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Welden

11.05.2015

Das halbe Leben lang an der Spitze

Im Weldener Rathaus wird Bürgermeister Peter Bergmeir (Mitte) zum 25. Dienstjubiläum geehrt. Es gratulieren (von links) Erna Stegherr-Haußmann, Martin Sailer, Günter Lewentat und Gerhard Groß.
Bild: Andreas Lode

Peter Bergmeir ist der amtsälteste Bürgermeister in der Geschichte von Welden. Was ihm in der Gemeinde am Herzen liegt

„Als ich Bürgermeister wurde, war ich politisch nicht so sehr interessiert“, gesteht Peter Bergmeir. Vor allen von Parteien „habe ich mich zurückgehalten. Eigentlich bis heute“. Der 54-Jährige ist in einem Alter, in dem andere zum ersten Mal in das Amt gewählt werden. Er hingegen macht den Job seit 25 Jahren, gewählt ist er noch für fünf weitere. Laut Weldener Stadtchronik war kein Bürgermeister dort länger im Amt – und die beginnt immerhin im Jahr 1750. „Das wusste ich noch gar nicht“, sagt der Rekordhalter, während unten im Sitzungssaal die Ehrengäste Platz nehmen und Gitarrist Heinrich Wohlfahrt sein Instrument stimmt. Zum Festakt für sein silbernes Jubiläum haben sich zahlreiche Wegbegleiter Bergmeirs im Rathaus zusammengefunden.

Wie kommt jemand, der sich „nicht so sehr politisch interessiert“ zu 25 Jahren Amtszeit als Bürgermeister? Der ehemalige Verwaltungsbeamte Bergmeir erinnert sich: „Das war eine Idee von Heinrich Wohlfahrt, ich könnte doch für die SPD kandidieren. Ich hätte nicht gedacht, dass ich eine Chance habe.“ Nachdem der amtierende Bürgermeister nicht wieder kandidierte, bot sich 1990 die Chance. „Gegen einen Amtsinhaber hätte ich keine Chance gehabt“, ist sich Peter Bergmeir sicher. So ging es in eine Stichwahl und Bergmeir war mit gerade einmal 29 Jahren Bürgermeister – einer der jüngsten in Bayern überhaupt. Dass er dabei geblieben ist, liegt auch an seiner Heimatverbundenheit. „Es ist der Ort, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Hier die Geschicke mitbestimmen zu können – das liegt mir am Herzen“, sagt er und betont: „Das hätte ich aber alleine nicht schaffen können, da braucht es immer Unterstützer.“

Der Bürgermeister von Welden schaut auf die Uhr. Dass sich unten im Sitzungssaal schon die ersten Gäste befinden, stört ihn nicht. „Heute bin ich nur zum Feiern hier.“ Stattdessen kommt er ins Grübeln. Seit 1990 habe sich einiges verändert. „Allein schon in der Verwaltung. Das ist viel bürgernäher geworden. Früher waren das alles Kurfürsten, heute sind es Dienstleister. Den typischen Beamten gibt es nicht mehr“, sagt Bergmeir. Und natürlich hat der bis heute Parteilose selbst seine Spuren hinterlassen, vom Rathausplatz bis zum Holzwinkelsaal. „Klar habe ich in der Zeit das ein oder andere bauen lassen, aber dafür ist man schließlich auch gewählt, das wird auch erwartet.“ Wirklich von Bedeutung seien vielmehr die Beziehungen zwischen den Menschen. „Ich habe immer versucht, ein gutes Miteinander zwischen den Menschen hinzubekommen.“ Entsprechend stuft er auch die größten Rückschläge seiner Amtszeiten ein: „Es gab Entscheidungen, durch die Freundschaften angeknackst waren. Manchmal war es gar nicht leicht zu sagen: Die Entscheidung, die Allgemeinheit steht im Vordergrund und nicht die einzelne Person.“ Nach dem Prinzip will er noch fünf weitere Jahre regieren – und bald einen Nachfolger finden. „Ich habe dann die Hälfte meines Lebens auf diesem Stuhl gesessen. Das reicht.“ Sagt er und macht sich auf den Weg, will die Gäste nicht warten lassen. Er verrät: „Ich bin vor jedem Termin nervös, wie am ersten Tag“, selbst vor den Festreden.

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