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Auftritt I

29.04.2015

Das Konzert als Generalprobe

Entspanntes Lächeln zum Applaus nach der ersten Hälfte: Dirigent Markus Peter und seine Mannschaft haben die Stücke fürs Examen gemeistert.
Bild: Michael Daum

Die Harmoniemusik Welden überzeugt mit einem besonderen Programm. Warum Dirigent Markus Peter so viel Einsatz zeigt

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. So stand das Frühjahrskonzert der Harmoniemusik Welden ganz im Zeichen der für Mitte Mai angesetzten Diplomprüfung von Dirigent Markus Peter. Zu seinem Examen auf Schloss Kirchheim will Peter mit dem Blasorchester der Harmonie antreten. Eine „Generalprobe“ war der Abend auch deshalb, weil die beiden Formationen Blasorchester und Jugendorchester inzwischen zu einem großen Ganzen verschmolzen sind.

Es ist ja nicht gerade unproblematisch, wenn „Jungspunde“ und „alte Hasen“ so in einen Topf geworfen werden. Das Ergebnis im Holzwinkelsaal konnte aber rundum überzeugen: Das über dem Frühjahrskonzert schwebende Examen, eine große Herausforderung gerade für die jüngeren Musiker, spornte alle zu neuen Höchstleistungen an.

Julia Nieberle, die in gewohnt charmanter Weise durch das Programm führte, lobte Dirigent Peter für seine inspirierende Probenarbeit und verglich ihn gar mit Gott Jupiter, dem „Überbringer der Freude“, zugleich ein zarter Hinweis auf das Einstiegsstück „Jupiter-Hymne“ von Gustav Holst.

Beim vielseitigen Repertoire konnten einem vor Begeisterung und bei dem lauten Applaus dann schon mal „die Hände oder die Ohren abfallen“. Weit konnten die nicht fallen, dazu war es viel zu eng, sowohl auf der Bühne als auch im Publikum. Eine Minute Beifall für den Dirigenten, bevor’s überhaupt losging – mit so aufgeladenen Batterien konnte im schwierigeren ersten Teil fast nichts mehr schiefgehen.

Nach dem Jupiter die Weltpremiere: Prokofjews Ballettmusik „Tanz der Ritter“ aus „Romeo und Julia“ wurde von Markus Peter extra zum Examen in einer Fassung für Klavier und Blasorchester arrangiert. Das Stück erklang überraschend neu, ganz ohne Streicher und doch so, als wäre alles von vornherein so gedacht gewesen.

Kunstvoll verwobene Klangteppiche, dazu mal sanfte Arpeggien vom Klavier, mal drohendes Donnergrollen der sechs Schlagwerker, immer wieder überraschende Harmoniewechsel, immer zwischen tiefer Ruhe und großem Drama: „On This Bright Morning“ von Dave Malanka wühlte auf und verklang zum Schluss doch noch sanft und harmonisch.

Der erste Teil der „Armenien Dances“ von Alfred Reed forderte einmal mehr virtuose Höchstleistungen. Das Publikum durfte hier vor der Pause zehn Minuten lang eintauchen in die musikalische Welt des Balkans, gesehen durch die Brille des amerikanischen Blasmusik-Großmeisters.

Nach der Pause konnten Dirigent und Orchester es dann etwas lockerer angehen lassen. Die Melodien wurden eingängiger, der Rhythmus teilweise gepfeffert. Von der zehnteiligen „New York Ouvertüre“ des holländischen Komponisten Kees Vlak bis hin zu den Zugaben, darunter eine Revue aus dem Film „Blues Brothers“, wurde im Saal auch schon mal gerne mitgewippt. Na, dann alles Gute zur Feuertaufe am 13. Mai in Schloss Kirchheim!

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