Newsticker
Kassenärzte erwarten Aufhebung der Impf-Priorisierungen im Mai
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Das Hauptgericht des Abends: Honig

Gessertshausen

03.11.2019

Das Hauptgericht des Abends: Honig

Honigliebhaber Doris und Jörg Gässl waren aus Steppach gekommen und nahmen an der Degustation teil.
Foto: Kaiser-Wiatrek

In Gessertshausen bietet der Imkerverein einen süßen Abend an. Die Geschmacksrichtungen gehen vom „ersten Regen nach einem Frühlingstag“ bis zu „alten Büchern“.

„Süßes oder Saures“, so lautet die gängige Aufforderung an Halloween, verkleidete Kinder mit Süßigkeiten zu erfreuen. Süßes und Saures wurde am Halloweenabend auch bei der Honigverkostung des Imkervereins Gessertshausen angeboten. Hier gab es zunächst eine herrliche Kürbiscremesuppe. Genau die richtige Grundlage für die anschließende – sehr süße – Honigverkostung.

Imker Rainer Bickel aus Wehringen hatte neun verschiedene Honigsorten aus Deutschland mitgebracht. Unter seiner kompetenten Anleitung sollten Imker sowie viele Honigliebhaber lernen, die verschiedenen Sorten mithilfe eines Aroma-Rads zu beschreiben, einzuordnen und letztlich auch einzelne Sorten zu erkennen. Somit ließ der Fachmann alsbald die Honiggläser in die Runde der Gäste gehen. „Der Herbst ist die Zeit, in der der Honig in Fässern und Gläsern ist“, sah Bickel genau den richtigen Zeitpunkt für diese außergewöhnliche Degustation gekommen.

Viel Spaß in der Welt des Honigs

Es machte sichtlich allen Teilnehmern Spaß, in höchst launiger Runde zu sitzen und sich in die Welt des Honigs zu begeben. Dabei wurde schnell klar, in welch vielfältigen Arten Honig auf dem Frühstückstisch stehen können. Jeder Honig-liebhaber konnte somit trotz unterschiedlicher Geschmacksintensitäten und -vorlieben seinen ganz persönlichen Lieblingshonig finden.

Getestet wurden die Honigsorten auf Farbe, Geruch, Konsistenz und das Mundempfinden. Ziel war es, den zu verkostenden Honig bestmöglich zu beschreiben. Mit dem nötigen Ernst, aber auch mit Spaß an der Sache, machte man sich schließlich ans Werk. Dabei wurde schnell klar, dass die Aufgabenstellung gar nicht so leicht war. Die Honigfarbe ließ sich am besten bestimmen, wenn mehrere Honigsorten zugleich auf dem Tisch standen. Von „fast weiß“ bis „dunkelbraun“ waren alle Farbschattierungen vorhanden.

Dreimal tief einatmen

Der Geruch sei am besten direkt nach dem Öffnen des Honigglases feststellbar, half Bickel und riet, dreimal tief dabei einzuatmen. Auch die Konsistenz sei völlig verschieden. Von flüssig über schwer fließend bis zähfest oder gar hart, war diese noch relativ leicht zu bestimmen. Die Bestimmung der Mundempfindlichkeit dagegen war dann wieder völlig der ganz persönlichen Wahrnehmung geschuldet.

Mag man es lieber glatt und flüssig, cremig oder grießelig? „Gar nicht so einfach“, waren sich Honigliebhaber und Fachleute schnell einig. „Je öfter man es macht, desto geläufiger wird es“, erklärte Bickel. Er forderte auf, die Honigsorten gerne auch mit ganz eigenen kreativen Benennungen zu beschreiben. „Es ist keine Prüfung, Sie machen die Honigprobe nur für sich“, ermunterte er. Und so kamen neben den üblichen Beschreibungen wie cremig, aromatisch-süß, flüssig oder blumig-mild auch Bezeichnungen wie „der erste Regen an einem Frühlingstag“ oder gar „wie alte Bücher“. Einen jungen Vater erinnerte die Farbe einer Honigsorte an den Windelinhalt seines Juniors.

Gerade einmal eine Handvoll Frauen sind da

Große Freude an dem „süßen Abend“ hatten auch Doris und Jörg Gässl, die für diesen Abend extra aus Steppach gekommen waren. Dabei überraschte vor allem der Ehemann mit seinen Einschätzungen immer wieder. Sichtbar wurde aber auch, dass die Imkerei nach wie vor weitgehend männlich ist, denn unter den Teilnehmern befand sich gerade einmal eine Handvoll Frauen.

„Die Imkerei ist ein harter Job, bei dem schwere Lasten zu heben und tragen sind“, erklärte Bickel. Es würden sich aber immer mehr Frauen dafür interessieren und man suche hier Lösungen durch das Teilen von Waben und Bienenstöcken, die Gewichte zu reduzieren. Nach einer Stunde waren schließlich alle Sorten zu Bickels Freude verkostet und bewertet. Begeistert von diesem Abend waren alle Gäste, die neben interessanten Honigrezepten auch einiges an Fachwissen mit nach Hause nehmen konnten.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren