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Bei hohen Zahlen: Söder fordert eine bundesweite Maskenpflicht
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Landkreis Augsburg

15.10.2020

Corona-Warnwert überschritten: Das ändert sich jetzt für Bürger

Auf welchen öffentlichen Plätzen, hier der Gersthofer Rathausplatz, wird es im Augsburger Land künftig eine Maskenpflicht geben?
Bild: Marcus Merk

Plus Im Kreis Augsburg wurde der erste Corona-Warnwert überschritten. Gersthofens Bürgermeister kritisiert die Informationspolitik des Landratsamts.

Nach den 36,6 Infizierten pro 100.000 Einwohnern im Landkreis Augsburg, die am Mittwoch gemeldet wurden, ist der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Landratsamts bis zum Donnerstag auf 41,3 Neuinfektionen gestiegen. Aktuell gibt es demzufolge 901 bestätigte Fälle (ohne Todesfälle), davon sind 787 wieder genesen. Aktuell sind 114 Personen erkrankt. Elf Personen sind bisher gestorben. Ministerpräsident Markus Söder verkündete am Donnerstag weitere Verschärfungen der Corona-Bestimmungen. Das Landratsamt will diese umsetzen, wenn sie dort eingegangen sind. Worauf müssen sich die Bürger nun einstellen?

Corona-Zahlen für einzelne Gemeinden im Kreis Augsburg werden vermisst

Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle kritisiert in diesem Zusammenhang die Informationspolitik des Landratsamts: "Warum bekommen die Kommunen nicht die Zahl der Infizierten auf jede Gemeinde heruntergerechnet, sondern es werden nur die Zahlen für den gesamten Landkreis veröffentlicht?" Wörle hält gemeindegenaue Informationen für wichtig: "So könnten wir früher sehen, ob sich eine Gemeinde oder Stadt in Richtung Hotspot bewegt, und rechtzeitig Vorkehrungen treffen." Das hat laut dem Pressesprecher des Landratsamts, Jens Reitlinger, seinen Grund: "Da diese Angabe keinen verlässlichen und begründeten Rückschluss über das Infektionsrisiko in den Kreiskommunen zulässt, verzichten wir auf diese Angabe."

Ebenso erfahre die Stadt Gersthofen vom Landratsamt nicht, ob und an welchen Schulen oder Kindertagesstätten Infizierte gemeldet und für wie viele Menschen Quarantäne ausgesprochen worden sei, beschwert sich Michael Wörle weiter. "Unsere Informationen bekommen wir lediglich, weil wir ein sehr gutes Verhältnis zu den Schulrektoren haben", so Wörle. Dies sagt auch der Neusässer Bürgermeister Richard Greiner. Am Donnerstagnachmittag hatte er dazu eine Besprechung mit den Schulleitern der Schulen in der Stadt. "Als Sachaufwandsträger sind wir ja auch für die Sicherheit dort verantwortlich", so Greiner.

Ab sofort Maskenpflicht in allen Räumen des Gersthofer Rathauses

Im Gersthofer Rathaus beispielsweise bleibt zwar das Bürgerservicezentrum wie gewohnt geöffnet. Seit der Wiedereröffnung nach dem Lockdown bilden sich dort vor dem Eingang wegen der Abstandsregelungen und der reduzierten Besucherzahl regelmäßig längere Schlangen auf dem Rathausplatz.

Allerdings gilt im ganzen Gersthofer Rathaus ab sofort Maskenpflicht in allen Räumen und für alle Mitarbeiter - außer sie sind allein im Büro, so Bürgermeister Michael Wörle. Besprechungen werden abgekürzt oder per Videokonferenz abgehalten. "Es gibt keinen physischen Kontakt mehr zu den Außenstellen wie dem Bauhof oder den Gersthofer Verkehrsbetrieben." Auf weitere Außentermine werde so weit wie möglich verzichtet. Auch hier nutze man jetzt Telefon und E-Mails zur Kommunikation. "Sollte der nächste Warnwert von 50 Infektionen überschritten werden, werden wir Schichtbetrieb einführen: Zwei Teams arbeiten dann abwechselnd tageweise im Homeoffice und im Amt." Und die Bürger, die ein Anliegen haben, sollten sich zunächst telefonisch im Rathaus melden.

Neusäß bereitet sich auf Schichtbetrieb im Rathaus vor

In Neusäß wartet man laut Richard Greiner noch auf eine Allgemeinverfügung vom Landratsamt. "Wir bereiten uns aber auf weitere Verschärfungen vor. Die vergangenen Monate habe man genutzt, um das Online-Angebot auszubauen. "So kann man sich vor einem Termin im Rathaus informieren, welche Unterlagen mitzubringen sind", so Greiner. So könnten Bürgertermine effizienter gestaltet und gegebenenfalls zweite Behördentermine vermieden werden. Sollte es weitere Verschlimmerungen geben, würden für die Mitarbeiter die gleichen Schutzmaßnahmen eingeführt wie in Gersthofen.

"Sollte es im Augsburger Land zu einem Hotspot kommen, wird diese Information im Bedarfsfall auf gleichem Wege wie alle bisherigen Nachrichten verkündet: über die bekannten Informationskanäle des Landratsamts beziehungsweise die Presse", so Reitlinger weiter. Die Angaben über Corona-Beschränkungen vom Mittwoch haben demzufolge bis auf Weiteres unveränderte Gültigkeit. Die Maskenpflicht gelte nach wie vor überall dort, wo sie der Freistaat Bayern angeordnet hat. "Sofern von übergeordneter politischer Stelle angeordnet, ändert sich genau das, was in den Beschlüssen formuliert wurde."

Das kommt auf die Bürger im Augsburger Land in den nächsten Tagen zu

Darauf müssen sich die Landkreisbürger nach der Pressekonferenz von Ministerpräsident Söder einstellen: Maskenpflicht gilt ab der 5. Klasse auch im Unterricht sowie in Hochschulen, auf stark frequentierten Plätzen, in allen öffentlichen Gebäuden sowie in Eingängen, Fahrstühlen und Fluren. An privaten Feiern, ob zu Hause oder in Gaststätten, dürfen nur noch bis zu zehn Personen teilnehmen. Es gibt eine allgemeine Sperrstunde um 23 Uhr, ab dann dürfen auch Tankstellen keinen Alkohol mehr verkaufen.

Die entsprechenden Beschlüsse des Bayerischen Kabinetts sollen am Freitag, spätestens am Samstag an die Behörden weitergeschickt werden.

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