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25.06.2009

Dem Einzelhandel fehlt eine attraktive Ortsmitte

Langweid Schwächen und Stärken des Standorts Langweid liegen jetzt schwarz auf weiß vor: im neuen Einzelhandelskonzept von Dr. Manfred Heider (Augsburg), das der Experte im Auftrag der Gemeinde erarbeitet und am Dienstagabend im Gemeinderat vorgestellt hat. Es dient vor allem als Grundlage zur Beurteilung des geplanten neuen Einzelhandels-Standorts Langweid-Ost (s. weiteren Artikel).

Für seine Studie hat der Gutachter nicht nur die Struktur des Einzelhandels in Langweid erfasst, sondern auch etliche weitere interessante Daten erhoben, zum Beispiel zur Kaufkraft, zur gegenwärtigen Situation und zu Stärken und Schwächen des Einzelhandels. Befragt wurden 21 Betriebe, beteiligt haben sich allerdings nur neun Einzelhändler, das sind 43 Prozent.

Rund 44 Prozent beurteilen ihre gegenwärtige Situation als gut, elf Prozent sogar als sehr gut, 22 Prozent als befriedigend und jeweils elf Prozent als eher nicht so gut oder schlecht. Die zukünftige Situation sieht ebenfalls die Mehrheit als gut (22 Prozent) oder befriedigend (33 Prozent) an. Mit "eher nicht so gut" antworteten hier allerdings 22 Prozent, mit "schlecht" elf Prozent. Dr. Manfred Heider fasste das so zusammen: "Man hat hier nicht die ganz großen Befürchtungen, sieht aber auch nicht ganz toll optimistisch nach vorn."

Die Stärken und Schwächen

Dem Einzelhandel fehlt eine attraktive Ortsmitte

Die Stärken des Standorts Langweid werden vor allem im alteingesessenen Käuferpotenzial gesehen (38,5 Prozent) sowie im angenehmen sozialen Umfeld (23 Prozent) und im guten Zusammenhalt der Gewerbetreibenden (15 Prozent). Als größte Schwäche des Standorts wird das Fehlen einer attraktiven Mitte und eines dort konzentrierten Geschäftsbereichs gesehen (45 Prozent). Käuferverhalten und Kaufkraft der Bevölkerung folgen bei der Negativliste auf Platz zwei mit 18 Prozent.

Demzufolge wird eine Aufwertung der Ortsmitte auch als wichtigster Verbesserungsbedarf genannt (25 Prozent). Auf Platz zwei folgen hier mit jeweils zwölf Prozent: Arbeitsplatzsituation und gastronomische Situation verbessern, Gewerbetreibende mehr an Entscheidungsprozessen beteiligen.

Die Kunden des Langweider Einzelhandels kommen vor allem aus folgenden Gebieten: der Gemeinde Langweid (bis 40 Prozent Kaufkraftbindung), Gemeinde Biberbach (bis 20 Prozent), Gemeinden Gablingen sowie Todtenweis und Rehling/beide Kreis Aichach-Friedberg (bis zehn Prozent).

Die Kaufkraft der Bevölkerung Langweids liegt bei 40,3 Millionen Euro für Einzelhandelsprodukte. Davon bleibt ein Viertel (9,5 Mio. Euro) am Ort. Der Einzelhandelsumsatz 2009 wird mit insgesamt 5,2 Millionen Euro angegeben.

Ein Drittel in der Ortsmitte

Zur räumlichen Verteilung ermittelte der Experte folgende Zahlen: In der Ortsmitte liegen 28 Prozent der Einzelhandelsgeschäfte, im sonstigen Kernort 52 Prozent, der Rest außerhalb. Die Hälfte der Geschäfte hat weniger als 50 Quadratmeter Verkaufsfläche, was als "wenig zukunftsfähig" gelte.

Der Langweider Einzelhandel sei von der Struktur her fast komplett auf die Grundversorgung (Lebensmittel/Drogeriewaren) ausgerichtet (über 60 Prozent). Andere Branchen spielen dagegen kaum eine Rolle.

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