Newsticker
EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Den Neusässer Kunstpreis gibt es diesmal für Objekte

Neusäß

07.11.2019

Den Neusässer Kunstpreis gibt es diesmal für Objekte

Rita Maria Mayer (links) erhält für ihr Objekt „Bilanz“ den Kunstpreis der Stadt Neusäß. Ottilie Leimbeck-Rindle erhält den Sonderpreis der Kreissparkasse Augsburg für ihr Objekt „Zeitensprung I“.
4 Bilder
Rita Maria Mayer (links) erhält für ihr Objekt „Bilanz“ den Kunstpreis der Stadt Neusäß. Ottilie Leimbeck-Rindle erhält den Sonderpreis der Kreissparkasse Augsburg für ihr Objekt „Zeitensprung I“.
Foto: Andreas Lode

Die Jury kürt Rita Maria Mayers “Bilanz“ aus Terrakotta. Ein Sonderpreis geht an Ottilie Leimbeck-Rindles „Zeitensprung I“, der zum Teil vom Flohmarkt stammt.

Alle zwei Jahre werden der Kunstpreis der Stadt Neusäß und der Sonderpreis der Kreissparkasse Augsburg vergeben. Heuer wurde der städtisches Kunstpreis bereits zum 20. Mal verliehen. Diesmal gingen der Kunstpreis der Stadt sowie der Sonderpreis der Kreissparkasse Augsburg an Objekte.

Teilnahmeberechtigt zu den Kunstpreisen 2019 waren alle in Neusäß wohnenden oder arbeitenden Künstler und Auswärtige, falls sie zum Kulturkreis Neusäß gehören. Insgesamt zwei Werke aus den Bereichen Malerei, Grafik und Plastik konnten eingereicht werden.

35 Künstler mit 42 Exponaten wurden ausgewählt

35 Künstler mit 42 Exponaten wurden laut Dr. Sylvia Jäkel von der Jury für die 20. Neusässer Kunstpreisausstellung ausgewählt. „Zu den Maltechniken zählen Mischtechniken, Arbeiten in Öl, Acryl sowie Collagen, Aquarelle und Holzschnitte.“ Unter den 42 Exponaten befinden sich elf Plastiken in Bronze, Alu Guss, Travertin, Block-Intarsie, Holz, Terrakotta, Keramik sowie Materialassemblagen.

„Die zwei Preisträger überzeugten die Jury durch die Vielschichtigkeit ihrer Arbeiten in Bezug auf ihren philosophischen Kontext, der Verwendung außergewöhnlicher Materialien und durch die aufwendige Bearbeitung unter Berücksichtigung innovativer Techniken“, so Sylvia Jäkel weiter.

  • Kunstpreis Der 20. Kunstpreis der Stadt Neusäß geht in diesem Jahr an Rita Maria Mayer für ihr Objekt „Bilanz“ aus Terrakotta. Dazu sagt sie: „Das Werk stellt eine Art Inventur eines Lebensabschnittes dar.“ Die Gegenüberstellung der positiven und negativen Bilanz dokumentiere, wie private, familiäre, weltpolitische Ereignisse eingeordnet werden. Dabei soll der Blick zurück nicht nur die Vergangenheit konservieren, sondern eine freie Sicht in die Zukunft ermöglichen.

Rita Maria Mayer wurde 1945 geboren. Sie ist ausgebildete Kunsterzieherin und war lange als Lehrerin tätig. Seit 1990 arbeitet sie freiberuflich als Künstlerin und Dozentin, hat zahlreiche Studienreisen unternommen und Projektarbeit im europäischen und außereuropäischen Ausland durchgeführt.

Ihre Arbeitsgebiete sind Skulpturen, Objekte, Installationen

Seit 1986 präsentiert sie ihre Arbeiten in vielfältigen Gruppen- und Einzelausstellungen in Deutschland und Italien. Ihre Arbeitsgebiete in der Kunst sind Skulpturen, Objekte, Installationen. Über ihr künstlerisches Werk sagt sie: „Mein bildnerischer Kosmos speist sich aus unzähligen Begegnungen und Erinnerungen: des Alltags, fremder Kulturen und ihrer Menschen, nahe liegender und entfernter Orte und damit einhergehender sozialer Situationen.“ Oft verwendet sie neben den verschiedenen keramischen Massen weitere Materialien, Fundstücke aus der Natur und auch zivilisatorische Relikte. Die Wahl der Proportionen und eine oft aufwändige Bearbeitung der Oberflächen lassen inhaltliche Aspekte dem Betrachter betont sichtbar werden.

  • Sonderpreis Der Sonderpreis der Kreissparkasse Augsburg geht an die Künstlerin Ottilie Leimbeck-Rindle für ihr Objekt „Zeitensprung I“ in Mixed Media. Dazu sagt sie: „Die Arbeit verdeutlicht den Sprung von einer vergangenen in die heutige Zeit, indem die Seil-Spule aus circa 100-jährigem Eichenholz mit Metallhalterung eine Verbindung mit zeitgenössischen Techniken eingeht.“

Ottilie Leimbeck-Rindle wurde 1952 in Friedberg geboren, absolvierte von 1968 bis 1972 ein Studium der Sozialpädagogik und ist seit 2005 als freischaffende Künstlerin tätig. Sie hat viele Jahre als Dozentin Kurse im eigenen Atelier gegeben und beteiligt sich an zahlreichen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen. 2016 präsentierte sie eine Auswahl an Arbeiten in einer Einzelausstellung im Rathaus Neusäß und seit 2018 ist sie Inhaberin der Ateliergalerie Facette in der Altstadt von Augsburg.

Seil-Spule auf einem Flohmarkt entdeckt

Die Seil-Spule entdeckte die Künstlerin auf einem Flohmarkt, wo sie von ihrer Schönheit angetan war und die Schrunden des alten Holzes bewunderte. Was viele Jahre zum Transportieren von Lasten benutzt worden war, hart, stabil, wertvoll, gebraucht, nützlich und kräftig, war nun abgenutzt, veraltet, unnütz, weggestellt, vergessen, verstaubt und angerostet.

„Beim Bearbeiten führten mich meine Gedanken auf eine Zeitreise zurück und dies wird bei den Gegensätzen im Material und bei den verwendeten Motiven deutlich.“ Hartes Holz mit schroffen Konturen und hartes Metall wurden mit weichem Material wie Japanpapier, Wachs und Farbe bearbeitet. Es gibt den Konturen eine Weichheit, wirkt geschmeidig, empfindlich, durchscheinend und verletzlich.

Letztendlich gibt eine Patina aus Ölfarbe dem Objekt eine Schutzhülle, die einerseits seine Verletzlichkeit in kleinen Rissen und Gravuren sichtbar macht und gleichzeitig konservierend bewahrt.

  • Dauer Die Kunstpreis-Ausstellung ist bis zum 2. Januar im Foyer des Rathauses Neusäß zu sehen.
Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren