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Holzen

23.12.2020

Das Holzener Jesulein bekommt an Weihnachten ein Festtagsgewand

Dem Jesuskind in Holzen werden die goldbestickten Schuhe angezogen. Es erfordert Feingefühl und etwas Geduld. Unterstützung erhält Mesner Michael Durner (rechts) dabei von Robert Fetschele.
Bild: Elisabeth Zwerger

Plus Die Jesusfigur in der Klosterkirche wird zehnmal im Jahr entsprechend dem liturgischen Kalender umgezogen. Warum dafür zwei Personen nötig sind.

Ein violetter Mantel für den Advent und die Fastenzeit, ein prunkvolles Festtagskleid in Weiß-Gold für Weihnachten und Ostern oder ein mit Blumen besticktes Kleid für den Marienmonat: Für das Jesulein aus Holzen gibt es einen wertvollen Garderobenfundus mit alten, barocken Kleidern, Mänteln, Schuhen, einem Haarreif und Krönchen. Das Umziehen erfordert einiges an Feingefühl.

Entdeckt hat die kunstvollen Gewänder Mesner Michael Durner in einem Karton kurz nach seinem Amtsantritt im März, als er den Dienst von den Franziskanerinnen übernommen hatte. Und so trägt das Holzener Jesulein seit dem Frühjahr - nach mehr als 50 Jahren - wieder der Liturgie im Jahreskreis entsprechende Kleidung. Sein ständiger Platz ist in einem Glasschrein auf einem Seitenaltar gegenüber des Eingangs der Klosterkirche.

Violettes Mäntelchen im Advent

In den vergangenen Wochen kleidete das göttliche Kind ein violettes Mäntelchen, wie es sich im Advent gehört. Am Vormittag des Heiligen Abends wartet auf den Mesner noch eine ganz besondere Arbeit: Die Garderobe des Jesuleins wird gewechselt, denn am Hochfest Weihnachten soll es im weiß-goldenen Prunkkleidchen strahlen. "Der Kleiderwechsel ist aufwendig und erfordert zwei Personen“, erzählt Michael Durner, "die Konstruktion mit Podest und Halterungsstab hat es in sich.“ Man müsse sehr vorsichtig und behutsam vorgehen – nicht nur wegen der Kleidung. Auch die hölzerne Figur sei nicht weniger kostbar und vor allem sehr alt.

Das Jesulein von Holzen im Advent mit violettem Mantel.
Bild: Monika Matzner

Im Kirchenführer (7. Auflage) wird über dessen Herkunft berichtet: "Die Klostertradition identifiziert die Figur mit jenem Christkind, das die Äbtissin Margarethe von Neuenegg von einer in den Konvent eingetretenen Mechthild Kernin aus Wasserburg erhalten hatte und im Jahr 1647 nach Holzen kam.“

Generell waren Puppen oder Jesuskind-Figuren in Frauenklöstern nicht ungewöhnlich, erfährt man bei Klosterführungen. Früher traten Mädchen oft schon mit zwölf Jahren ins Kloster ein und hatten häufig solche "Trösterlein“ im Gepäck – unter anderem, um den Abschied von Eltern und Geschwistern zu erleichtern. Die Puppen wurden von den Mädchen und jungen Novizinnen mit Kleidern und Accessoires ausgestattet und innig geliebt.

Hier entnimmt der Mesner der Klosterkirche Holzen ganz vorsichtig das prunkvolle Festkleidchen, das das Jesulein in der Weihnachtszeit trägt. Dazu zieht er zum Schutz des wertvollen Gewandes Handschuhe an.
Bild: Elisabeth Zwerger

Zurück zur Gegenwart: Zehnmal im Jahr wird das Jesulein den Farben des liturgischen Kalenders entsprechend umgezogen. Ganz besonders an Weihnachten steht das göttliche Kind im Blick. Dann werden in der Klosterkirche nicht nur Christbäume und Kerzen strahlen, sondern auch das Jesulein mit "neuer alter“ prachtvoller Festtagsgarderobe. Es soll unterstreichen: Die Weihnachtsbotschaft verdient feinstes Gewand.

Info: Die Klosterkirche ist täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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