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Ärger

05.07.2014

Den Bieselbachern stinkt’s gewaltig

Die Klärschlammtrocknung der Biogasanlage Lindgraben bei Horgau sorgt vor allem in Bieselbach immer wieder für Ärger. Grund ist der Gestank. Jetzt soll eine Lösung her. Im Gemeinderat durften sich auch Betroffene zu Wort melden. Dabei wurde deutlich, wie groß die Wut inzwischen ist.
Bild: Marcus Merk

Aber die Geschäftsführer der Klärschlammtrocknung sagen: Es wird sich jetzt etwas ändern

Die Bieselbacher brennen vor Wut. Bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag wäre beinahe der Platz ausgegangen, so viele Bürger interessieren sich für eine Abluftreinigungsanlage der Klärschlammtrocknung. „Es stinkt mehr denn je, so ist es nicht mehr auszuhalten“, da sind sich alle Bieselbacher und zum Teil auch Bewohner von den umliegenden Dörfern einig. Seit fünf Jahren, sagen sie, müssen sie den Gestank ertragen. An manchen Tagen weniger, an anderen wieder mehr, aber eine Besserung sei nie zu spüren gewesen. „Ich muss inzwischen das Grillen mit Freunden nach dem Wind legen, damit der Geruch uns nicht belästigt“, erklärt einer der Bürger.

Auch die beiden Geschäftsführer der Kläranlage der Bioenergie Rothtal waren bei der Sitzung anwesend. Die Verantwortung sehen diese allerdings bei den Gemeinden, die ihnen den Schlamm liefern. „Wir können im Voraus nicht erkennen, ob der Schlamm frisch ist. Erst in der Anlage zeigt sich die Qualität, und dann ist es schon zu spät“, sagt Georg Reitmayer, einer der Geschäftsführer. Normalerweise wird der Schlamm in den Kläranlagen bereits vorentwässert. Dann ist das stichfestes Material, das angeliefert wird, und das stinkt nicht, erklärte Reitmayer gestern. Bürgermeister Thomas Hafner bestätigte das Problem.

Die Verärgerung der Bürger war deutlich zu hören. „Man kann die Fenster nicht mehr offen lassen, weil sich der Gestank tagelang festsetzt“, hieß es oder: „Es wird einem ein großes Stück Lebensqualität genommen, man hat außerdem ein Recht auf frische Luft. Der Grund für den Gestank ist mir egal, es muss einfach sofort aufhören.“ Ein anderer beschwerte sich: „Es ist im Moment unmöglich, sein Haus zu vermieten oder zu verkaufen, das darf nicht sein.“ Auch Gemeinderatsmitglied Anja Dördelmann (Bündnis Umwelt), selbst Bieselbacherin, hält die Situation für untragbar. „Es muss sich sofort etwas ändern.“

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Eine Abluftreinigungsanlage soll nun Besserung bringen. Die Luft, die normalerweise gleich nach außen gedrückt wird, wird in einem Container gereinigt und kommt dann sauber nach außen. Die Kosten für die Reinigungsanlage werden im sechsstelligen Bereich sein. Seit Oktober arbeiten die Betreiber mit Experten daran, laut Reitmayer zieht sich das Planungsverfahren etwas. Aber jetzt darf laut Landratsamt vorzeitig gebaut werden. „Wir werden die Anlage nicht mehr neu befüllen, bis das Reinigungssystem eingebaut ist“, versprechen die Geschäftsführer der Bioenergie Rothtal den Bürgern. Das wird aber dauern: Es werde vermutlich vier Wochen dauern, bis die Anlage steht, und dann noch mal mindestens sechs Wochen, bis die Bakterien sich entwickelt haben und den Geruch eliminieren können. In dieser Zeit muss die Kläranlage auch normal betrieben werden. Falls diese letzte Maßnahme zu keinem Ergebnis führt, sieht sich Bürgermeister Thomas Hafner gezwungen, die Genehmigung für den Betrieb zurückzuziehen. „Ich verstehe die Bieselbacher“, sagte Reitmayer gestern. „Aber jetzt tut sich was, und wir hoffen, das schafft Abhilfe.“

Im Gemeinderat notiert

Außerdem wurde bei der Sitzung die Komplettsanierung des Parkplatzes an der Sportanlage Rothtal besprochen. Immer wieder springt der Boden an einigen Stellen auf. Neben einer glatten Oberfläche wird gefordert, dass der Boden in Zukunft auch das Wasser besser aufnehmen soll. Die Kosten für den Umbau der 2500 Quadratmeter Parkplatzfläche würden sich im sechsstelligen Bereich bewegen. Günther Steer (Bündnis Umwelt) sieht in der Sanierung einen wichtigen Punkt, da das Sportzentrum seiner Meinung nach zum Aushängeschild der Gemeinde gehört. Die Entscheidung über den genauen Plan zum Umbau wird vertagt.

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