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Kreis Augsburg

09.03.2015

Das Rätsel um den Ehering ist gelöst

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Vor einem Jahr fand Ulrich Reisch den Ehering von Ulrich Rossmann in den Räumen eines Diedorfer Lebensmitteldiscounters. Nun konnte Reisch dem 69-Jährigen aus Deubach den Ring wieder geben - seitdem sind sein Ring sowie der seiner Frau Gertrud wieder vereint.
Bild: Sabrina Reisch

Ulrich Roßmann hatte seinen Ehering vor einem Jahr beim Einkaufen verloren. Die Finder versuchten vergeblich, ihn zu kontaktieren. Dann stand dieser Artikel in der Zeitung.

Etwas aufgeregt und mit leicht zitternden Händen löst Ulrich Roßmann die rote Schleife. Sie ist um eine Schokorosinen-Packung gebunden, an ihr hängt sein Ehering. Über ein Jahr hat er ihn nicht mehr getragen – der Grund: Er hatte ihn beim Einkaufen verloren, inmitten eines Regals mit Schokorosinen. Über ein Jahr lang versuchten die Finder, ihn zu kontaktieren – vergebens. Erst dank des Suchaufrufs unserer Zeitung konnte der Ring nun seinem Besitzer zurückgebracht werden.

Entdeckt hatte den Artikel seine Frau Gertrud Roßmann. „Wir haben Tränen gelacht, als wir den Artikel am Morgen in der Zeitung gelesen haben“, erzählt die 65-Jährige. Zuerst wollte sie gar nicht glauben, dass es sich wirklich um den Ehering ihres Mannes handelte, doch die Gravur lies wenig Anlass zum Zweifel. Vor über einem Jahr verlor der Deubacher seinen Ring beim Einkauf in einem Diedorfer Discounter. Wo er ihn jedoch verloren hatte, war ihm gar nicht bewusst: „Wir durchsuchten bestimmt drei Mal das Auto und das Haus“, erinnert sich der 69-Jährige. Dass er ihn ausgerechnet beim Einkauf verloren haben sollte, daran habe er gar nicht gedacht. Auch das Fundbüro kam dem Ehepaar nicht in den Sinn. Irgendwann habe man dann die Suche aufgegeben und schrieb den Ring als unwiederbringlich verloren ab.

Nun, ein Jahr später, sitzt das Ehepaar mit Alexander Reisch auf ihrem schwarzen Ledersofa. Der 27-jährige Student hatte den Ring während seiner Arbeit im Discounter zwischen den Schokorosinen gefunden. Nachdem ihn weder im Laden noch im Diedorfer Fundbüro jemand abgeholt hatte (wir berichteten), nahm der die Suche selbst in die Hand. Auch er war überglücklich, den Ring nun endlich seinem Träger zurückbringen zu können. „Ich bin selbst erst seit kurzem verheiratet, da weiß man um den sentimentalen Wert eines Eheringes“, sagt der Lehramtsstudent.

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Vor einem Jahr fand Ulrich Reisch (links) den Ehering von Ulrich Rossmann in den Räumen eines Diedorfer Lebensmitteldiscounters. Nun konnte Reisch dem 69-Jährigen aus Deubach den Ring wieder geben.
Bild: Sabrina Reisch

Gertrud Roßmann serviert nun Kaffee, während sich Alexander und Ulrich unterhalten. Der 69-Jährige erzählt von seiner Arbeit, der er nach wie vor noch nachgeht, während ihm der Student aus Oggenhof von seinem Studium erzählt. Es ist ein Gespräch zwischen zwei Fremden, die sich auf Anhieb verstehen und die ein Zufall zueinander gebracht hat. Man lacht über die Tatsache, dass Ulrich Roßmann und Alexander Reisch nur ein paar Kilometer auseinander wohnen, der Ehering also eigentlich ganz nah bei seinem eigentlichen Besitzer war.

Ob Ulrichs Frau nun sauer auf ihn war, da er seinen Ehering nach so vielen Jahren verloren hatte? „Sauer darf ich gar nicht sein, ich habe meinen Ring ja selbst schon einmal verloren“, lacht Gertrud. Vor über 30 Jahren habe sie ihn mitsamt dem Putzwasser in den Abfluss gekippt. Daraufhin musste sie sich einen neuen anfertigen lassen. Daran dachten sie jetzt auch im Falle ihres Ehemannes. „Das hat sich ja jetzt erübrigt“, lächelt der 69-Jährige. (neks)

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