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Gessertshausen

20.05.2019

Das Naturpark-Haus zeigt die ganze Welt der Bienen

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4 Bilder
Interessant: das Modell einer Arbeitsbiene. Sie besticht durch ihre hohe Effizienz.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

„Die Vielfalt der Bienen“ heißt eine Präsentation in Oberschönenfeld.  Die Besucher erfahren alles über fleißige Honiglieferanten und bequeme Kuckucksbienen.

Wenn von Bienen die Rede ist, denken viele nur an die Honigbiene. Neben ihr gibt es aber allein in Deutschland knapp 600 Wildbienenarten, davon 506 in Bayern. Die Sonderausstellung im Naturpark-Haus in Oberschönenfeld präsentiert bis einschließlich 28. Juli diese breite Palette. Zudem weist sie darauf hin, dass blütenbesuchende Insekten eine bunte Vielfalt an Nahrungs- und Lebensbedingungen benötigen.

Doch damit steht es längst nicht mehr zum Besten. Rund 50 Prozent aller Wildbienenarten sind in ihrem Bestand gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Dabei wird von ihnen Zweidrittel der Bestäubungsleistung erbracht.

Bienen zeigen sich als wahre Baumeister und Tapezierer

Zunächst geht die Ausstellung allerdings auf die breite Skala der Wildbienen ein. Neben der Honigbiene verweist sie auf die großen, aber friedlichen Hornissen, auf Woll- und Blattschneidbienen, die sich als wahre Baumeister und Tapezierer erweisen, auf die Mauerbienen, typische Röhrenbewohner, und auf die gemütlich-dicken Blütenbesucher im bunten Pelz – die Hummeln.

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Anschaulich wird informiert, dass der Großteil der Wildbienen-Arten nicht in oberirdischen Hohlräumen, sondern unterirdisch im Boden nistet. Das heißt: Diesen Insekten kann mit dem Aufstellen von sogenannten „Bienenhotels“ nicht geholfen werden. Sie brauchen offene Bodenstellen, möglichst in sonnigen Lagen.

Bienen sind giftiger als Hornissen

Die Präsentation räumt auch mit dem weitverbreiteten Vorurteil über die Gefährlichkeit und Angriffslust der Hornissen auf. „Grundsätzlich stechen diese Tiere nur dann, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihr Nest verteidigen“, ist auf einer Tafel zu lesen. Der Stich einer Wespe oder Hornisse sei nicht gefährlicher, als der einer Honigbiene. Im Gegenteil: Das Gift der Bienen hat eine 1,7 bis 15-fach höhere Wirksamkeit als das Gift der Hornisse.

Weiter verdeutlicht die Ausstellung, dass nicht alle Insekten den typischen Bienenfleiß an den Tag legen. Etwa ein Viertel der heimischen Wildbienen sind „Kuckucksbienen“: Sie bauen selbst keine eigenen Nester und sammeln auch keinen Nahrungsvorrat für ihr Nachkommen. Stattdessen legen sie ihre Eier in fremde Nester anderer Bienen. Eindringlich wird im Naturpark-Haus auf die Gefahr für die Wildbienen hingewiesen. 

Aufgrund des Rückgangs ihrer natürlichen Lebensräume, wie unberührte Au- und Mischwälder oder auch Streuobstwiesen, sind die Bienen stark gefährdet. Hinzu kommen die zunehmende Flächenversiegelung, Monokulturen sowie der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden. Dadurch finden die Tiere immer weniger Nistplätze und Nahrungspflanzen. Nicht dienlich sind zudem die üblichen „aufgeräumten“ Gärten.

So sieht ein insektenfreundlicher Garten aus

Hier setzt der Appell an die Besucher ein, einen insektenfreundlichen Hausgarten anzulegen. Als Beispiele dafür sind offene Pflasterfugen, Totholz, markhaltige Stängel, Laub, alte Dachziegel, Trockenmauern, Sand, offene Bodenstellen und eine bunte Blumenwiese zu sehen. Dort können Wildbienen sich ansiedeln, finden Nistmöglichkeiten und Nahrungsquellen.

Ergänzt wird die überwiegend aus großen Infotafeln bestehende Postierung mit einem Schaukasten über heimische Wildbienenarten, geeigneten Nistkästen und Insektenhotels, einem Hornissennest, dem Modell einer Arbeitsbiene, einer Imkerausrüstung sowie einer Bücherecke zum Thema Bienen für die kleinen Besucher. „Mit der Ausstellung wollen wir sensibilisieren und anregen, für die Bienen neue Lebensräume zu schaffen, aber auch Bewusstsein schärfen für die Bedeutung, Probleme und Gefährdung der Insekten“, sagt Helga Sterzik-Wiebe, pädagogische Mitarbeitern beim Naturpark Augsburg Westliche Wälder.

  • Die Ausstellung „Die Vielfalt der Bienen“ ist bis einschließlich Sonntag, 28. Juli, zu besichtigen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Eintrittspreise: Vier Euro für Erwachsene, einen Euro für Kinder ab sechs Jahre.
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