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Gersthofen

01.10.2020

Corona verhindert Start des Gersthofer Silvesterlaufs

Der Silvesterlauf in Gersthofen 2020 wird coronabedingt abgesagt.
Bild: Oliver Reiser

Plus Warum der TSV Gersthofen den Silvesterlauf 2020 abgesagt hat und wo die Jahreshauptversammlung des größten Sportvereins im Landkreis stattfinden soll.

Seit 53 Jahren konnte man in Gersthofen am Vormittag des letzten Tages im Jahr den Knall hören, wenn der Startschuss zum Silvesterlauf abgefeuert wurde. Am 31. Dezember 2020 wird man vergeblich darauf warten. Der älteste Silvesterlauf in Deutschland, der seit 1967 ununterbrochen ausgetragen wurde, wurde abgesagt. "Wir haben lange und viel diskutiert und uns schließlich schweren Herzens zu diesem Schritt entschlossen", erklärt TSV-Präsident Hinrich Habenicht, der seit dem 50-jährigen Jubiläum die Verantwortung für die Veranstaltung trägt.

Es sei nicht möglich, die Hygienevorschriften aufgrund der Corona-Pandemie umzusetzen. Bei Hunderten von Teilnehmern - im vergangenen Jahr waren es knapp 1700 - und zahlreichen Zuschauern in der Sportarena und an der Strecke sah man keine Möglichkeit, eine sichere und dennoch entspannte Veranstaltung durchzuführen.

Hauptproblem des Silvesterlaufs in Gersthofen ist der Start

Lange hat man beim TSV Gersthofen überlegt. "Wir hätten die Teilnehmerzahl beschränken, keine Ehrungen in der Halle durchführen, keine Nachmeldungen annehmen, die Zuschauer im Ziel begrenzen, die Toiletten und Duschen geschlossen halten können, das wäre alles noch machbar gewesen", so Habenicht, obwohl eine Begrenzung auf 500 Teilnehmer natürlich auch die finanzielle Frage der Rentabilität aufgeworfen hätte.

Das Hauptproblem sahen die Verantwortlichen am Start. "Wenn 800 Läuferinnen und Läufer in der Startzone mit eineinhalb Meter Abstand stehen sollen, hätte die Schlange wohl bis zur Ludwig-Hermann-Straße gereicht", vermutet Habenicht. Auch der Flitzilauf, bei dem rund 100 Kinder mit ihren Eltern durch die Stadionrunde wuseln, wäre unter Corona-Bedingungen nicht machbar gewesen.

Beim 53. LEW-Silvesterlauf in Gersthofen waren insgesamt 1.658 Läuferinnen und Läufer am Start.
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Silvesterlauf Gersthofen 2019
Bild: Oliver Reiser

Hinrich Habenicht hatte die Organisation des Silvesterlaufes nach dem 50-jährigen Jubiläum zur Chefsache erklärt, nachdem die Gründerväter amtsmüde geworden waren. "Für mich war es eine gesellschaftspolitische Verpflichtung, weil der Silvesterlauf einfach zur Stadt gehört und immer für die Gersthofer Bevölkerung ein schöner Jahresabschluss gewesen ist", sagt er. Außerdem habe es ja auch Spaß gemacht, bilanziert er nach drei erfolgreichen Läufen. Deshalb hatte er auch schon seine Bereitschaft signalisiert, die Organisation bis 2025 zu übernehmen. Wer nach der Pause im Jahr 2021 für den Silvesterlauf zuständig sein wird, ist derzeit jedoch unklar. Denn am 27. Oktober soll ein neuer Präsident gewählt werden.

Es gibt Kandidaten für den ersten und zweiten Präsidenten

"Es gibt jetzt endlich Kandidaten für den ersten und den zweiten Präsidenten", verrät Habenicht. Die Namen seiner Nachfolger will er aber noch nicht verraten. Eigentlich sollte die Jahreshauptversammlung des TSV Gersthofen schon im März stattfinden, doch Corona verhinderte dies bis dato. Jetzt soll sie am 27. Oktober in der Stadthalle stattfinden. Problem: Laut Corona-Hygienevorschriften sind dort nur 125 Personen zugelassen. Und allein für die Ehrungen langjähriger Mitglieder stehen 69 Personen auf der Gästeliste. "Wenn am Ende zwei Leute mehr kommen und nicht rein dürfen, ist die ganze Versammlung ungültig", hat Habenicht schon einen Plan B im Kopf. Bei einer entsprechenden Rückmeldung der zu Ehrenden könnte man die Versammlung auch auf der Tribüne unter dem Zeltdach der Sportarena abhalten. "Da könnte es frisch werden", lacht Hinrich Habenicht.

Eigentlich wollte er sein Amt, das der 75-Jährige jetzt seit sechseinhalb Jahre ausübt, schon vor längerer Zeit niederlegen. Doch immer wieder musste er seine Amtszeit verlängern. "Ich finde es beschämend, dass sich bei 4000 Mitgliedern aus 15 Abteilungen bisher keiner bereit erklärt hat, ein Amt im Präsidium zu übernehmen." Was ihn ebenfalls stört, ist dass Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bezug auf die aktuellen Corona-Maßnahmen Sport und Großveranstaltungen als sekundär bezeichnete. Habenicht: "Das ist eine Unverschämtheit!"

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