Newsticker

Fast ganz Österreich und große Teile Italiens sind nun Corona-Risikogebiete
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Corona zum Trotz: Stadtkapelle Neusäß will in der Krise kreativ bleiben

Neusäß

16.10.2020

Corona zum Trotz: Stadtkapelle Neusäß will in der Krise kreativ bleiben

Die Stadtkapelle begeisterte im Sommer ihr Publikum mit zwei Standkonzerten im Freien..
Bild: Peter Igelspacher

Plus Es ist keine leichte Zeit für Kultur und Musik. Seit März hat auch die Stadtkapelle Neusäß zu kämpfen. Was bei der Mitgliederversammlung beschlossen wurde.

An einem Sonntagnachmittag Ende September konnte die Stadtkapelle Neusäß endlich wieder auftreten. Die Musiker hatten zu einem Picknickkonzert am Kobel eingeladen. Verschiedene Gruppierungen der Kapelle spielen im Freien eine Stunde lang, unterstützt werden sie vom neuen Alphorn-Ensemble. Nur die großen Abstände zwischen den Zuschauern und auch den Musikern erinnern an die momentane Situation. "Das war ein schöner, bayerischer Nachmittag unter weiß-blauem Himmel", erzählt die Vorsitzende des Vereins, Laurie Neumann-Oblinger.

Kleine Auftritte sollen die Kasse aufstocken

So rosig wie an diesem Nachmittag sieht es jedoch nicht aus für die Stadtkapelle. Der Verein mit insgesamt rund 200 Mitgliedern und 35 aktiven Musikern steckt vor allem finanziell in Schwierigkeiten. Seit dem Lockdown im März sind sämtliche Einnahmen durch Auftritte ausgefallen. "Wir haben da schon ein Loch", beschreibt Laurie Neumann-Oblinger die Situation. Der Betriebskostenzuschuss der Stadt fällt weg, trotzdem laufen Fixkosten weiter. "Das Volksfest in Neusäß musste dieses Jahr ausfallen - und damit unsere Haupteinnahmequelle.", bedauert die Vorsitzende. In Zukunft werde die Stadt versuchen, der Kapelle immer wieder kleine Auftritte im Freien zu ermöglichen, um mit Gagen die Vereinskasse etwas aufzustocken.

Seit dem Sommer können die Musiker wieder proben, natürlich nur in kleineren Gruppen von fünf bis 20 Personen. "Glücklicherweise haben wir einen großen Probenraum", freut sich Laurie Neumann-Oblinger. " Wir halten uns an die Auflagen des bayerischen Bläserverbands, also an Anwesenheitslisten, Pausen zum Lüften und so weiter." Die Corona-Beschränkungen seien auch der Grund, warum sich die Stadtkapelle erst mal nicht nach einem eigenen Dirigenten umsehen kann. Dafür wäre ein Probedirigat nötig, zu dem sich alle Musiker treffen und den Dirigenten 'ausprobieren' müssten.

Die Saison 2021 ist für die Neusäßer Stadtkapelle noch unklar

Neumann-Oblinger ist froh über die rege Beteiligung der Mitgliederversammlung. Viele Musiker wollten wissen, wie es mit ihrem Verein weitergeht. Die Saison 2021, die eigentlich mit einem Frühjahrskonzert beginnen soll, stehe aber noch in den Sternen. Ein Herbstkonzert Ende November, dass bereits in Planung war und von einem Projektdirigenten geleitet werden sollte, musste wegen der steigenden Infektionszahlen abgesagt werden. Die Vorsitzende überlegt: "Vielleicht können wir dieses Projekt im Dezember als Online-Konzert aufführen."

"Die Bedingungen sind schwer, aber wir tun, was wir können", betont Laurie Neumann-Oblinger. Sie wird weiter an verschiedenen Projekten arbeiten, um das Vereinsleben der Stadtkapelle Neusäß am Leben zu halten: "Wir bleiben kreativ!"


Lesen Sie dazu auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren