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Landkreis Augsburg

26.05.2020

Corona: Wie starten Fünftklässler im Herbst an der neuen Schule?

Im Schmuttertal Gymnasium Diedorf findet üblicherweise viel Unterricht in Gruppenarbeit auch auf dem Campus vor den Klassenzimmern statt. Das ist im Moment überhaupt nicht möglich. Schulleiter Manhardt spricht von der „Simulation von Unterricht“.
Bild: Marcus Merk

Plus Gymnasien und Realschulen im Kreis Augsburg erwarten fast überall mehr neue Schüler. Wie werden sie unterrichtet und was bedeutet Online-Unterricht für sie.

Landkreis Auf mehr neue Fünftklässler als im Vorjahr kann sich der Leiter des Gersthofer Paul-Klee-Gymnasiums, Christian Engel, einstellen: 102 Kinder sind von ihren Eltern dort eingeschrieben worden, im vergangenen Jahr waren es nur 92.

Ob diese Kinder, wie im Moment üblich, dann auch als geteilte Klasse und im wöchentlichen Wechsel vor Ort in der Schule unterrichtet werden, darüber macht er sich heute noch keine Gedanken. „Wir müssen eines nach dem anderen organisieren“, sagt er. Das bedeutet vor allem den Schulalltag immer wieder neu auf die Hygieneregeln abzustimmen. Wahlunterricht und Intensivierungsstunden gibt es aktuell nicht, ebenso wenig Gruppen- und Partnerarbeit. Dennoch sei der Unterricht in direktem Kontakt mit den Lehrern wichtig, sagt er: „Die Schüler bekommen da schon einiges mit“, ist er überzeugt.

Gruppenarbeit im Diedorfer Gymnasium kann nicht stattfinden

Kritischer sieht das sein Kollege Günter Manhardt, Leiter des Schmuttertal-Gymnasiums in Diedorf. Dort findet üblicherweise viel Unterricht in Gruppenarbeit auch auf den Campus vor den Klassenzimmern statt. Das ist im Moment überhaupt nicht möglich. Folglich sagt der Schulleiter auch: „Was wir im Moment machen, hat mit normalem Unterricht wenig zu tun. Das ist eher die Simulation von Unterricht.“

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Normalerweise lernen die Schüler in Diedorf auch auf dem Campus. Dort stehen jetzt nur Stühle gestapelt.
Bild: Marcus Merk

Das Schmuttertal-Gymnasium hat in diesem Jahr starken Zuspruch bei neuen Schülern und ihren Eltern. 132 Kinder sind für das kommende Schuljahr ab September 2020 angemeldet. „Das sind 35 Prozent mehr als im vorigen Jahr“, freut sich Schulleiter Günter Manhardt. Damals waren es nur 97. Unter anderem könnten die Zuzüge im westlichen Landkreis ein Grund für den höheren Zuspruch an der Schule sein, vermutet er.

Kontakt zum Lehrer ist enorm wichtig

Und dennoch enorm wichtig, findet Andreas Thomik, stellvertretender Schulleiter an der Realschule in Neusäß. „Der Kontakt zwischen Lehrern und Schülern ist nicht zu ersetzen“, ist seine Erfahrung. An den Realschulen werden bereits die fünften, sechsten und neunten Klassen wieder je zur Hälfte unterrichtet und die zehnten Klassen, auf die ab 1. Juli die Abschlussprüfungen warten, komplett unterrichtet. Erst seit wenigen Tagen steht endgültig fest, dass nach den Pfingstferien auch die siebten und achten Klassen in dieses System eingefügt werden.

An der Neusässer Realschule haben sich 117 Kinder (Vorjahr: 110) bereits fest angemeldet, 16 sind vorangemeldet oder müssen noch den Probeunterricht (30 Kinder) besuchen. Wie an den anderen Schulen auch, war die Anmeldung kontaktlos organisiert, Fragen wurden per Telefon geklärt.

In Zusmarshausen gibt es eine Ganztagsklasse

Fünf fünfte Klassen (eine davon im Ganztag) wird es im kommenden Schuljahr an der Realschule in Zusmarshausen geben. 109 Kinder sind bereits fest angemeldet, 22 weitere müssen zunächst noch den Probeunterricht absolvieren. Im vergangenen Jahr waren es 100 feste Anmeldungen im Mai.

Schulleiterin Heidrun vorm Walde plant gerade die Zeit nach Pfingsten neu, wenn auch die siebten und achten Klassen wieder in den Unterricht zurückkommen. „Logistisch ist das schon eine Mammutaufgabe“, sagt sie. Klassenzimmerverteilung, Stundenpläne, Busfahrpläne – alles muss immer wieder neu zusammengestellt werden. Wie der Unterricht für die fünften Klassen ab September aussehen wird, daran denkt sie im Moment noch nicht.

An der Realschule in Meitingen geht es noch nicht um September

Wie der Unterricht ab September aussehen wird, daran will Michael Kühn, Leiter der Dr.-Max-Josef-Metzger-Realschule in Meitingen, jetzt noch gar nicht denken. Doch er ist zuversichtlich: Aktuell klappe der Unterricht in geteilten Klassen sehr gut. An den Realschulen werden bereits die fünften, sechsten und neunten Klassen wieder je zur Hälfte und die zehnten Klassen, auf die ab 1. Juli die Abschlussprüfungen warten, komplett unterrichtet. Erst seit wenigen Tagen steht endgültig fest, dass nach den Pfingstferien auch die siebten und achten Klassen in dieses System eingefügt werden. Michael Kühn: „Wir schaffen das in diesem Jahr gut, warum sollten wir das nicht auch im kommenden Schuljahr so hinbekommen.“

In Meitingen gibt es aktuell 120 Anmeldungen (nach 128 im Vorjahr), zehn Voranmeldungen und 23 Kinder, die zunächst den Probeunterricht absolvieren müssen. „Es scheint einen Trend zum Probeunterricht an den Realschulen zu geben“, beobachtet er seit ein paar Jahren. Viertklässler, die den Schnitt von 2,66 in den Hauptfächern nicht erreichen und trotzdem die Realschule besuchen möchten, müssen drei Tage zur Probe in den Unterricht an der Realschule kommen. Dort werden auch spezielle Proben geschrieben. Sind die Kinder erfolgreich, können sie die Realschule besuchen. In diesem Jahr stand der Schnitt zum Übertritt wegen der Schulschließungen bereits am 13. März fest.

Mehr Kinder gehen an diese Realschulen

An der Neusässer Realschule hätten sich 117 Kinder (Vorjahr: 110) bereits fest angemeldet, 16 seien vorangemeldet oder müssten noch den Probeunterricht (30 Kinder) besuchen, berichtet stellvertretender Schulleiter Andreas Thomik. Fünf fünfte Klassen (eine davon im Ganztag) wird es im kommenden Schuljahr an der Realschule in Zusmarshausen geben.

109 Kinder sind bereits fest angemeldet, 22 weitere müssen zunächst noch den Probeunterricht absolvieren. Im vergangenen Jahr seien es 100 feste Anmeldungen im Mai gewesen, so Schulleiterin Heidrun vorm Walde.

In Neusäß fällt das Sommerfest aus

Zurück zu den Gymnasien: Eine gebundene Ganztagsklasse sowie eine Forscherklasse wird es im kommenden Schuljahr am Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß geben. Insgesamt 102 Kinder (111 im Vorjahr) sind dort angemeldet. Die sonst übliche Begrüßung beim Schulfest im Juli wird für sie ausfallen. Stattdessen sollten jeweils kleine Gruppen eingeladen werden, damit man sich wenigstens kennenlernen kann, so die stellvertretende Schulleiterin Carlette Sandu. Ob die Kinder dann im September in getrennten Gruppen unterrichtet werden, ist freilich noch offen.

Schulleiter Günter Manhardt möchte das, zumindest zu Beginn des Schuljahres, verhindern. An der Schule wird bereits überlegt, ob für die Anfänger eine Ausnahme organisiert werden kann, sodass zunächst die Klassen in Gruppen geteilt alle im Schulhaus unterrichtet werden können. Denn in Online-Unterricht einzusteigen, ohne die Schüler überhaupt zu kennen, das kann er sich nur schwer vorstellen.

So läuft das Abitur 2020:

  • Ablauf Gar nicht wirklich anders als in den Jahren zuvor läuft das Abitur 2020. Am vergangenen Mittwoch stand mit dem Fach Deutsch die erste Prüfung für alle Abiturienten an. Gestern war das Fach Mathematik an der Reihe. Auch diese Prüfung ist für alle Abiturienten gleich.
  • Schmuttertal-Gymnasium 82 junge Frauen und Männer legen die Prüfungen dort gerade ab, hinzu kommen sechs Externe aus der Region Augsburg, die zuvor kein Gymnasium besucht haben. Wie in den Jahren zuvor, werden die gemeinsamen Prüfungen in der Sporthalle der Schule geschrieben, die Tische dort sind in ausreichendem Abstand aufgestellt. Das individuelle dritte Prüfungsfach folgt in kleineren Gruppen am Freitag dieser Woche. Nach den Pfingstferien stehen noch zwei mündliche Prüfungen an.
  • Justus-von-Liebig-Gymnasium Hier gibt es in diesem Jahr 92 Abiturienten. Auch sie schreiben, wie üblich, die beiden gemeinsamen Prüfungen in der Sporthalle.
  • Paul-Klee-Gymnasium Einen anderen Weg hat das Gersthofer Gymnasium gewählt. Auch die beiden großen Prüfungen mit jeweils allen 102 Abiturienten fanden in Klassenzimmern statt. „Das ist ein großer Aufwand, weil wir viel Aufsichtspersonal brauchen“, sagt Schulleiter Christian Engel. Dafür sei in den Klassenzimmern eine bessere Durchlüftung möglich. „Diese Lösung passt besser zu unserem Schulhaus“, so der Chef.

Lesen Sie auch den Kommentar von Jana Tallevi:Unterricht in Corona-Zeiten: Ein neuer Plan für die Schulen ist nötig

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