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Neusäß

27.12.2020

Das Trinkwasser bewegt die Menschen in Diedorf, Neusäß und Aystetten

Das Wasser in Diedorf muss nicht mehr gechlort werden.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Plus In den Orten westlich von Augsburg wird auch 2020 viel gebaut. Was heuer in Neusäß, Stadtbergen, Diedorf und Aystetten geschehen ist: ein Jahresrückblick.

Gute Nachrichten für die Bürgerinnen und Bürger von Diedorf gab es in diesem Jahr Anfang Februar: Fast eineinhalb Jahre lang musste ihr Trinkwasser gechlort werden, bevor das Gesundheitsamt im Landkreis Augsburg diese Anordnung wieder aufhob. Den Anfang genommen hatten die Sorgen um das Trinkwassernetz mit einem Keimbefall im Sommer 2018.

Seitdem waren die Gemeindewerke damit beschäftigt, Sofortmaßnahmen zur Wiederherstellung einer chlor- und keimfreien Trinkwasserversorgung erst einmal zu erkennen und dann auch umzusetzen. Eine davon richtete sich auch an die Diedorfer Hauseigentümer: Sie mussten kontrollieren, dass ihre Hausanschlüsse ordnungsgemäß und modern waren. Unter anderem wurde im Gemeindebereich nach Totleitungen gesucht und diese abgestellt.

Doch auch nach dem Ende der Chlorung gingen und gehen die Arbeiten am Trinkwassernetz der Gemeinde weiter. Fest steht: Der Brunnen in Anhausen muss saniert werden. Damit das geschehen kann, wurde in diesem Jahr eine Druckerhöhungsanlage an der B 300 fertiggestellt. Im Sanierungsfall kann von dort mehr Wasser der Stadtwerke Augsburg ins Diedorf Netz gelangen. Zudem verlief eine Probebohrung für einen möglichen neuen Brunnenstandort im Wald zwischen Diedorf und Lettenbach erfolgreich. Hier könnte in Zukunft Trinkwasser für die Marktgemeinde gepumpt werden.

In Aystetten musste das Trinkwasser seit Ende Januar zunächst abgekocht werden, bevor es auch hier fast drei Monate später zu einer Chlorung bis in den Herbst hinein kam. Grund war auch hier ein Keimbefall. Im Gemeinderat wird derzeit beraten, welchen Weg man in Zukunft für die Sicherung der Trinkwasserversorgung gehen möchte. Im Gespräch ist unter anderem eine zweite Leitung vom Versorger, der Loderberggruppe, in die Gemeinde.

Auch in Neusäß, genau zwischen Diedorf und Aystetten gelegen, war die Sanierung der Trinkwasserversorgung in diesem Jahr Thema. Dort gab es zwar keinen Störfall. Um die Stadtteile, die von der Loderberggruppe versorgt werden, zukunftssicher zu machen, ging Neusäß für Täfertingen, Ottmarshausen und Hammel einen Notverbund mit den Stadtwerken Augsburg ein. Die übrigen Stadtteile werden bereits von den Stadtwerken versorgt.

In Neusäß, Diedorf und Aystetten machen die Bürgermeister weiter

Alle drei Amtsinhaber in den Rathäusern von Diedorf, Neusäß und Aystetten wurden im Frühjahr wiedergewählt. In Stadtbergen fand keine Bürgermeisterwahl, da dort ein anderer Turnus herrscht.

Am Ende war das Ergebnis in Diedorf knapp, aber eindeutig: Peter Högg (WfD) bleibt Bürgermeister und errang 53,4 Prozent der Stimmen. Für ihn gibt es somit eine zweite Amtszeit. Sein Herausforderer Thomas Rittel ( CSU) kam auf 46,6 Prozent und ist jetzt zweiter Bürgermeister. Überraschend wurde Maria Prues von der nur zwei Personen starken Fraktion der SPD zur Dritten Bürgermeisterin. Verändert haben sich die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat. Während vorher die Gemeinschaft von WfD und SPD die Mehrheit auf sich vereinen konnte, liegt diese nun bei den vier gemeinsam agierenden Fraktionen von CSU, Grünen, Bürgerunion und Freien Wählern.

Peter Wendel konnte sich in einer Stichwahl in Aystetten durchsetzen und ist damit die dritte Periode im Amt. Wendel (Freie Wähler) musste gegen CSU-Bürgermeisterkandidat Roland Woppmann ins zweite Rennen. Am Ende gewann Peter Wendel mit 52,4 Prozent der Stimmen. Die im ersten Wahlgang ausgeschiedene Bürgermeisterkandidatin der Grünen, Ursula Reichenmiller-Thoma, hatte sich vor der Stichwahl für Woppmann ausgesprochen.

In Neusäß schaffte Bürgermeister Richard Greiner (CSU) auf Anhieb den Sieg, er bekam 64,4 Prozent der Stimmen. Er trat damit seine zweite Amtszeit im Rathaus an. Neu ist allerdings, dass die CSU im Stadtrat ihre seit Jahren gewohnte absolute Mehrheit knapp verloren hat. Es gibt daher seitdem eine Kooperation der CSU mit der SPD. Die Genossen bekamen den Posten der dritten Bürgermeisterin für Susanne Höhnle.

Konflikte ums Mountainbiken in Deuringen

2020 hat ein viele Jahre alter Konflikt im Wald bei Deuringen seinen Höhepunkt erreicht. Mountainbike-Trails wurden vom Grundstücksbesitzer, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), gesperrt. Schilder drohten mit Strafen, Äste und Bäume wurden über Pfade gelegt. Die BIMA nannte naturschutzrechtliche Gründe. Außerdem fürchten Waldbesitzer und Förster juristische Konsequenzen nach Unfällen. Unter den Mountainbikern formierte sich Widerstand. An einem runden Tisch im Landratsamt wurde darüber diskutiert, wie man ein legales Trailnetz in den westlichen Wäldern realisieren könnte.

Bei Steppach entsteht der Uni-Campus

Jahrelang wurde darüber diskutiert und geplant - nun kann man die Baufortschritte für den neuen Medizin-Campus an der Uniklinik schon sehr genau sehen, am besten natürlich aus der Luft. Wo früher einmal der Hubschrauber-Landeplatz und zuletzt ein Parkplatz war, entstehen nun die Gebäude für die Lehre, Labore und die Büros der Unimitarbeiter (rechts im Bild). Fertig angelegt wurde in diesem Jahr bereits das neue Biotop in der Grünzone zwischen dem Neusässer Stadtteil Steppach (links im Bild) und dem Klinikpark. Der Fußweg entlang des Biotops bildet auch eine wichtige Verbindungsachse zwischen Neusäß und dem Unicampus.

Hier entsteht der Unicampus.
Bild: Marcus Merk (Archivbild)

Neuer Pächter für den Bürgersaal Stadtbergen

Der Vertrag war unterzeichnet, die Eröffnung geplant, doch Corona machte den neuen Pächtern des Stadtberger Bürgersaals und des angeschlossenen Restaurants, Torsten Ludwig und Gerd Kalkhoff, einen Strich durch die Rechnung. Die Tafeldecker nutzen die Zeit zum Umbau in Küche und Restaurant. Die Tafeldecker aus Augsburg sind bekannt für die bayerisch-schwäbischen Tapas. In den Ruhestand verabschiedeten sich die langjährigen Wirtsleute Veronika und Werner Langenmair.

Viele Baustellen in Neusäß

Im Stadtzentrum von Neusäß wurde auch heuer wieder eifrig weiter gebaut. Wo früher das Gasthaus Schuster stand, entsteht nun an der Hauptstraße ein neues modernes Geschäftshaus mit Büros, Café und Bäckerei. Anders als zunächst geplant wird die VR Handels- und Gewerbebank aber nicht in den Neubau einziehen. (AZ)

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