Das Gesicht in der Masse

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Kommentar Von Maria Heinrich
31.08.2018

Wir sehen nur noch die Asylbewerber, nicht die Menschen und die Schicksale dahinter. 

Vor Kurzem erst wurden 46 Afghanen von München aus nach Kabul abgeschoben. Jeder von ihnen mit einem eigenen Schicksal, einem eigenen Namen und einem eigenem Gesicht. Einer von ihnen kam aus Gersthofen.

Was diese Menschen erlebt haben, können sich nur noch die wenigsten Deutschen wirklich vorstellen: das Leid in der Heimat, die Trauer, die Familie zurückzulassen, die Anstrengungen der Flucht. Sie suchen in Deutschland Sicherheit und einen Neuanfang. Doch als Afghanen stehen sie hier vor großer Ungewissheit. Denn die Chance zu bleiben, ist gering. Bei jedem Blaulicht und jeder Sirene fürchten sie, dass die Polizei kommt und sie mitnimmt. Diese Ungewissheit ist für sie kaum auszuhalten. Sitzen sie erst mal im Abschiebeflugzeug, geht es eben nicht nach dem Urlaub zurück nach Hause. Für viele von ihnen steht in der Heimat das Leben auf dem Spiel.

Nehmen wir uns die Zeit, um die Geschichte eines Betroffenen kennenzulernen, merken wir, wie abgestumpft wir werden. Wir sehen nur noch die Asylbewerber, nicht die Menschen und die Schicksale dahinter. Das ändert sich erst, wenn jeder von ihnen wieder eine Geschichte, einen Namen und ein Gesicht bekommt.

Den Bericht zu diesem Kommentar lesen Sie hier.

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