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Das Wasser-Urteil ist ein Warnschuss

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Kommentar Von Maximilian Czysz
13.03.2019

Wer seinen Bürgern Abkochanordnungen und die viel diskutierte Chlorung ersparen will, muss seine Wasserversorgung schleunigst auf Vordermann bringen

Das Urteil im Rechtsstreit zwischen der Marktgemeinde Dinkelscherben und dem Gesundheitsamt Augsburg ist ein Warnschuss für viele Gemeinden: Das Gesundheitsamt fackelt nicht lange. Wer seinen Bürgern Abkochanordnungen und die viel diskutierte Chlorung ersparen will, muss seine Wasserversorgung schleunigst auf Vordermann bringen – auch wenn das meistens mit hohen Kosten verbunden ist.

Eine Untersuchung des Landesamts für Umwelt hat ergeben, dass zehn bis 15 Prozent der Rohre im Freistaat in den kommenden Jahren sanierungsbedürftig sind. Das liegt vor allem am Alter der Infrastruktur im Untergrund. Sie geht oft ein halbes Jahrhundert zurück, als sich viele Wasser- und Abwasserzweckverbände gründeten. Damals wurden neue Leitungen gebaut. Doch die sind jetzt in die Jahre gekommen. Und je älter eine Wasserleitung ist, desto rauer wird das Material, was Keimen wiederum einen Nährboden bietet.

Sauberes Wasser ist ein hohes Gut und in Zukunft keine Selbstverständlichkeit mehr. Leider ist es doch so: Erst wenn das Wasser nach Chlor riecht, dann wird uns klar, welcher Luxus es ist, reines Wasser aus dem Hahn trinken zu können.

Lesen Sie auch den Artikel zum Kommentar: Gemeinde Dinkelscherben unterliegt vor Gericht

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