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Adelsried

22.07.2020

Corona reißt ein Loch in die Haushaltskasse von Adelsried

Die Gemeinde Adelsried rechnet mit deutlich weniger Steuereinnahmen wegen des Coronavirus.
Bild: Paul Zinken/Illustration, dpa (Symbolbild)

Plus Adelsried rechnet mit einem massiven Verlust an Steuereinnahmen. Doch trotz Corona stehen Projekte an. Geplant sind neue Schulden von rund einer Million Euro.

„Die Situation bei der Gewerbesteuer ist mehr als angespannt.“ Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Sebastian Bernhard die Sitzung. Anna Zevakina, seit 1. Juli Nachfolgerin für Kämmerer Christoph Huttner, präsentierte den Haushalt, den ihr Vorgänger noch aufgestellt hatte. Beide Kämmerer rechnen damit, dass auch bis zum Jahresende deutlich weniger Gewerbesteuer fließen wird als ursprünglich kalkuliert.

Das Gesamtvolumen der Gemeinde Adelsried für das Haushaltsjahr 2020 umfasst 8,42 Millionen Euro. Es setzt sich aus dem Verwaltungshaushalt in Höhe von 5,19 Millionen Euro und dem Vermögenshaushalt mit 3,23 Millionen Euro zusammen. Die größten Einnahmenquellen im Verwaltungshaushalt der Gemeinde sind aus Steuern, Steueranteilen und Zuweisungen mit 2,39 Millionen Euro zu erwarten, gefolgt von Verwaltung und Betrieb mit 1,73 Millionen Euro sowie sonstigen Einnahmen von 268.000 Euro.

Investitionen für Rathaus, Feuerwehr oder Kindergarten in Adelsried

Trotz der angespannten Finanzlage will die Gemeinde eine Menge Geld investieren. Für den Erwerb von baulichen Anlagen (geplanter Grundstückskauf) sowie bauliche Anlagen oder auch bewegliches Anlagevermögen (Rathaus, Feuerwehr, Kindergarten) wird mit Investitionen von rund 1,07 Millionen Euro gerechnet. Für Hoch- und Tiefbaumaßnahmen (Dachsanierung Mehrzweckhalle und letztmalige Rate für die Ortsumgehung sowie Baugebiete Wölfle Ost und Am Grundberg) sind 1,03 Millionen Euro vorgesehen.

Die Personalausgaben schlagen im Adelsrieder Haushalt mit rund zwei Millionen Euro zu Buche, gefolgt von Verwaltungs- und Betriebsaufwand von 1,47 Millionen Euro und einer Kreisumlage von 1,36 Millionen Euro. Die Gewerbesteuerumlage lag im Ergebnis des vergangenen Jahres bei rund 282300 Euro, in diesem Jahr sind nur rund 60000 Euro zu erwarten. Die Kreisumlage hat sich ebenfalls etwas verändert. Für 2020 zahlt die Gemeinde im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger.

In den Einnahmen Vermögenshaushalt sind Rücklageentnahmen von etwa 1,02 Millionen Euro vorgesehen. „Diese Summe war in der Jahresrechnung 2019 als Überschuss in die Rücklagen eingeflossen“, erklärte Zevakina. „Dieses Jahr nehmen wir diese Rücklage wieder heraus.“ Geplant ist auch eine Kreditaufnahme von einer Million Euro. Ob die Gemeinde diesen Kredit braucht, ist noch nicht ganz ersichtlich. Eventuell soll er für Investitionen benötigt werden, erklärte die Kämmererin. Einnahmen im Verwaltungshaushalt erhält die Gemeinde Adelsried aus Veräußerungen (Verkäufe von Grundstücken für Mehrfamilienhäuser im Wölfle Ost bzw. unbebauten Grundstücken), Zuweisungen und Zuschüssen (z. B. Dachsanierung Mehrzweckhalle sowie Beiträgen (Erschließungsbeiträge, Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung im Baugebiet Wölfle Ost).

Personalkosten in Adelsried steigen um 300.000 Euro

Die Personalkosten schlagen jedoch weiter stark zu Buche. Dritter Bürgermeister Stefan Kramer (FWG) zeigte sich überrascht von der Kostensteigerung in den Personalausgaben im Bereich Verwaltung und im Bereich Kindergarten und -krippe um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das ist kein Pappenstiel. Woher kommt diese Kostensteigerung von 300.000 Euro?“ Er möchte eine klare Aufstellung darüber.

Gemeinderat Karl Mayer ( CSU) sieht die Erhöhung in der Kinderbetreuung. „Wir werden künftig mehr Kinder betreuen müssen. Auch die Personalkosten werden jedes Jahr steigen.“ Für Herbst ist deshalb eine eigene Sitzung zur Personalsituation vorgesehen. „Vielleicht können wir Vergleichszahlen aus anderen Gemeinden einholen“, so der Vorschlag vom Zweiten Bürgermeister Ludwig Lenzgeiger (CSU).

Gemeinderat Adelsried beschließt den Haushalt 2020

Ein neuer gemeindlicher Rasenmäher soll angeschafft werden, denn die Maschine ist laufend kaputt, sagte Thomas Ohnheiser (CSU). Für die Anschaffung sind 12500 Euro in diesem Haushalt noch nicht berücksichtigt worden, da es ein akutes Problem darstellt. „Wir kommen nicht drum herum, diese Anschaffung zu tätigen“, so der Bürgermeister.

Der Gemeinderat Adelsried hat dem Haushalt für das laufende Jahr am Dienstagabend zugestimmt.

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