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Altenmünster-Zusamzell

24.05.2018

Das „ewige Pendel“ ist wieder zurück

Das Pendel auf dem Friedhof Zusamzell haben Martin Spreng und Erwin Eser vor mehr als 40 Jahren gebaut. Jetzt wurde es restauriert.
Bild: Marcus Merk

Die Zusamzeller haben die besondere Skulptur auf dem Friedhof restauriert.

Es ist ein ungewöhnliches Kunstwerk, das da auf dem Friedhof in Zusamzell steht: ein „ewiges Pendel“, oben eine goldene Muschel, unten eine Bleikugel. Seit etwa 45 Jahren ragt es dort etwa sechs Meter weit in den Himmel. Jetzt wurde es aufwendig restauriert – der ganze Ort half dafür zusammen.

Martin Spreng hat das Kunstwerk damals konzipiert. Er erinnert sich, wie es dazu kam: Sein Onkel Franz Spreng, Lehrer und Bürgermeister von Altenmünster, hatte um die Jahre 1972/73 die Idee, den neuen Friedhof in Zusamzell mit einem Denkmal zu gestalten, das sich von gewohnten Werken unterscheidet. Er bat Martin Spreng, einen Entwurf zu machen, der dann zum größten Teil von Leuten aus dem Dorf verwirklicht werden könnte. Martin Spreng, Jahrgang 1944, war damals junger Kunstlehrer an einem Gymnasium bei Nürnberg. „Ich lernte dort durch Kollegen den Umgang mit Metall, Stein und Holz, fertigte erste Skulpturen, auch sogenannte Pendel, die mich bis heute beschäftigen“, erzählt er.

Nach dessen Modell fertigte der Zusamzeller Schlosser Erwin Eser das verzinkte Stahlstativ, goss die Bleikugel und löste die technische Frage der Lagerung des Zeigers. Martin Spreng übernahm die Gestaltung der Windmuschel aus hartgelötetem Kupferblech und die Vergoldung mit Schwabacher Blattgold. Die Zusamzeller stellten das Kunstwerk schließlich auf dem gegossenen Fundament im Friedhof auf. „Die Beweglichkeit des Zeigers war nicht ganz so, wie ich gedacht hatte“, erzählt Spreng. „Dazu wären Versuche notwendig gewesen, um die Länge des oberen Hebelarms zu bestimmen.“ Für ihn sei dieses Pendel die erste öffentliche Arbeit gewesen. „Sie machte mir Mut für weitere Projekte, zum Beispiel den Friedberger Sparkassenbrunnen 1986.“

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Kunstwerk musste wegen Korrosionsschäden abgebaut werden

Nach fast 45 Jahren musste das etwa sechs Meter hohe Kunstwerk auf dem Friedhof von Zusamzell Ende 2017 abgebaut werden. Der Grund: Korrosionsschäden. Es wurde vorübergehend im gemeindlichen Bauhof eingelagert. Weil viele zusammenhalfen, konnte es nun restauriert wieder an seinen Platz auf dem Friedhof zurückkehren.

Das Rohr des Pendels sei durchgerostet gewesen, erzählt Erwin Eser. Er habe es erneuert und in die Skulptur ein neues Kugellager eingebaut. Der Schmiedemeister nahm die Reparaturarbeiten ehrenamtlich vor, die Gemeinde bezahlte das Material. Die Gemeinderäte Hubert Kraus, Dietmar Langer und Florian Mair kümmerten sich darum, dass die Muschel wieder vergoldet werden konnte: Die neun Zusamzeller Vereine finanzierten dies. Nun steht die Skulptur im originalgetreuen Zustand wieder an ihrem Platz, „wo sie erneut 40 Jahre oder länger Wind, Wetter und allen Umwelteinflüssen standhalten soll“, sagt Bürgermeister Bernhard Walter.

Martin Spreng freut sich in einem Brief an die Gemeinde über „den Mut, das Werk zu erhalten“. Mit den „Mader-Gräbern“ gibt es übrigens auf dem Zusamzeller Friedhof noch eine weitere Besonderheit. Georg Mader war Heimatdichter. Die ziemlich ausgebleichte Schrift an den Eisenkreuzen solle erneuert werden, kündigt Walter an.

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