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Gemeinderat

24.10.2014

Damit es mit der Hilfe klappt

Wenn sich die Generationen gegenseitig helfen. In Biberbach soll ehernamtliches Engagement künftig über eine zentrale Koordinationsstelle unterstützt werden.
Bild: Friso Gentsch, dpa

In Biberbach soll ein Bürgerbüro eingerichtet werden, damit die ehrenamtliche Arbeit dort ankommt, wo sie benötigt wird. Derzeit unterstützen bereits Jugendliche Senioren. Doch es gibt noch mehr Angebote

Mit einer zentralen Koordinationsstelle möchte der Markt Biberbach künftig das ehrenamtliche Engagement seiner Bürger unterstützen und eine Kultur der Kooperation fördern. Das beschloss der Gemeinderat in jüngster Sitzung einstimmig.

Begeistert hatte Bürgermeister Wolfgang Jarasch dem Gremium von einer Veranstaltung der Schule für Dörfliche Entwicklung in Thierhaupten berichtet, die er gemeinsam mit dem Seniorenbeauftragten Alois Pfaffenzeller besucht hatte. Vier Gemeinden unterschiedlicher Größe stellten dort ihre Konzepte zur Bündelung sozialer Kräfte vor. Von ehrenamtlichen Helfern angebotene Hilfen für Mitbürger werden über eine Anlaufstelle zu denjenigen vermittelt, die genau diese Unterstützung brauchen. In den Gemeinden unterschiedlicher Größe haben sich verschiedene Strukturen entwickelt, in denen die Angebote gesammelt, organisiert und koordiniert werden. Überall begann die Arbeit aber in der Gemeindeverwaltung, wo eine entsprechende Stelle geschaffen worden war.

Überrascht habe die Aussage aller Modellkommunen, dass sich durch die gezielte Ansprache der Bürger und Organisationen so viele Freiwillige gemeldet hatten, dass jeder Bitte um Hilfe auch entsprochen werden konnte, berichtete der Seniorenbeauftragte. „So kann schnelle, unbürokratische Hilfe auf kurzen Wegen geleistet werden.“ Der Schlüssel dazu sei aber eine Anlaufstelle mit festen Öffnungszeiten, bei der alle Fäden des ehrenamtlichen Engagements zusammenlaufen, ist er überzeugt.

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Schon jetzt engagieren sich viele Biberbacher privat oder in Vereinen für ihre Mitbürger. Die Pfarreiengemeinschaft organisiert einen Krankenbesuchsdienst, die Jugend der Kolpingsfamilie reagiert schnell, wenn Senioren sich in Notfällen an Pfaffenzeller (FW) wenden. „Diese Einbindung der Jugend ist wichtig und soll unbedingt weitergeführt werden“, sind sich der Seniorenbeauftragte und Klaus Gerstmayr (CSU), Zweiter Bürgermeister und Biberbacher Kolping-Vorsitzender einig. Eine ganze Reihe von Bürgern hätten Zeit und würden gerne anderen helfen, wüssten aber nicht genau wie, berichtete Bürgermeister Wolfgang Jarasch von entsprechenden Anfragen.

Nicht nur das Abgleichen von Angebot und Nachfrage, auch rechtliche Fragen müssten im künftigen Bürgerbüro geklärt werden, betonte Pfaffenzeller. „Es muss sichergestellt sein, dass Bürger keine Nachteile erleiden, wenn sie helfen“, wies er auf die Frage der Versicherung hin. „Wer aus Gefälligkeit jemanden zum Arzt oder zum Einkaufen fährt, darf im Fall eines Unfalls nicht auf seinem Schaden sitzen bleiben“, so sein Anliegen.

„Wir müssen das Rad sicher nicht neu erfinden“, regte Gabi Mader (UFB) an, die Erfahrungen der anderen Kommunen zu nutzen. Als Behindertenbeauftragte unterstütze sie die Einrichtung eines Bürgerbüros als zuverlässige Anlaufstelle voll und ganz. „Das brauchen wir dringend“, ist ihr Appell zur zügigen Umsetzung. Auch im Rahmen der Arbeitskreise der Dorferneuerung sei der Wunsch nach einem Bürgerbüro mehrfach geäußert worden, erinnerte sie.

Davon, was aus bürgerschaftlichem und gemeindlichem Engagement werden kann, berichtete Sabine Duttler (UFB) nach einem Besuch der Gruppierung in der baden-württembergischen Gemeinde Eichstetten. Dort war auf Initiative des Bürgermeisters ein Verein entstanden, dem inzwischen fast alle Bürger angehören. Vom Seniorenwohnen in einem sanierten ehemaligen Gasthof über die organisierte Nachbarschaftshilfe bis zur Pflegestation für Demenzkranke werde dort alles geboten, was dafür nötig ist, dass die Bürger im Ort alt werden können, so Duttler. In Biberbach wird nun in einem ersten Schritt das Miteinander aller Bürger mit der Einrichtung eines Bürgerbüros unterstützt werden. Nach vielen Gesprächen zum Thema „ist es nun Zeit, die Hilfe auf offizielle Beine zu stellen,“ ist der Seniorenbeauftragte Alois Pfaffenzeller überzeugt.

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