Newsticker

Corona in Deutschland: Gesundheitsämter melden 7595 Neuinfektionen

Sicherheit

21.04.2015

Das Risiko fährt mit

Ob das alles so sicher ist? Wer die schönen Frühlingstage für eine Spazierfahrt mit dem Motorrad nutzt, sollte seine Schutzkleidung nicht vergessen. Denn die meisten Unfälle führen zu Verletzungen.

Mit dem Frühling erobern die Motorräder die Straßen. Das kann gefährlich sein

Die Sonne scheint, der Himmel klart auf, die Temperaturen steigen – ideale Bedingungen für eine Fahrt mit dem Motorrad. Doch mit dem Beginn der Motorradsaison steigen auch die Unfallzahlen. Erst am Samstag wurde in Gersthofen ein Mann schwer verletzt, weil ein Autofahrer sein Motorrad übersehen hatte(wir berichteten).

Ein bekanntes Problem, weiß Andrea Amador vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK): „Viele Motorradfahrer werden einfach übersehen. Manche haben ihre Sicherheitskleidung nicht an. Außerdem sind sie schnell unterwegs.“ Und dann passiert es.

Was dann zu tun ist, hat das BRK jüngst bei einem Erste-Hilfe-Kurs in Gersthofen gezeigt. Wie nehme ich den Helm richtig ab? Wie war noch einmal die stabile Seitenlage? Das Frühjahr ist für die knapp 17500 Motorradfahrer im Landkreis auch aus einem anderen Grund gefährlich: „Die Pkw-Fahrer müssen sich erst wieder an die Motorräder gewöhnen“, sagt Manfred Gottschalk vom Polizeipräsidium Schwaben Nord in Augsburg. „Gerade die hohe Geschwindigkeit und ihre Silhouetten können dafür sorgen, dass Autofahrer die Entfernungen falsch einschätzen.“ Und wenn dann das Auto den Motorradfahrer erwischt, „dann kann der ja recht haben. Aber wenn ein Motorradfahrer runterfällt, dann tut’s weh.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Was also kann man als Motorradfahrer unternehmen, um das Risiko etwas zu senken? Manfred Gottschalk nennt Tipps:

Das bedeutet: Reifen wechseln, die Lichtmaschine überprüfen. Auch reflektierende Schutzkleidung hilft, gesehen zu werden. „Das ist besser, als ganz in Schwarz zu fahren.“

Teilweise liegt noch Splitt auf den Straßen, Reifen und Asphalt sind relativ kalt. „Dadurch kann man schneller die Kontrolle verlieren. Da sollte man nicht sofort volle Kanne fahren und tief in die Kurve gehen“, sagt Gottschalk.

Das heißt: Auch mal auf die Vorfahrt verzichten. „Der Motorradfahrer ist der, der am wenigsten Schutz hat. Da heißt es: „Lieber einmal zu viel vom Gas als einmal zu wenig“, empfiehlt Gottschalk, mahnt auch bei Vorfahrt zur Vorsicht.

Organisationen wie die Verkehrswacht oder der ADAC bieten regelmäßig die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten zu überprüfen und zu verbessern. „Auch da sollte man mal überlegen, ob man da nicht ein paar Euro investiert“, sagt Manfred Gottschalk.

Polizei hat keine Erklärung für gestiegene Unfallzahlen

Dass dieses Geld gut investiert sein kann, zeigt ein Blick in die Unfallstatistik des Landkreises von 2014: 71 Unfälle gab es mit Motorrädern über 125 Kubikzentimeter. Bei 66 davon haben sich die Fahrer mindestens leicht verletzt. Zwei Fahrer wurden getötet. Die traurige Bilanz: Das ist eine Steigerung gegenüber 2013. Damals starb ein Fahrer, insgesamt 51 Motorradunfälle zählte die Polizei. Auch die Zahl der Schwerverletzten ist von elf auf 28 gestiegen. Eine Erklärung für die Anstiege hat die Polizei in Augsburg nicht. „Vielleicht liegt es auch einfach am Wetter. Je schöner das Wetter, desto mehr Motorräder sind auf der Straße. Wir sollten da abwarten, wie sich die Zahlen heuer entwickeln, bevor wir das bewerten“, sagt Manfred Gottschalk.

Im Bereich der Polizeiinspektion Zusmarshausen ist die Zahl der Schwerverletzten ebenfalls stark gestiegen, von drei auf zwölf im Jahr 2014. Ein Anstieg, den sich die Experten von der Polizei nicht erklären können. Ein großer Teil der Unfälle ereignete sich an der Kreisstraße A1 zwischen Biburg und Dinkelscherben, insgesamt gab es 2014 zehn Unfälle an verschiedenen Stellen auf der Strecke.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren