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Kreissparkasse Augsburg schließt Filialen

18.03.2015

Darum stecken Banken  in der Klemme

Kreissparkasse Augsburg schließt neun Filialen, eine davon steht im Meitinger Ortsteil Herbertshofen

Chef-Volkswirt erklärt, weshalb es regionale Institute  besonders  schwer haben

Grußworte sind meist eine wenig spannende Angelegenheit. Nett sollen sie sein – und kurz, bevor es um die eigentliche Sache geht. Horst Schönfeld aber durfte ein kleines Stückchen weiter ausholen bei seiner Begrüßung für die Bürgermeister des Landkreises Augsburg. Schönfeld ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Augsburg und die bekam in den vergangenen Wochen von etlichen Rathauchefs Kritik zu hören. Grund ist die Ankündigung der Bank, jede vierte Geschäftsstelle im Landkreis zu schließen. Was also würde Schönfeld den Rathauschefs sagen?

Im Grunde dieses: Die Bank, die zu über 80 Prozent dem Landkreis Augsburg gehört, habe keine andere Wahl, als bei ihrem teuren Filialnetz den Rotstift anzusetzen. Schönfeld: „Unsere kleine übersichtliche Welt im Landkreis Augsburg ist ein klein wenig aus den Fugen geraten.“ Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank mache Sparkassen und Genossenschaftsbanken das Leben schwer, weil sie ihnen das Kerngeschäft verhagelt. Hinzu kämen als Folge der Finanzkrise, die nicht die Sparkassen verursacht haben, viele Auflagen. Und zu allem Überfluss kommt der Kunde immer seltener in seine Bank. Die Filialen,die jetzt dicht machen, werden nach Sparkassenangaben im Schnitt von weniger als 20 Kunden am Tag besucht. Angesichts dieser Rahmenbedingungen wollte das Bankmanagement nicht weiter abwarten, sagte Schönfeld.

Wie wichtig die Präsenz von Banken auf dem Land aber ist, zeigte eine Ankündigung. Auf Betreiben des Landkreises werden Sparkassen und Genossenschaftsbanken im Kreis Asylbewerbern Girokonten geben. Das soll die Auszahlung von deren Unterstützung erleichtern, die bislang über die jeweiligen Gemeindeverwaltungen abgewickelt wird - in bar.

Auch künftig wird den regional verwurzelten Sparkassen und Genossenschaftsbanken ein rauer Wind ins Gesicht wehen. Davon ist der Chefvolkswirt der Bayerischen Landesbank überzeugt. Mindestens bis 2019 blieben die Zinsen im Keller und drückten die Erträge weitzer , so Jürgen Michels vor den Bürgermeistern. Die Banken seien in der „Zinsklemme“, ihr Geschäftsmodell „im Moment abgeschafft“. Überwiegend durch Fusionen hat sich die Zahl der Sparkassen seit 1990 halbiert, die der Genossenschaftsbanken fast gedrittelt.

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