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Faschingsumzug

14.02.2018

Der Ehlfinger löst so manches Problem

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Ein mobiler Kreißsaal als humorvolle Lösung fürs Hebammenproblem.

Vom mobilen Kreißsaal bis zum Orakel: Viel Kreativität beim Ehinger Gaudiwurm begeistert die zahlreichen Zuschauer. Warum Fußballer nicht nur Tore schießen können

Die Sonne strahlte gestern mit den Maskerlen um die Wette, als sich der Ehlfinger-Zug mit einem kräftigen „Ehlfinger Blitz Plaus“ am Bürgerhaus Ortlfingen in Bewegung setzte. Von kunterbunten Fußgruppen über „Kiachla hausgemacht“ bis zum Kreißsaal-Mobil für den schnellen Einsatz war beim Gaudiwurm alles geboten, was der Beschreibung „Klein – aber fein“ gerecht wird. Vereine, Gruppen und Familien lieferten witzig-spritzige Themen. Die zahlreichen Zuschauer am Straßenrand, die selbst oft mit tollen Verkleidungen glänzten, sparten nicht mit Applaus. Und wie jedes Jahr zählten nicht PS, sondern Fantasie.

Eine freudige Nachricht gab es gleich zum Zugauftakt: Babyboom in Ehingen! Und in der Gemeinde werden die werdenden Mütter in Zeiten von Hebammenmangel und schließenden Geburtsstationen nicht im Stich gelassen. Gerhard und Ulrike Heindl waren mit einem Ärzteteam und Hebammen, mit kugelrunden Babybäuchen sowie Kinderwagen-Chauffeuren vor Ort und präsentierten den mobilen Kreißsaal – ein humorvoller Lösungsansatz für ein aktuelles Thema, das politischen Handlungsbedarf fordert: „Kommt das Baby blitzeschnell, ist unser Kreißsaal gleich zur Stell. Wir in Ehingen denken stets voraus, und bilden unsere Hebammen selber aus.“

Weitere Familien hatten für den Ehlfinger in der Ideenkiste gestöbert. Sie überzeugten – wie jedes Jahr – mit ihren amüsanten Beiträgen und Lokalkolorit, etwa das Duo Keßler/Kuchenbaur, das politische Prominenz zum Ehlfinger brachte, oder Familie Hirschbeck, die das Ehinger Einhorn-Wappen live darstellte. Auch die Änderung der Straßenausbaubeiträge war ein Thema: „Abzocke Ade! Der Politiker Leid is Bürgers Freid“, meinte Familie Kratzer.

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Der Sonnenschein lockte auch viele fleißige Bienen an. Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins schwärmten aus und hatten mit Blick auf Glyphosat & Co. eine klare Forderung zum Wohle von Mensch und Natur mitgebracht: „Stoppt das Bienensterben!“ Hellseherische Fähigkeiten präsentierten die Theaterfreunde beim Straßenfasching, hatten sie sich doch in den vergangenen Monaten eindringlich mit dem Orakeln beschäftigt. In Kürze startet nämlich ihre Spielsaison mit dem Stück „Regn-Wurm-Orakl“, und sie weckten mit ihrem Auftritt schon mal Vorfreude auf einen spannenden Theaterabend.

„Majestätisch“ war der Auftritt des Sportvereins. Die Fußballer können nicht nur Tore schießen und aufsteigen, sondern auch ein bezauberndes Kinderprinzenpaar für den 9. Ehlfinger stellen: Niklas I. und Lena I. grüßten mit großer Gefolgschaft der F- und E-Jugend-Spieler ins närrische Volk. Ganz putzig waren die Jüngsten als Schlümpfe mit von der Partie. Die Ehinger Musikanten und die Musikerjugend Westendorf begleiteten den Zug als musikalische Stimmungsmacher. Zahlreich beteiligten sich auch Faschingsgruppen aus der Nachbarschaft beim Ehlfinger, wie etwa die die Ellgauer Fabelwesen oder die Kühledahler Mädla mit „Holla die Waldfee“. Am Straßenrand wartete Bäuerin Rosmarie Gump mit 180 Kiachla „à la Jörglebauer“ auf hungrige Maskerle. Nach knapp einer Stunde erreichte der Gaudiwurm das Feuerwehrhaus, wo noch bis Mitternacht ausgiebig der Kehraus gefeiert wurde.

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