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Landkreis Augsburg

11.01.2021

Corona treibt Selbstständige im Kreis Augsburg in den Ruin

Corona sorgt für mehr Arbeit bei der Schuldnerberatung.
Bild: Angelika Warmuth, dpa (Symbolbild)

Plus In der Pandemie registrieren Sozialverwaltung und Schuldnerberatung im Landkreis Augsburg eine neue Klientel. Der Kreis muss Ausgaben kürzen.

Vor der Pandemie sein eigener Herr, nun auf Stütze: Immer mehr Selbstständige im Landkreis Augsburg sind auf Hartz IV angewiesen, weil ihnen die Corona-Bestimmungen die Geschäftsgrundlage entzogen haben. Zugleich wächst ihre Zahl unter den Klienten bei der Schuldnerberatung des Diakonischen Werks für den Landkreis Augsburg.

Diakon Fritz Graßmann sagte am Montag bei den Beratungen zum Sozialetat des Landkreises, dass sich die Berater in den kommenden Monaten auf eine weiter steigende Zahl von Hilfsanfragen einstellen: "Wir rechnen damit, dass die Welle noch stärker wird." Nach Angaben von Thomas Geldhauser, Fachbereichsleiter für soziale Leistungen am Landratsamt, zählen zudem immer mehr Selbstständige zu den Klienten des Jobcenters Augsburger Land. Dort rechnet man für das laufende Jahr mit rund 3350 Bedarfsgemeinschaften, die mit etwas mehr als 18 Millionen Euro unterstützt werden müssen.

Kurzarbeitergeld sorgt für Entlastung

Im Sommer waren die Prognosen laut Geldhauser noch deutlich pessimistischer. Doch die Verlängerung des Kurzarbeitergelds durch den Bund bis Ende 2021 sorgte zumindest für einen Aufschub und ließ die Arbeitslosenzahlen nicht wie ursprünglich befürchtet nach oben schnellen.

Bei den Ausgaben für die Sozialhilfe kann der Landkreis trotz gestiegener Sätze dank geringerer Fallzahlen sogar mit weniger Ausgaben kalkulieren. Hier geht die Landkreisverwaltung aktuell noch von 6,7 Millionen Euro aus, das ist ein Minus von 12,5 Prozent. Nur in einem Bereich ist ein deutlicher Zuwachs eingeplant: Bei den Beihilfen für Bestattungskosten kalkuliert die Verwaltung mit 55.000 Euro. Das ist mehr als der vierfache Wert des Jahres 2020.

Kreistag muss um vier Millionen Euro kürzen

Insgesamt will der Landkreis Augsburg im kommenden Jahr mehr als 310 Millionen Euro ausgeben. Weil in diesem und in den folgenden Jahren hohe Investitionen vor allem in die Schulen anstehen, die Regierung aber nur eine begrenzte Neuverschuldung erlaubt, müssen Ausgaben gekürzt werden. Nach derzeitigem Stand müssen die Kreisräte rund vier Millionen Euro aus den Entwürfen der Verwaltung herausstreichen.

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