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Neusäß-Vogelsang

02.10.2020

Das Villa Castelli in Vogelsang überrascht mit apulischen Spezialitäten

Die Hauptattraktion von Villa Castelli, der Heimatgemeinde von Lokalchef Giancarlo Miccoli ist eine Burg, die mehrmals umgebaut wurde. Ein Modell der Festung steht in seiner Pizzeria am Sandberg.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Plus Die Pizzeria Villa Castelli am Sandberg bietet Spezialitäten. Dabei setzt Geschäftsführer und Pächter Giancarlo Miccoli auf authentische italienische Kochkunst.

Es sind auch die Assoziationen, die unser Empfinden beeinflussen und nicht selten steuern. Und da macht ein Lokalname wie Villa Castelli keine Ausnahme. Er beinhaltet Melodie und Ausdruck, klingt irgendwie nach Sonne und Strand, zumindest nach südländischer Bodenständigkeit. In der Tat hat die Pizzeria am Sandberg mit diesen Vorstellungen etwas gemein. Geschäftsführer und Pächter Giancarlo Miccoli hatte bei der Namenswahl all diese Gedanken im Hinterkopf. Nicht zuletzt ist die Bezeichnung aber eine Hommage an seinen gleichnamigen Heimatort, einer rund 10.000 Einwohner umfassenden Gemeinde in Apulien.

Tradition werde dort noch großgeschrieben, verdeutlicht der Lokalchef. So wie in seiner Pizzeria. Das Wort Ristorante sei ihm schon etwas suspekt, meint er, obwohl diese Bezeichnung einprägsam auf einem Schild über dem Eingang prangt. Der 56-Jährige sieht seine Einrichtung eher als Trattoria. Dort sei die Atmosphäre familiär und unterscheide sich somit von der eines gehobenen Restaurants.

Gäste werden in der Villa Castelli in Vogelsang als Freunde empfangen

Miccoli hält nichts von steifer Etikette. „Ich empfange meine Gäste als Freunde und überrasche sie mit feiner, echt zelebrierter italienischer Kochkunst“, betont er. Dabei vertraut er vorbehaltlos auf Köchin Morgana Onnis. Die Sardinierin hat in der Küche das Sagen. Sie steht - wie überhaupt das Lokal - für authentische italienische Speisen: hausgemachte Pasta, leckere Antipasti, frischer Fisch aus nachhaltigem Fang, bestes Fleisch und Gemüse. Bei ihr und dem Lokalchef sind regionale Frische und Qualität oberstes Gebot. Eine eigene Note sei ihm besonders wichtig, erläutert der Geschäftsführer. So kämen auch immer wieder typische Gerichte aus seiner Heimat Apulien auf den Tisch.

Pizzabäcker Christan Russo und der Chef der Pizzeria Villa Castelli, Giancarlo Miccoli rechts, setzen auf Frische und Qualität.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Villa Castelli serviert aber auch spontane Spezialitäten. Diese Besonderheiten werden den Gästen auf einer großen Schiefertafel offeriert, die gleich am Eingang des Lokals platziert ist. Da sind dann schon je nach Saison mal Tortelloni mit frischen Steinpilzen, Vitello Tonnato oder Nudeln mit frischem Spargel und Gambas zu lesen. „Renner“ auf der Speisekarte sind aber auch Herzpizzen, die vor allem Verliebte ordern. Giancarlo Miccoli und seine Frau Katarina, die ein Auge auf den Service hat und für Organisatorisches zuständig ist, raten ihren Gästen, Zeit zum Essen mitzubringen. Nur so könne man Frische und Kreationen genießen. Gleichzeitig entwickele sich die perfekte Freude in Mund und Magen.

Der Wirt war schon Pächter beim TC Neusäß

Mit der Gastronomie ist Giancarlo Miccoli quasi aufgewachsen. Nach der Schule ging er fort von den Großeltern und gleich nach Deutschland. Das war 1979. Da waren seine Eltern bereits im Land, entflohen der Armut in Süditalien. Er selbst lernte Fliesenleger. In der Freizeit half er aber stets im Lokal seiner Eltern. Diese bewirtschafteten damals das Schützenheim in Ottmarshausen. Aus gesundheitlichen Gründen kehrte er schließlich seinem Beruf den Rücken. 1992 machte er sich als Pächter des Vereinsheims des TC Neusäß selbstständig. Zwei Jahre davor hatte er seine Frau Katarina geheiratet. Seit rund einem Jahrzehnt ist er Pächter des jetzigen Lokals.

So schaut die Pizza Rusticana von Pizzabäcker Christian Russo in der Villa Castelli aus.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Sein ganzer Stolz ist der Holzofen. Er ist in den mediterran ausgestatteten Räumlichkeiten nicht nur Blickfang, sondern laut Lokalchef auch unerlässlich. „Nur so ist der typische Pizza-Geschmack und die luftige Ausführung herzustellen.“ Dafür zuständig ist Christian Russo. Der Pizzabäcker aus Sizilien, dem man bei seiner Arbeit über die Schulter schauen kann, macht aus der Herstellung seiner Pizzen ein kleines Geheimnis: „Es wird spezielles Mehl verwendet und nur hochwertige Zutaten.“ Zudem komme es auf die Hitze an, ergänzt Miccoli. „Der Ofen muss immer auf rund 350 Grad erhitzt sein.“

Die Stammgäste halten Villa Castelli die Treue

Die Corona-Pandemie hat auch die Pizzeria hart getroffen. Drei Monate hatte sie geschlossen. Keine Hochzeits-, Kommunion- und Geburtstagsfeiern. „Das ging an die Substanz“, erläutert Miccoli. Nur mit der Treue der Stammkunden und dem To-Go-Geschäft seien er und sein Team über die Runden gekommen. Das habe zum Durchhalten ermuntert, stellt er nachdenklich fest. „Mal schauen, was der Winter bringt“, meint er. Die Hoffnung klingt aber verhalten.

Neben den Pizzen ist in der Villa Castelli vor allem Spaghetti Carbonara ein Geheimtipp bei den Stammgästen. Warum? „Wir kochen das Originalrezept, ohne Kochschinken und Sahne“, verrät Giancarlo Miccoli.

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