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Musik

04.04.2018

Der Funke springt über im Tassilosaal

Zum ersten Mal nach dem Umbau spielte das Gesamtorchester des Musikvereins Thierhaupten im Tassilosaal. Das Publikum war begeistert.
Bild: Wilhelm Wagner

Rekordverdächtige Kulisse beim Osterkonzert des Musikvereins Thierhaupten

Voll auf ihre Kosten kamen am Ostersonntag die Gäste des Musikvereins Thierhaupten. In einem begeisternden Konzert sprang der Funke von der Bühne sofort auf die rekordverdächtige Kulisse über, weshalb die Akteure erst nach zwei Zugaben entlassen wurden. Die Besucher indes durften ein starkes Hörerlebnis aus dem Tassilosaal mit nach Hause nehmen.

Positiv überrascht wurde der Musikverein Thierhaupten bei seinem mittlerweile 35. Osterkonzert vom Besucherinteresse. Um dem rekordverdächtigen Andrang Herr zu werden, wusste man sich jedoch zu helfen und erweiterte kurzerhand die Bestuhlung. Vorsitzender Markus Birkner versprach nicht zu viel, als er in seiner Begrüßung ein abwechslungsreiches Programm ankündigte. Ein besonderer Gruß galt den anwesenden befreundeten Musikvereinen und der ASM-Bezirksvorsitzenden Angela Ehinger mit ihrem Team. Gekonnt führte Anja Gastl durch das Programm, vermittelte Informationen zu Komponisten und Stücken und schärfte somit das Gehör der Besucher für die einzelnen Sequenzen. Besonders deutlich wurde dies bei „Pilatus: Mountain of Dragons“ von Steven Reineke. Ohne die einleitenden Worte wären wohl der beeindruckende Sonnenaufgang, der fröhliche Aufbruch der Bergsteiger und der anschließende Kampf, der schließlich für mindestens einen Beteiligten tödlich endet, nicht so intensiv angekommen.

In aller Munde ist immer wieder der „Herr der Ringe“. Dirigent Andreas Glatzmaier wählte für sein Debüt im Tassilosaal den fünften Satz von Johan de Meijs Sinfonie aus, übernahm dazu gleich selbst die Einführung und ließ das Publikum wissen, dass in den ersten vier Sätzen der Sinfonie nichts Wesentliches geschieht. Durch das Anspielen weniger Takte – Trompeten künden die Ankunft Gandalfs, Klarinetten und Flöten symbolisieren die Elben – waren die Hörer anschließend praktisch mitten im Geschehen. Spannend ging es auch im zweiten Teil weiter: „Persis“ von James L. Hosay mündete in eine wilde Verfolgungsjagd, die musikalisch erst wieder mit den anschließenden „Songs from the Catskills“ von Johan de Meij zur Ruhe kam.

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Einen ganz speziellen Auftritt hatten die Schlagwerker Thomas Wenninger, Maximilian Maier und Georg Reinsch mit dem „Sandpaper Ballet“ von Leroy Anderson. Dabei kamen weder Trommel noch Sticks zum Einsatz, sondern Schmirgelpapier und weiße Handschuhe. Die unterschiedliche Körnung sorgte für feine Klangnuancen, ehe „The Thunderer“ von John Philip Sousa im Stile eines typisch amerikanischen Marsches das über zweistündige Programm beendete. Tosender Applaus und rhythmisches Klatschen waren nicht nur Lohn für die Akteure auf der Bühne, sondern gleichzeitig die Forderung nach einer Zugabe, für die „Yagibushi“ das Publikum nach Japan entführte. Endgültig Schluss war aber erst nach einer weiteren geforderten Zugabe in Form des „Second Waltz“ von Schostakowitsch.

In der „Aftershowparty“ im Musikheim lobten Dirigent Andreas Glatzmaier und Vorsitzender Markus Birkner den Abend und die Leistung der Aktiven, die seit dem Dreikönigskonzert auf dieses Ereignis hin geprobt hatten.

Die Akustik im Saal sei nach der Umgestaltung zwar besser, könne aber wohl zwangsläufig das Klangvolumen des Kirchenschiffes nicht erreichen, so das fachmännische Urteil. (WAH)

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