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Landkreisaugburg/Gershtofen

26.03.2015

Das Ringen um die Unterkünfte

 Warum die Tiefenbacher-Stiftung  auf Holz-Fertighäuser für Asylbewerber setzt und wieso sie die Politiker in der Pflicht sieht

Von Gerald Lindner

Eine vierstellige Zahl an neuen Asylbewerbern wird wohl in diesem Jahr ins Augsburger Land kommen. Ob Gersthofen, Steppach, Stadtbergen oder Königsbrunn – im ganzen Augsburger Land werden derzeit Lösungen gesucht, um die Flüchtlinge unterzubringen. Eine Lösung bietet die gemeinnützige Tiefenbacher-Stiftung aus Gersthofen an: Holzhäuser, in denen die Menschen untergebracht werden. Doch diese Idee ist bislang im Augsburger Land schwer zu verwirklichen.

„Entstanden ist sie in Gesprächen mit dem Landratsamt“, erklärt Stiftungsvorsitzender Hugo Ulrich. Zweck der Tiefenbacher-Stiftung, die nicht nur in Gersthofen auf dem früheren Lomo-Hof großer Flächen besitzt, ist die Unterstützung von körperlich und geistig behinderten Erwachsenen. So zahlt die Stiftung unter anderem einmal im Jahr an das Fritz-Felsenstein-Haus. „Um das tun zu können, müssen wir einen Ertrag erwirtschaften.“ Denn das Stiftungsvermögen muss ja erhalten bleiben. Eine Methode, sich Erträge zu sichern, ist die Vermietung an nachhaltig verlässliche Mieter. „Und die öffentliche Hand ist der sicherste Mieter, den man sich vorstellen kann“, so Hugo Ulrich. So lasse sich die Unterstützung behinderter Erwachsender finanzieren und gleichzeitig werde den Flüchtlingen geholfen.

Sein Vorschlag umfasst die Unterbringung von Asylbewerbern in Holzhäusern. „Das sind im Grunde demontierbare Fertighäuser.“ Diese bestehen aus Massivholz und werden bei der Firma Bauer aus Neukirch am Bodensee gebaut, laut Firmenchef Jörg Bauer sind sie innerhalb eines Tages an Ort und Stelle aufgebaut. Auf der Homepage wirbt die Baufirma damit, dass es sich um „menschenwürdige, anforderungsgerechte und flexible Wohngebäude für Asylbewerber, Flüchtlinge und Obdachlose“ handelt – besser als Container, die ohnehin niemand will oder gar Turnhallen. Die Entscheidung für Holzhäuser drängte sich aus einem Grund auf, so Ulrich weiter: „Keine Baubehörde spricht eine zeitlich unbegrenzte Genehmigung für solche Unterkünfte aus.“ Somit scheiden Massivhäuser in Stein- oder Ziegelbauweise schon mal aus, nicht zuletzt wegen der Kosten.

In die emotionalen Diskussionen über die Unterbringung von Asylbewerbern will sich Hugo Ulrich nicht einmischen. „Hier ist die Politik gefordert. Man weiß, dass noch viele neue Flüchtlingen ins Land kommen werden. Die Politiker müssen sich da mal hinstellen, dass menschenwürdige Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden.“ Bisher herrsche hier das Floriansprinzip: Die Gemeinden zeigen auf andere Gemeinden, die angeblich weniger Flüchtlinge aufgenommen hätten.

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