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Fischach

18.01.2019

Das lange Warten auf den Telekom-Anschluss

Eine Kabelverbindung für Telefon und Internet sorgte bei Martin Gumpp für viel Ärger. Der Service der Telekom kostete ihm nach eigenen Angaben viel Nerven. 
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Eine simple Kabelverbindung bereitet Martin Gumpp in Fischach viel Verdruss. Erst eine Telefonkonferenz mit seinem Neffen in Spanien verhindert Schlimmeres.

Die Sache sollte eigentlich eine Routineangelegenheit sein: Martin Gumpp beauftragte die Telekom, in seinem neu sanierten Haus Am Judenberg eine Kabelverbindung zu installieren, damit seine Mieter Telefon- und Internetanschluss erhalten. Stattdessen gab es jede Menge Ärger. Dabei war die Ausgangslage denkbar einfach.

Das notwendige Kabel war bereits bis vors Haus verlegt. Nun musste nur noch die Telekom die Kabelverbindung installieren. Doch bereits das war nicht so einfach. Ein Mitarbeiter teilte dem Eigentümer mit, dass sein Unternehmen augenblicklich keine Firma finde, um die Anschlussarbeiten durchzuführen. Der Auftrag könne sich deshalb mehrere Monate hinziehen. Weitere Telefongespräche seitens des Auftraggebers mit der Telekom verliefen im Sand. In seiner Not wandte sich Gumpp an unsere Zeitung. „Die Pressestelle der Telekom meldete sich daraufhin insgesamt vier Mal jeden zweiten Tag und versprach, dass eine Firma vorbeikomme und sich der Sache annehme“, sagte Gumpp, der wieder Hoffnung schöpfte.

Eine Kommunikation war nicht möglich

Nach rund vier Wochen kamen zwei Monteure. Das Problem: Sie verstanden kein Deutsch, auch in Englisch war eine Kommunikation nicht möglich. „Die Monteure versuchten vergeblich, das Kabel in das bereits von einer Elektrofirma installierte Leerrohr einzuziehen“, berichtete Gumpp. „Nachdem dies nach rund einer Stunde nicht gelungen war, wollten die Monteure im Gebäude einige Stellen aufbrechen, um an das Leerrohr zu gelangen.“ Diesen Versuch stoppte der Hauseigentümer. Der daraufhin herbei geeilte Gruppenleiter war allerdings auch kaum der deutschen Sprache mächtig. Eine von ihm mitgebrachte junge Frau aus Polen konnte schließlich dolmetschen. „Die Leute zeigten für meine Verärgerung Verständnis und waren damit einverstanden, dass ich eine Elektrofirma zur Baustelle beordere, um das Problem zu lösen“, erzählt Gumpp. Nach circa einer Stunde kam der beauftragte Elektriker und zog das Rohr mithilfe einer Einziehkordel innerhalb von fünf Minuten ein.

Anschließend versuchten die Monteure das Loch, in dem das Kabel verbunden werden musste, mit einer Spitzhacke zu vertiefen und zu vergrößern. Erst nach einem lauten Stopp durch den Hauseigentümer unterbrachen sie ihre Arbeit. Der Grund: Genau in diesem Bereich befand sich ein neu verlegtes Abwasserrohr, das die Monteure bereits angeschlagen hatten.

Telefonkonferenz mit Barcelona

Eher zufällig stellte Gumpp plötzlich fest, dass die beiden Arbeiter spanisch sprachen. Er kam auf die Idee, einen Neffen seiner Frau anzurufen, der gerade in Barcelona weilte und fließend spanisch spricht. Bei einer Telefonkonferenz erklärte der Neffe schließlich den Monteuren, dass sie ein neu verlegtes Abwasserrohr beschädigen würden. Gleichzeitig bat er um Auskunft, weshalb sie noch weiter graben wollen, wo das Kabel doch schon eingezogen sei. Die Antwort: Das Loch müsse vergrößert werden, damit die Telekom-Mitarbeiter für die Verschweißung genügend Platz hätten.

„Das Loch war bereits ausreichend groß, rund 50 Zentimeter tief und das Kabel gut zugänglich“, erinnerte sich Gumpp. Auf die Frage, warum die Monteure keine Einziehkordel verwendeten, meinten sie: Dieses Gerät hätten sie auf einer anderen Baustelle verloren.

Telekom entschuldigte sich

Nach zwei weiteren Wochen fanden sich zwei Monteure ein, die deutsch sprachen. Sie verschweißten die Kabelverbindungen ohne Schwierigkeiten. Auf Nachfrage unserer Zeitung entschuldigte sich die Telekom. „Die beiden spanischen Monteure seien aufgrund der Sprachbarriere überfordert gewesen“, sagte Pressesprecher Markus Jodl. Dass sein Unternehmen verstärkt auf ausländische Mitarbeiter zurückgreifen müsse, sei unter anderem dem Boom des Breitbandausbaus geschuldet. Die Telekom wolle als kleine Wiedergutmachung die Kosten für die von Gumpp beauftragte Elektrofirma übernehmen. Für den Hausbesitzer nur ein kleiner Trost: „Die hätte ich der Telekom sowieso in Rechnung gestellt.“

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