nähe dieser Zahl gekommen. Man musste aufgrund der neuesten Verordnung auch nicht nachjustieren, weil man schon von Anfang an 20 Quadratmeter für eine Person gerechnet hat.

Wer bei Schuh Schmid in Neusäß shoppen will, muss am Eingang eine eine Tasche mitnehmen. Pro Kunde eine Tasche.
Bild: Marcus Merk

Während bei den großen Baumärkten in Gersthofen und Stadtbergen ebenfalls eine Ampel grünes Licht für ein uneingeschränktes Einkaufsvergnügen gibt, regeln beim Einrichtungsmarkt Poco Mitarbeiter den Einlass. Unterschiedlich werden die Eingangsbeschränkungen im Stadtberger Gewerbegebiet gehandhabt. Bei Heimausstatter Depot und im Outlet des Kaffeerösters Tchibo setzt man auf rollende Einkaufskörbchen für jeden Kunden, im Outlet des Modelabels S. Oliver gibt es einen Einlassschein mit Sicherungschip. Hier wird man an der Kasse allerdings explizit zur Rückgabe aufgefordert - damit so wenig wie möglich Alarm ausgelöst wird.

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