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Landkreis Augsburg

08.12.2019

Den evangelischen Dekan reizt die neue Aufgabe

Frank Kreiselmeier (links), hier im Bild mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, ist der neue Dekan.
Bild: Foto: Annette Zoepf

Pfarrer Frank Kreiselmeier wechselt von St. Ulrich als neuer Dekan nach Gersthofen. In Augsburg hat er gute und enge Nachbarschaft mit den Katholiken gepflegt.

Er hatte sich erst gar nicht getraut, sich auf diese Stelle zu bewerben. Man musste ihn auffordern. „Ich hielt es für ziemlich unwahrscheinlich, dass jemand aus dem eigenen Dekanat berufen wird“, sagt Pfarrer Frank Kreiselmeier. Ab März 2020 wechselt der evangelische Geistliche von St. Ulrich in Augsburg als Pfarrer und Dekan nach Gersthofen. Die Aufgabe findet er sehr reizvoll, sowohl in der Gemeindearbeit als auch in der Leitungsfunktion tätig zu sein.

Kreiselmeier, 1962 in Rothenburg ob der Tauber geboren, bringt für beides große Erfahrung mit. Über 18 Jahre („für heutige Verhältnisse außergewöhnlich lang“) hatte er als Ulrichspfarrer eine relativ große Gemeinde zu betreuen. Sie ist ihm und er ist ihr ans Herz gewachsen, sodass der Abschied gar nicht leicht fällt. Kreiselmeier zieht Menschen durch sein zugewandtes, freundliches Wesen an. Er predigt anschaulich und tiefgründig. Dass er gut organisieren kann, bewies er als Baupfarrer: Kaum war er da, wurde 2002 die Ulrichskirche wegen akuter Einsturzgefahr völlig überraschend geschlossen. Fünf Jahre lang zog sich die Sanierung und Renovierung hin, dann folgte die Neugestaltung des Kirchhofs und der Neubau am Ulrichsplatz, der künftig Pfarramt, Pfarrer und Regionalbischof beherbergt. Kreiselmeier wird dort nicht mehr einziehen.

Beauftragter für die Ökumene

Dem Ulrichspfarrer war die gute Nachbarschaft mit den Katholiken schon baulich vorgegeben, hängen doch beide Kirchen miteinander zusammen. So war es kein Wunder, dass ihn Regionalbischof Axel Piper im Oktober als ersten Ökumenebeauftragen im Kirchenkreis Schwaben ins Amt einführte. Kreiselmeier füllt es nebenzu aus, hält Kontakt zu Diözese und wirkt in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen mit. „Wenn Anfragen aus den Dekanaten oder Gemeinden komme, fahre ich auch schon mal zu einem Vortragsabend hinaus“, sagt er. Ein gutes Miteinander und Füreinander-Dasein sei ihm ein Herzensanliegen. Manchmal müsse man auch miteinander daran leiden, was noch nicht gemeinsam zu tun möglich ist. Kreiselmeier scheut sich aber nicht, klar anzusprechen, „was uns eigen ist“.

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Auf Gersthofen und das Dekanat Nord-West, das von Zusmarshausen über Wertingen bis nach Aichach reicht, freut er sich. „Es ist mir wichtig frei und kreativ nachzudenken über Bewährtes und Neues, über Notwendiges und weniger Wichtiges, über Kooperationen und Strukturen im Dekanatsbezirk, aber besonders auch über die Pfarrerinnen und Pfarrer sowie ihre Mitarbeiter und ihre Kräfte“, so Kreiselmeier. Mit der langen Erfahrung als Senior des Augsburger Pfarrkapitels baut er hierzu auf ein starkes Vertrauenskapital. Seelsorge in der Diaspora, wo evangelische Christen in der Minderheit, kennt er bereits von früheren Pfarrstellen.

Neue Aufgabe für die Ehefrau

Bildeten bislang Frank und Kathrin Ballis-Kreiselmeier ein Duo im Pfarramt, wird die Ehefrau künftig eine neue Aufgabe – vielleicht in der Schule bekommen. Ihr Sohn legt dieses Schuljahr das Abitur ab. Die Familie wird zunächst in Augsburg wohnen bleiben, denn im Gersthofener Pfarrhaus besteht Platzbedarf fürs Pfarramt, den Diakon und die 2. Pfarrerin. Abschied von St. Ulrich nimmt Kreiselmeier am Sonntag, 2. Februar, – „wie die Knechte und Mägde, die zu Lichtmess ihren Dienstherrn wechselten“. In Gersthofen werde er am 8. oder 15. März ins Amt eingeführt.

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