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Ustersbach

28.08.2020

Das Bräustüble in Ustersbach setzt auf kurze Wege und Tradition

Servicekraft Angela Müller (links), Koch Martin Weigl, Brauereichefin Stephanie Schmid und Pächter Thomas Hebenstiel stoßen gemeinsam im neu angelegten Biergarten in Ustersbach an.
Bild: Diana Zapf-Deniz

Plus Lieferanten aus dem Augsburger Land sind dem Koch in der Ustersbacher Wirtschaft sehr wichtig. In dem gut bürgerlichen Lokal dreht sich vieles ums Bier.

„Wir sind ein richtig alter Schuppen“, lacht die Inhaberin Stephanie Schmid der Brauerei Ustersbach und nippt an ihrem Espresso. Sie weiß viel über die kleine Gastwirtschaft, dem Bräustüberl Ustersbach, zu erzählen. „Das Haus hier steht schon über 280 Jahre. Doch die Wirtschaft von meinem Urahnen Wolf Schmid samt Braustätte entstand am 20. Juli 1599.“ Die dreifache Mutter und taffe Geschäftsfrau bildet die 13. Generation der „Schmid´schen Bierbrauerei Ustersbach“.

Ihr Pächter ist Thomas Hebenstiel. Den Koch kennt man im Landkreis gut, denn er ist in Horgau aufgewachsen und war einst in den Zech-Stuben in Deubach. Schmid und Hebenstiel sind ein synergetisches Gespann und haben das Bierbrettle entwickelt, das sie bis nach Italien verkaufen. Damit werden vier beliebte verschiedene Biersorten je nach Jahreszeit in 0,1 Liter Gläsern serviert. „Für den Topfgugger haben wir uns ein Wildgericht ausgesucht, denn Wild wird bei uns gerne gegessen und steht regelmäßig auf der Tageskarte“, weiß Hebenstiel und gibt noch frischen Schnittlauch auf das Gulasch vom Damhirsch. Das Fleisch beziehen sie vom ortsansässigen Jäger Peter Pachinger.

Fisch aus Horgau, Fleisch und Wurst aus Gessertshausen

Generell sind dem Koch Lieferanten aus dem Augsburger Land wichtig. Fisch bezieht er von der Forellenzucht Mair aus Horgau, Fleisch und Wurst von der Landmetzgerei Dichtl aus Gessertshausen, das Treber Brot von der Bäckerei Miller aus Edelstetten, Eis aus Bocksberg und die Spirituosen natürlich direkt vom Nachbarn, der Destillerie Zott sowie Wein von Kurzweil aus Langenneufnach. Kurze Wege und alles frisch. In der regulären Speisekarte, die während der Corona-Zeit nicht aufgelegt wird, finden sich viele Informationen rund um das Bier und das Wirtshaus. So erfährt man zum Beispiel, dass die Cenosillicaphobie die Angst vor einem leeren Bierglas ist und das Bier durch einen Zufall vor über 6000 Jahren in Mesopotamien entstand. Doch das hört und liest man gerade in Bayern nicht so gerne und mit Sicherheit hatte es nicht den Geschmack der Biere, die auf dem Reinheitsgebot basieren.

Bierpfännle und der Zwiebelrostbraten sind der Renner

Angela Müller ist seit vielen Jahren im Service tätig und weiß genau, was bei den Gästen gut ankommt: „Das Bierpfännle und der Zwiebelrostbraten sind der Renner.“ Von der Vorspeise bis zur Nachspeise gibt es immer wieder Gerichte mit Bier. Das beginnt mit der Biercremesuppe bis hin zur süßen Weissbiercreme. Neu in diesem Jahr ist der Biergarten mit Selbstbedienung auf der gegenüberliegenden Straßenseite. „Hier bieten wir von Brotzeiten über Spareribs und Pulled Pork Burger eine breite Palette“, berichtet der Pächter. Das Bräustüberl Ustersbach liegt direkt am Witaquelle Radweg im Naturpark Augsburg - Westliche Wälder. „Radler kehren bei uns gerne ein. Mittags kommen aber auch gerne Arbeiter und Senioren zum Essen“, freut sich Müller. Die kleine Gemeinde Ustersbach mit ihren knapp 1200 Einwohnern liegt 25 Kilometer westlich von Augsburg direkt an der Bundesstraße 300 und inmitten wunderschöner Landschaft. Aktuell gibt es in Gessertshausen aufgrund der Erneuerung von zwei Hochwasserdurchlässen eine Umleitung über Fischach nach Ustersbach.

Eine Spezialität des Bräustüble´s in Ustersbach sind Wildgerichte, wie hier das Gulasch vom Damhirsch mit Semmelknödel und Blaukraut.
Bild: Diana Zapf-Deniz

Viel Glas und Holz im Gasthaus Bräustüble in Ustersbach

In dem gut bürgerlichen Lokal, das von außen traditionell schwäbisch aussieht, vermutet man nicht unbedingt eine moderne Inneneinrichtung. Der alte Steinboden und die schweren Holzbalken an der Decke sind so belassen, wie sie früher waren. Doch Theke, Möbel und Stilelemente sind echte Hingucker. Viel Glas und Holz lassen den Raum urig und chillig zugleich wirken. An der Theke sitzt man gemütlich um die Zapfanlage und die großen Fässer stehen in einer gläsernen Vitrine. Erst vor sechs Jahren wurde das Bräustüberl von den Österreichern „Innenraumdesign“ renoviert, auf deren Seite man einen herrlichen Einblick in das Gasthaus bekommt.

Weitere Teile unserer "Topfgugger"-Serie finden Sie hier:

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