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Landkreis Augsburg

21.03.2017

Das tut Ihrem Drahtesel gut

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Zweiradmechanikermeister Roland Köstler vom Fahrradhändler Durz in Neusäß zeigt, wie jeder Schritt für Schritt sein Fahrrad frühlingsfit machen kann.
Bild: Marcus Merk

Die Fahrradsaison geht los. Ein Zweiradmechanikermeister erklärt, was es alles zu beachten gibt.

Die Temperaturen klettern beharrlich nach oben und die Sonne lässt sich immer öfter blicken. Ideale Voraussetzungen, um das Auto in der Garage stehen zu lassen und Fahrrad zu fahren. Bevor es losgehen kann, muss der Drahtesel allerdings frühlingsfit gemacht werden, nachdem er davor den ganzen Winter nahezu unbenutzt blieb. Roland Köstler ist Zweiradmechanikermeister beim Fahrradhändler Durz in Neusäß und weiß genau, was vor den ersten Radtouren beachtet werden muss.

Reifen: Durch die lange Standzeit verlieren die Reifen viel Luft und die Seitenwände werden rissig und porös. Um zu wissen, welcher Druck angemessen ist, hilft ein Blick auf den Reifen selbst. Dort steht der minimale und maximale Luftdruck. Dieser sollte nicht überschritten werden. „Viele Leute wissen das gar nicht“, so Köstler. Halte man sich nicht daran, richte man mehr Schaden an, als der Reifen davor hatte.

Schaltung: Bei der Schaltung sei es weitaus schwieriger zu erkennen, ob sie noch intakt ist oder nicht. „Einfach losfahren und ausprobieren“, ist Köstlers Tipp. Stellt man dabei irgendwelche Defekte fest, ist der Weg zum Händler fast unvermeidbar. „Die Schaltung ist sehr komplex, da lässt man am besten einen Profi ran.“

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Bremsen: Hier gilt das Gleiche wie bei der Schaltung: „Für einen Laien ist es schwierig zu erkennen, ob die Bremsbeläge noch zu gebrauchen sind.“ Ein Funktionstest sei aber trotzdem immer sinnvoll. Generell solle das Rad alle drei bis vier Jahre in eine Werkstatt gebracht werden, um Bremsbeläge zu testen und zu erneuern, erklärt Köstler.

Räder: Nicht nur die Reifen müssen aufgepumpt sein, sondern auch das Achsspiel am Vorder- und Hinterrad kontrolliert werden. „Das kann zu Hause jeder selbst machen“, erklärt Köstler. Dazu müsse man lediglich den Reifen ein wenig von rechts nach links bewegen. Gibt es einen Spielraum zur Achse ist das Rad zu locker. An den moderneren Fahrrädern ist ein Hebel angebracht, ansonsten kann man die Muttern mit einem Schraubenschlüssel wieder fest drehen.

Kette: Damit die Fahrradkette möglichst lang erhalten bleibt, sollte sie regelmäßig geölt werden. „Aber nur mit Fahrradöl“, betont Köstler. Motorradöl oder gar ganz normales Fett sorge dafür, dass die Kette irgendwann verklebt und nicht mehr zu gebrauchen ist.

Lichtanlage: Ein Frühjahrscheck ist der ideale Zeitpunkt um festzustellen, ob eine Lichtanlage überhaupt vorhanden ist, damit das Fahrrad verkehrstauglich ist. Wichtig sind ein Vorder- und Rücklicht sowie Reflektoren vorne, hinten und in Form von „Katzenaugen“ in den Speichen. Darauf kann verzichtet werden, wenn der Fahrer einen Schlauch mit reflektierenden Streifen hat. Bei den Lichtern sollte der Dynamo überprüft werden oder gegebenenfalls die Batterien ausgetauscht werden, je nachdem um was für Modelle es sich handelt.

Lenker: Auch beim Lenker sollte immer überprüft werden, ob alle Schrauben fest sind. Besondere Vorsicht gilt bei Carbonlenkern. Schrauben können selbst nachgezogen werden, aber nicht zu fest, sonst kann das Carbon beschädigt werden. Roland Köstler empfiehlt hier, einen Drehmomentschlüssel zu benutzen – der Drehmoment sei bei den meisten Carbonlenkern angegeben. Eine Klingel sollte ebenfalls vorhanden und funktionsfähig sein.

Elektrorad Roland Köstler beobachtet seit einigen Jahren, wie sich Elektroräder immer größerer Beliebtheit erfreuen. „Nicht nur die ältere Generation kauft Elektroräder, auch die Jüngeren.“ Zusätzlich zu der restlichen Checkliste müssen der Motor und der Akku überprüft werden. Dieser sollte im Winter schon geladen werden, da es sonst passieren kann, dass er im Frühling kapputt ist. „Und so ein Akku kostet schon mal knapp 800 Euro“, so Köstler.

Neukauf „Wozu brauche ich das Fahrrad eigentlich?“ Köstler rät jedem sich vor dem Fahrradkauf diese Frage zu stellen. Wichtig sei die Beachtung des Untergrunds auf dem man fährt – eher Wald oder Asphalt – und ob das Rad zu sportlichen oder Fortbewegungszwecken dient. Eine Probefahrt sei unvermeidbar: „Ich rate davon ab im Internet zu bestellen, da das Rad oft nicht an einen selbst und die Bedürfnisse angepasst sind.“ Wer ein vernünftiges Fahrrad wolle, das länger erhalten bleibt, solle sich bei 500 Euro aufwärts umschauen. „Für ein gutes Elektrorad muss man zwischen 2000 Euro und 2500 Euro bezahlen.“

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