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08.06.2009

Das Fieber heißt "Salsa"

Gersthofen/Stadtbergen Das Wetter am Wochenende weckte keine Sommergefühle - draußen war es ziemlich kalt, doch beim ersten internationalen Salsafestival in der Region ging es richtig heiß her. So bei der Eröffnungsparty im Bürgersaal in Gersthofen, so bei den Workshops und beim großen Galaabend in der Stadthalle in Gersthofen.

Eingeladen waren mehr als 25 internationale Tänzer, Lehrer und Choreographen der besten Kategorie. Drei Tage lang sprachen alle eine multikulturelle Sprache - temperamentvolles Salsa. Super Mario und Leon Rose aus London, Alfredo Torres aus Cuba, oder Nuna und Vanda aus Portugal, Jerry Cothias aus Paris, viele Salsatrainer und DJs, darunter auch Deutsche, versammelten sich zu diesem einmaligen Ereignis. Zahlreiche Workshops wurden für Anfänger und Fortgeschrittene auch mit anderen Tanzstilen angeboten.

Sind Sie sicher, dass Sie genau wissen, was Salsa ist? Eine spanische Sauce? Eine lateinamerikanische Musikrichtung? Die Abkürzung für den Syria Accountability and Lebanese Restoration Act? Salsa ist ein heißeer Tanz, gleichzeitige Begegnung von Körper, Seele und Herz.

Kein anderer Modetanz hat in den letzten Jahren eine derart steile Erfolgskurve aufs Parkett gelegt. Salsa weckt Sehnsüchte nach der Karibik, bringt fremde Kulturen zueinander, zieht Männer auf die Tanzfläche, die bisher immer zwei linke Füße hatten und treibt Latinos auf die Palme mit der Frage, welcher Stil denn nun der einzig Wahre sei.

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Für manche ist Salsa aber doch eine Sauce, eine besondere Sauce. Jerry Cothias, der aus Paris kommt, aber in Haiti geboren ist, meint, dass Salsa den Geschmack ins Leben bringt. Als Trainer und Tänzer der Salsabor Dance Company unterrichtet er afro-karibische Tänze. Der Tanzstil beruht auf einem Prinzip: Fühle die Musik und reagiere spontan mit Bewegungen deines Körpers und deinem eigenen Stil.

So ein Festival besucht er nicht zum ersten Mal: "Das ist für mich die Möglichkeit, meine Faszination mit anderen Menschen zu teilen und diese Kultur weiterzuverbreiten." Salsa ist schon überall in der Welt sehr populär, sagt Organisator Philippe Dossou.

Er brauchte für die Vorbereitung des Festivals ein ganzes Jahr. Und das war nur mit Hilfe der aufrichtigen Liebe und der Sehnsucht nach Salsa vieler passionierter Tänzer möglich. "Ein Jahr war mein Koffer mein Büromobil. Aber das habe ich gerne gemacht. Wir haben das nicht wegen des Geldes organisiert, sondern um Leute zusammenzubringen und Spaß zu machen. Leute interessieren sich dafür, aber was in Augsburg angeboten ist, war zu monoton. Wir wollten etwas Neues auf die Salsabühne Augsburgs bringen. Viele Freunde haben das mit freiem Willen mitgemacht und unterstützt."

Das Salsafestival baut eine multikulturelle Gesellschaft. Organisator Philip Dossou, der ursprünglich aus Afrika stammt, lange Zeit in Paris lebte und schon seit 1995 in Deutschland sein Zuhause hat, sagt: "Deutschland ist heutzutage nicht mehr nur für Deutsche alleine... Wir sind alle Deutsche geworden. Trotzdem versuchen wir, hier in Deutschland unsere ursprüngliche Kultur zu suchen und zu finden."

In Salsa sei alles drin: spanische, afrikanische, lateinamerikanische Musik. Und sehr interessant sei, auf welche Art jeder Mensch etwas Eigenes in Salsa integriere.

Salsa ist keine Tanzrichtung, die an ein bestimmtes Alter oder an eine besondere Bewegungsfähigkeit gebunden ist. Marta, in Italien geboren und aufgewachsen, unterrichtet seit 2001 Salsa in Augsburg: "Man muss die Musik mögen, Spaß am Tanzen und ein Rhythmusgefühl haben sowie sich für die Kultur interessieren, die da drin steckt. Das ist kein anstrengender Tanz, der eine Voraussetzung braucht. Jeder kann das machen und man kann auch relativ spät damit anfangen".

Wichtig: Man sollte sich ein Paar spezielle Schuhe zulegen. Das Besondere an den Schuhen ist die Sohle, die aus Chromleder besteht. Das Chromleder passt sich besser an den Boden an und rutscht nicht, wie normale Straßenschuhe.

Für Mena ist Salsa kein Tanz, sondern ein Lebensgefühl

Mena aus Augsburg tanzt Salsa seit über vier Jahren, übt jeden Tag ein bis drei Stunden und verbindet so Fitnesstraining mit guter Stimmung: "Wenn ich die Musik höre, dann bewege ich mich einfach. Ich kann nicht stehen bleiben. Das ist Lebensluft für mich." Sie war vom Festival begeistert und lernte in der Zeit viele neue Figuren und Salsarichtungen kennen.

Ursprünglich hatte Salsa eine wichtige Funktion zum Finden eines geeigneten Partners und zur Eroberung einer Frau. Bernadette Wöhrl, die Veranstalterin: "Viele Leute lernen sich beim Salsatanzen kennen und heiraten dann. Und manchmal wechselt man auch den Partner, wie beim Tanzen so auch im Leben. Wer alleine kommt, muss nicht alleine wieder gehen …"

Über 35 Stunden Workshops, drei volle Tage Party, Tanz und Shows, mehr als 120 Tänzer, Lehrer, Choreographen und DJs, als Höhepunkt ein toller Gala-Abend mit atemberaubendem Showprogramm im großen Saal der Stadthalle Gersthofen. Über 350 Besucher kamen, um sich bis 3 Uhr nachts den heißen Rhythmen des Salsa hinzugeben.

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