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Umwelt

08.11.2019

Das soll künftig mit dem Klärschlamm geschehen

Informationen über die geplante Verwertungsanlage im Industriepark Gersthofen sind jetzt im Internet zu erhalten

Wohin mit dem Klärschlamm aus den Kläranlagen der Region Augsburg? Wird er künftig in Gersthofen verbrannt? Die MVV Energie AG im Industriepark Gersthofen jedenfalls plant den Bau einer Verbrennungsanlage. Informationen zur geplanten Klärschlamm-Verwertungsanlage der MVV Industriepark Gersthofen GmbH sind online auf einer eigenen Homepage verfügbar.

Die in Kläranlagen anfallenden Klärschlämme werden derzeit entweder als Dünger auf den landwirtschaftlichen Feldern ausgebracht oder in Kohlekraftwerken mitverbrannt. Bisher wird der Klärschlamm aus der Region Augsburg, beispielsweise aus der Gersthofer Kläranlage, vor Ort getrocknet und dann in Lastwagen ins Allgäu verfrachtet, wo er verbrannt wird.

Das soll bis in drei Jahren der Vergangenheit angehören: Die MVV plant, im Industriepark Gersthofen eine Monoverbrennungsanlage für Klärschlamm zu errichten. Mehr als 30 Millionen Euro will der Energieversorger in den kommenden Jahren an seinem schwäbischen Standort dafür investieren. Den Anlagenbetrieb soll dann die MVV Industriepark Gersthofen GmbH übernehmen, die bereits für die Standortinfrastruktur und die Energieversorgung der zehn Unternehmen auf dem Gelände verantwortlich ist.

Ein Ziel ist, den „Klärschlammtourismus“ ins Allgäu zu beenden und den darin enthaltenen Rohstoff Phosphat – unter anderem wichtig bei Düngemitteln – vor Ort zu gewinnen.

Denn für beide Entsorgungswege – das „Odeln“ sowie auch die Verbrennung – muss derzeit eine neue Strategie entwickelt werden: Der Einsatz in der Landwirtschaft wird durch die im Jahr 2018 novellierte Klärschlammverordnung stark eingeschränkt, und auch die thermische Verwertung in Kohlekraftwerken ist durch den derzeit geplanten Kohleausstieg nur noch befristet möglich.

Hinzu kommt, dass mittlere und große Kläranlagen ab 2029 verpflichtet sind, den Phosphor-Anteil im Klärschlamm zu recyceln, betont Industriepark-Sprecherin Ingrid Knöpfle.

Das Genehmigungsverfahren bei der Regierung von Schwaben für die geplante Gersthofer Anlage beginnt nach Angaben des Unternehmens im Industriepark noch in diesem Jahr, die Inbetriebnahme könnte im Jahr 2023 erfolgen.

Zur Information der Öffentlichkeit hat die MVV wichtige Zahlen und Fakten ins Internet gestellt. Besucher der Homepage finden unter www.mvv-igs.de/kva Informationen zur Anlage und zum Verfahren der Klärschlammverbrennung sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen und eine Kontaktmöglichkeit. (AL)

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