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Baugeschichte

18.07.2019

Das Rathaus braucht ein neues Dach

Das denkmalgeschützte Rathaus in der Ortsmitte von Dinkelscherben braucht ein neues Dach. Jetzt wurden die umfangreichen Bauarbeiten vorgestellt.

Das Gebälk des Gebäudes in Dinkelscherben ist fast 500 Jahre alt. Jetzt steht eine Sanierung an. Das Problem dabei: Die Verwaltung muss während der Bauarbeiten ausziehen

Als das Holz für den Dachstuhl des späteren Rathaus von Dinkelscherben im Wald geschlagen wurde, dachten die meisten Menschen noch, dass die Welt eine Scheibe sei. Erst mit Nikolaus Kopernikus änderte sich das Weltbild: Er stellte ein mathematisch-naturphilosophisches Modell vor, nach dem sich die Planeten einschließlich der Erde um die Sonne bewegen und sich die Erde um ihre eigene Achse dreht. Der Meilenstein der Astronomie der Neuzeit wurde 1543 erstmals publiziert – also in dem Jahr, als das Gebäude im Zentrum von Dinkelscherben ein Dach aufgesetzt bekam. Jetzt ist es in die Jahre gekommen und muss saniert werden.

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Die Dachkonstruktion soll nach den Plänen von Architekt Georg Hienle zwar erhalten bleiben. Aber teilweise müssen Schadstellen an Sparren und Pfetten in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege ausgetauscht oder durch neue Hölzer überbrückt werden. Eine Dämmung ist nicht vorgesehen. Dafür aber eine neue Dacheindeckung.

Um das Gerüst rund um das Verwaltungsgebäude während der Baustelle zu nutzen, könnte auch die Fassade einen neuen Anstrich erhalten. Erneuert werden müsse in Teilen die Heizung, erklärte Hienle in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats. Derzeit bringt die Anlage nur ungleichmäßig Wärme ins Haus.

Der Kosten für die große Rathaussanierung belaufen sich nach der Schätzung von Hienle auf 650000 Euro. Davon sind die Zimmerer- und Holzbauarbeiten mit rund 190000 Euro der größte Brocken. Wann die Sanierung beginnen soll, ist unklar. Für Gemeinderat Peter Kraus (Freie Wähler) wäre ein Start im Frühjahr 2021 realistisch. Der Marktgemeinderat entschied am Dienstag nur, dass etwas am Dach des denkmalgeschützten Gebäudes passieren muss. Helmut Steinherr vom gleichnamigen Ingenieurbüro für Baustatik erklärte die Dringlichkeit: Ein Einsturz sei zwar nicht zu erwarten. Aber es könne sich jederzeit bei einem Sturm Gebälk verschieben, was dann zu immer größer werdenden Wasserschäden führt. Bürgermeister Edgar Kalb sagte: „Dann besteht die Gefahr, dass ein Gebäudeteil von heute auf morgen gesperrt ist und die Verwaltung nicht mehr arbeiten kann.“ Apropos arbeiten: Während der Baustelle – Hienle rechnet mit einer Bauzeit von neun Monaten – kommt über den Dachstuhl ein Behelfsdach. Gleichzeitig müssten Teile der Verwaltung ausziehen. Kalb hakte nach: „Mit einem Sicherheitspuffer müsste das Haus also für ein Jahr geräumt werden. Es ist eine große Herausforderung, adäquate Räume zu finden.“ Beispielsweise könnten im Sitzungssaal vorübergehend Büros entstehen. Die Marktgemeinderäte könnten sich derweil im Pfarrsaal treffen.

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