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Gessertshausen

13.02.2020

Das Ende des Engelshofs ist nun besiegelt

In der Waldgaststätte Engelshof bleibt die Küche künftig kalt. Im Gemeinderat Gessertshausen ging es nun um die Nutzungsänderung der Pächterwohnung der Gaststätte zu einer Herberge für Monteure. 
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Plus Seit Dezember ist klar: Als Gaststätte wird es den Engelshof nicht mehr geben. Bei der künftigen Nutzung haben einige Gemeinderäte aber Bedenken.

Die Zukunft des Engelshofs war jetzt Thema bei der letzten Sitzung des Gemeinderats in Gessertshausen. Als Ende des Jahres veröffentlicht wurde, dass das Besitzerehepaar des Engelshofs die Waldgaststätte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiter betreiben kann (wir berichteten), war das eine traurige Nachricht für viele Wander- und Naturfans. Seit vielen Jahrzehnten war der allein stehenden Hof mitten in den Westlichen Wäldern jedes Wochenende Anlaufstation für viele Ausflügler. Der Gessertshauser Gemeinderat beschäftigte sich nun mit der Frage, wie das Gebäude künftig genutzt wird.

In der Waldgaststätte Engelshof bleibt die Küche künftig kalt. Das Betreiber-Ehepaar Wolf hat das beliebte Ausflugslokal aus gesundheitlichen Gründen geschlossen. Das Eingangsportal stammt noch Original aus dem 18. Jahrhundert.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

In der jüngsten Sitzung ging es um die Nutzungsänderung der Pächterwohnung der Gaststätte zu einer Herberge für Monteure. „Eigentlich war das Thema bei uns gar nicht umstritten“, erklärte Bürgermeister Jürgen Mögele im Nachgang. Aus der Verwaltung sei die Empfehlung gekommen, den Planungen zuzustimmen. Tatsächliche Umbauarbeiten seien nur im Inneren der Gaststätte nötig, ein weiterer Grund für den Gemeinderat, grünes Licht zu erteilen.

Mehrere Zimmer im Engelshof stehen für Übernachtungen zur Verfügung

Bürgermeister Mögele betonte außerdem, dass es im Engelshof bereits zwei genehmigte Ferienwohnungen gebe und das Innere schon seit einiger Zeit so eingerichtet sei, dass mehrere Zimmer für Übernachtungsgäste zur Verfügung stehen. Die Zustimmung des Gemeinderats scheint in seinen Augen eine Formalität gewesen zu sein. Allerdings fragten einige Gemeinderäte in der Sitzung kritisch nach: Bisher war es ein Alleinstellungsmerkmal des Hofs, dass man das Gebäude nicht mit dem Auto erreichen konnte. Nur mit Ausnahmegenehmigungen durfte man auf den Waldwegen fahren.

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Mögele erklärte allerdings, dass auch die Staatsforsten schon Zustimmung signalisiert hätten und die Besitzer wahrscheinlich sowieso ausreichend „Benutzungsplaketten“ für die Fahrt durch den Wald zur Verfügung hätten. Er betonte aber: „Die Gemeinde ist aber nicht dafür zuständig, dort Schnee zu räumen.“

In der Sitzung kamen Bedenken auf

Außerdem wurde der Brandschutzaspekt im Gemeinderat angesprochen. Auch für die Feuerwehr ist der Engelshof eher abgelegen und in der Sitzung kamen Bedenken auf. Trotzdem wurde der Nutzungsänderung letztendlich mehrheitlich zugestimmt. Der Beschluss geht jetzt mit der Empfehlung, Brandschutzmaßnahmen zu überprüfen, an das Landratsamt.

Die ganzen Formalitäten rücken die eigentliche Nachricht allerdings in den Hintergrund: Das Ende des Engelshofs als Gaststätte ist fürs Erste sicher. Es wird auch keine Pächter geben, die die Gastronomie weiter betreiben. Nach schlechten Erfahrungen käme das für sie nicht mehr in Frage, erklärte die Besitzerin im Dezember gegenüber unserer Zeitung. (mit rusi)

Die Waldgaststätte Engelshof bei Gessertshausen ist komplett eingeschneit. Den viereinhalb Kilometer langen Forstweg bis zur Straße muss Betreiberin Heike Werner selbst räumen.
Bild: Heike Werner


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