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Meitingen-Herbertshofen

08.03.2018

Das Starkbierfest feiert Jubiläum

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Beim Starkbierfest am Samstag in Herbertshofen werden Anton Kraus (links) und Hanns Rieblinger den hiesigen Politikern und Verantwortlichen wieder kräftig einschenken. Dabei stehen sie zum 30. Mal auf der Bühne.
Bild: Steffi Brand

Anton Kraus und Hanns Rieblinger stehen am Samstag zum 30. Mal in Herbertshofen am Rednerpult. Warum einer immer nervös ist und welche Dauerbrenner-Themen es gibt.

30 Jahren hatten Hanns Rieblinger und Anton Kraus ihr gemeinsames Debüt am Rednerpult im Schützenheim im Meitinger Ortsteil Herbertshofen. Damals schmetterten sie die erste Rede beim Starkbierfest. „Ich habe mich zu weit aus dem Fenster gelehnt“, erklärt Hanns Rieblinger mit einem verschmitzten Lachen und verweist auf eine Sitzung der Schützen, bei der Ideen gesammelt wurden, um nach der Schützen-Pokalverteilung die Gäste länger im Schützenheim zu (unter)halten. Eine Rede wie auf dem Nockherberg, das war die Idee. Und Anton Kraus, der bereits als Nikolaus Redegewandtheit bewiesen hat, sollte mit ans Rednerpult treten.

Seit ihrem Debüt vor 30 Jahren hat sich vieles geändert, einiges jedoch ist wie im ersten Jahr: Rieblinger ist der Kandidat, der im Vorfeld – das heißt beim Erstellen der Rede – mächtig nervös ist. Und Kraus bewahrt die Ruhe. Beginnt Rieblinger bereits vier Wochen vor dem Starkbierfest mit der Erstellung der Rede, schickt er seine Text-Häppchen regelmäßig an seinen Redner-Kompagnon. Eine Reaktion gibt es manchmal, aber nicht immer. Nur wird ein Zusatz in der E-Mail mit jeder Nachricht deutlicher. „Ich werde (langsam) nervös“, steht in der E-Mail, die Rieblinger an Kraus richtet.

Denkwürdiges Starkbierfest vor der Stichwahl

„Von der allerersten Generalprobe habe ich eine Aufzeichnung auf Tonband gefunden“, berichtet Kraus mit Blick auf die vergangenen 30 Jahre. Was er beim Stöbern auch gefunden hat, ist die Rede aus dem Jahr 2008. Damals feierten die Festredner ein gemeinsames Jubiläum mit Meitingens Altbürgermeister Alfred Sartor, den sie ebenso begrüßen wollten wie die „gescheiterten Gemeinderatskandidatinnen und Kandidaten, Ex-Politiker, Wahlgewinner und Wahlverlierer“, wie es in der Redevorlage hieß. Doch der Plan von Rieblinger und Kraus – dem Altbürgermeister ein würdiges Abschiedsgeschenk zu unterbreiten – ging nicht auf. Beim ersten Wahldurchgang gab es kein eindeutiges Ergebnis. Und der Tag der Stichwahl fiel unglücklicherweise auf den Tag direkt nach dem Starkbierfest. „Im Schützenheim ist es zugegangen wie im 60er-Stadion“, beschreibt Kraus die Situation, die damals ein denkwürdiges Starkbierfest begründete.

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Die politische Färbung der Rede hat sich erst mit den Jahren entwickelt. Zunächst waren die Themen noch stark auf den Schützenverein Herbertshofen zugeschnitten, mit den Jahren wurden sie deutlich politischer. Ein Blatt vor den Mund nahmen die Redner nie.

Auch das Bestreben so manch eines Vereinsmitglieds, das forderte, die Rede im Vorfeld lesen zu können, wurde abgeschmettert. Unter der Überschrift der Meinungsfreiheit musste jeder einmal einstecken: Bürgermeister und Gemeinderäte, Pfarrer, Vereinsvorstände und -mitglieder. Richtig Ärger gab es – außer im Jahr 2008 – nicht, auch nicht, als einer der Redner im grünen Kleid ans Rednerpult trat. Die Brisanz lag dabei vor allem in der Tatsache begründet, dass Kraus, seines Zeichens CSU-Gemeinderat, das grüne Kleid von der Frau eines Freien Wählers als Leihgabe erhalten hatte.

Was die Dauerbrenner-Themen sind

Was am Samstag Thema ihrer Fastenpredigt sein wird, das verraten Rieblinger und Kraus natürlich nicht. Ein Dauerbrenner-Thema, die Besiedelung des Schlossparks mit schwarzen Krähen, die sogar als Vorlage für ein Fake-Wappen gedient haben, ist nun leider passé. Der Wertstoffhof als Never Ending Story ist hingegen noch aktuell. Auch die Dorfmitte Langenreichen könnte Thema werden, ebenso wie die Tempo-30-Beschränkung. Und es gibt noch ein spannendes Detail: Traditionell endet die Rede mit dem Appell, es mögen sich doch bitte Nachfolger auftun für das Dreamteam Rieblinger und Kraus. Was daraus wird und ob ihr 30. Jubiläum ihr letzter Auftritt sein wird, auch das wollten die beiden noch für sich behalten.

Das Herbertshofer Starkbierfest der Lechtalschützen findet am Samstag, 10. März, statt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Neben der Fastenpredigt steht auch die Proklamation der Schützenkönige für das Jahr 2018 auf der Agenda. Die Veranstaltung findet im Schützenheim der Lechtalschützen in Herbertshofen statt. Die SGL-Werkskapelle sorgt für den musikalischen Rahmen. Angeboten werden Essen und Getränke. Der Eintritt ist frei.

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