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Thierhaupten

11.05.2020

Das Thierhaupter Mühlenmuseum öffnet wieder

Am Ufer der Friedberger Ach liegt in Thierhaupten idyllisch das Klostermühlenmuseum.
Bild: Claus Braun

Plus Leiterin Claudia Drachsler-Praßler, freut sich, dass das Thierhauptener Mühlenmuseum wieder öffnen kann. Das Desinfektionsmittel kommt von der Kräuterexpertin.

Die Lockerungen im Rahmen der Corona-Krise wirken sich auch auf das Klostermühlenmuseum des Landkreises Augsburg in Thierhaupten aus. Am Dienstag, 12. Mai, kann die Saison endlich beginnen, auch, wenn in einem ganz anderen Rahmen als jahrelang gewohnt.

Als ein stimmungsvoller Ort im Grünen präsentiert sich das Mühlenmuseum in der Franzengasse direkt an der Friedberger Ach. Auch in den Wochen, wo es strenge Ausgangs- und Kontaktverbote gab, hat die Museumsleiterin Claudia Drachsler-Praßler immer wieder Menschen angetroffen, die hier Kraft getankt haben.

Zusammen mit ihrem engagierten Team hat die Museumsleiterin schon vor vielen Monaten wieder ein Jahresprogramm auf die Beine gestellt, damit die altehrwürdige Mühle wieder ein Anziehungspunkt für alle Generationen werden kann. Was davon übrig bleibt und den Besuchern geboten werden kann, wird sich Woche für Woche im Rahmen der Infektionszahlen zeigen, sagt Claudia Drachsler-Praßler, die seit September des Jahres 2010 die gute Seele der Mühle ist.

Zeit der Traurigkeit ist im Thierhauptener Mühlenmuseum vorbei

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Mühle wieder besucht werden darf und somit die Zeit der Traurigkeit für uns vorbei sein wird. Vielleicht wird es auch bald wieder möglich in kleinen Gruppen Führungen oder Aktionen durchzuführen“, zeigt sich die Museumsleiterin unter den in voller Blüte stehenden und mächtigen Kastanienbäumen in direkter Nachbarschaft zum über 450 Jahre alten Gebäude durchaus zuversichtlich. Die ehemalige Getreidemühle ist nämlich ein historisches Schmuckstück und zeigt die Technik aller einstigen Thierhauptener Klostermühlen auf mehreren Etagen: Wie mithilfe der Wasserkraft Getreide gemahlen, Öl gepresst, Bäume gesägt und Papier geschöpft wurde und was es mit dem einstigen Wasserhaus auf sich hatte.

Ab Dienstag können sich aufgrund der geltenden Beschränkungen maximal bis zu sechs Personen im Inneren aufhalten. Selbstverständlich ist eine Mund-Nasen-Bedeckung und Händedesinfektion vorgeschrieben, so weißt Claudia Drachsler-Praßler auf inzwischen gewohnte Ritualien hin. Doch auch hier zeigt sich, dass die Mühle Besonderes vorhält! Von Sandra Schablas wurden aus bunten Stoffen die „Mund-Nasen-Bedeckungen“ liebevoll geschneidert. Mit ihrem Kleingeschäft „S‘Flickerl“ in Thierhaupten wirbt sie mit Handarbeit aus Bayern, wo Stoffe mit Herz verwendet werden.

Und auch das Desinfektionsspray ist nicht nur einfach ein Desinfektionsspray. Die zertifizierte Kräuterpädagogin und Volksheilkundlerin Sophie Bösel aus dem benachbarten Ellgau hat dem Museum kleine Handsprays in Flakons mit dem Aufdruck „Schmeichelhaft“ zur Verfügung gestellt. Der Inhalt besteht aus 40 Prozent Alkohol und natürlichen Kräuterextrakten, die nicht nur desinfizieren, sondern auch samtweich Hände pflegen.

Mühlentag fällt aus

Die Freude über die Öffnung wird bei der Museumsleiterin natürlich dadurch getrübt, dass große Highlights im Jahreskalender schon gestrichen werden mussten. So fand die Eröffnungsfeier Ende April nicht statt, der Deutsche Mühlentag am Pfingstmontag wurde bereits abgesagt, wie auch zwei ausverkaufte Kabarettabende mit der Gruppe „Namenlos“ und auch der Internationale Museumstag am 17. Mai kann nicht stattfinden.

Besonders traurig stimmt sie aber, dass die bekannte Museumspädagogik weiterhin nicht möglich sein wird. Papier schöpfen, Mehl mahlen oder das eigene Müsli bereiten gehören zu den Klassikern der Mühle. „Doch hier können wir die Abstände und Schutzmaßnahmen nicht garantieren“ weist Claudia Drachsler-Praßler darauf hin, dass Werkzeuge und Gegenstände ja hierfür benötigt werden, die stets zu desinfizieren wären.

Museumsleiterin Claudia Drachsler-Praßler freut sich, dass das Klostermühlenmuseum in Thierhaupten wieder geöffnet wird.
Bild: Claus Braun

Mit Blick auf den Mühlengarten auf der anderen Uferseite hat sie auch schon eine weitere Idee: Sobald sich die Schulen nach ihrer Rückkehr zur Normalität orientiert haben, könnte hier ein „grünes Klassenzimmer“ entstehen, wo die Kinder im Freien Bewegung haben und lernen können. Längst haben nämlich Heidi und Walter Kommer ein Blütenfeld für Bienen, ebenso verschiedene Getreidearten, Ölpflanzen wie Lein und Mohn ausgesät.

Pläne für Sonderausstellung

Nicht zum Opfer einer weiteren Absage soll die Sonderausstellung werden. Heuer geht es um die historische Region der Bukowina, wo der Bezirk Schwaben seit dem Jahr 1955 eine wichtige historisch angelegte Patenschaft pflegt. Am 25. Mai hat sich zur offiziellen Eröffnung Landrat und Bezirkstagspräsident Martin Sailer angekündigt und somit die Hoffnung auf die Rückkehr zur Normalität in einem bunten Veranstaltungsjahr eines besonderen Museums.

Das Klostermühlenmuseum in Thierhaupten hat ab den 12. Mai wieder geöffnet. Bis zum 13. Oktober immer mittwochs, freitags sowie Sonn- und Feiertage von 14 - 17 Uhr und dienstags und donnerstags von 9 - 12 Uhr. Weitere aktuelle Informationen im Internet unter www.klostermuehlenmuseum.de oder telefonisch unter Tel. (08271) 1769.

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