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21.01.2019

Der Handballer des Jahrhunderts

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Erhard Wunderlich

Weltmeister Erhard „Sepp“ Wunderlich fand in Gersthofen seine letzte Ruhestätte

Aus aktuellem Anlass wollen wir uns heute mit einem Sportler aus Augsburg beschäftigen, der fürwahr Handball-Geschichte geschrieben hat, der bei 504 Spielen unvergessene 140 Tore in der deutschen Nationalmannschaft geworfen hat: Erhard Wunderlich, der nach seinem Wechsel zum VfL Gummersbach aufgrund seiner bayerischen Herkunft fortan „Sepp“ gerufen wurde.

Der am 14. Dezember 1956 geborene Erhard Wunderlich, der zusammen mit dem heutigen Fußball-Bundesligatrainer und -manager Armin Veh in Oberhausen aufgewachsen war, verstarb bereits am 4. Oktober 2012 an den Folgen eines Hautkrebsleidens – die derzeitige Handball-WM in der Heimat zu erleben, war ihm nicht vergönnt.

Begonnen hat alles beim FC Augsburg, wo er ausgebildet wurde. Und zwar so gut, dass er mit seinem Talent schon 1976 zum großen VfL Gummersbach wechseln konnte.

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Es folgte die Berufung in die Nationalmannschaft, für die der linke Rückraumspieler und geniale Spielmacher zehn Jahre lang auslief. Höhepunkt seiner Karriere war wohl seine Teilnahme am Endspiel der WM 1987, als er als Jüngster der deutschen Mannschaft einen 20:19-Endspielsieg über Russland mit verantworten durfte.

Und 1984 gewann das deutsche Team mit Wunderlich bei der Olympiade in Los Angeles dann noch die Silbermedaille.

Furore machte der Spieler auch im Klub: In den Jahren 1981 bis 1983 war der Gummersbacher Torschützenkönig der Bundesliga mit jeweils beeindruckenden Trefferquoten (214 Feld- und 91 Siebenmetertore in der Saison 81/82, in der er auch zum Handballer des Jahres gewählt wurde). Und 1983 konnte Wunderlich auch noch den Europapokal mit Gummersbach gewinnen.

1983 wechselte er zum FC Barcelona, bei dem zur selben Zeit auch der Augsburger Bernd Schuster unter Vertrag stand – allerdings als Fußballer. Er blieb nur ein Jahr. Bereits 1984 spielte er wieder in Deutschland, jetzt aber für den Münchner Verein TSV Milbertshofen – weiter erfolgreich: Vizemeister und Europapokal. Nun zog er sich langsam zurück, es folgten Engagements als Trainer und Manager. Und nach der Beendigung seiner Karriere als Sportler wurde er dann 1999 zum „Handballspieler des Jahrhunderts“ gekürt.

In den 1990er-Jahren betrieb Wunderlich eine Firma für Büroausstattungen in Starnberg. Ende des Jahrzehnts zog er mit seiner zweiten Frau für einige Jahre nach Bergisch Gladbach. Dann ging er ins Salzburger Land, wo er am Mondsee das Hotel Villa Wunderlich führte. Seine letzte Ruhestätte fand Erhard Wunderlich auf dem Friedhof in Gersthofen.

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