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Grüner Gärtnern

11.11.2019

Der Kaktus mag jetzt seine Ruhe

So übersteht das stachelige Multi-Talent unter den Pflanzen den Winter im Augsburger Land

Wer kennt nicht einen der größten Hits der Comedian Harmonists „Mein kleiner grüner Kaktus“, der draußen am Balkon steht? Doch wie sieht es aktuell aus mit Kakteen auf Terrasse, Balkon und Garten?

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Es gibt tatsächlich Kakteenarten, die in unseren Breitengraden draußen überwintern können. Für manchen mag das seltsam klingen, da man die Pflanzen, die über lange Zeit Wasser speichern können, aus Gebieten kennt, die sehr heiß sind. Etwa Wüstenregionen, Steppen und Regenwälder aus ihrer Heimat Mexiko, Argentinien und Bolivien.

Wahrscheinlich war es Christoph Kolumbus, der sie aus Amerika nach Europa brachte. Kakteen sind Überlebenskünstler und ihnen genügt es, Wasser nicht ganzjährig, sondern nur saisonal zu bekommen. Es gibt um die 130 Gattungen und bis zu 1800 Arten. Die Kakteengewächse (bot. Cactaceae) gehören zur Ordnung der Nelkenartigen. Es gibt Kaktusse, die bis zu 15 Meter groß werden, aber auch ganz kleine mit nur einem Zentimeter Durchmesser. Manche werden nur 15 Jahre alt, andere bis zu 200 Jahre.

Der Kaktus mag jetzt seine Ruhe

Kakteen werden als Marmelade verwendet, aber auch als Wirtspflanze für die Cochenilleschildlaus, aus deren roten Farbstoff Campari oder hochwertige Lippenstifte gemacht werden. Abgestorbene Säulenkakteen werden in Südamerika als Bauholz verwendet. Die Stacheln eines Kaktus sind eigentlich Dornen. Sie dienen als Sonnenschutz, halten Kälte ab, bringen kondensiertes Nebelwasser direkt zur Pflanze, halten Fressfeinde ab und dienen zur Vermehrung. Früher verwendete man einen Kaktusstachel als Nadel für das Grammophon. Nachdem Kakteen essbar sind, kann man aus ihnen allerlei Gerichte zubereiten. In Erfurt, wo es die älteste Kakteenzucht der Welt gibt, wird einmal im Jahr zum Kakteendinner eingeladen.

Während die stacheligen Gewächse im Frühjahr und Sommer mit ihrer Blütenpracht beeindrucken, benötigen sie im Winter eine Ruhepause. Deshalb dürfen winterharte Kakteen jetzt nicht gedüngt und gewässert werden. Denn Wasser ist der größte Feind. Daher gilt es, Staunässe zu vermeiden und einen lichtdurchlässigen Regen- und Schneeschutz anzubringen, beispielsweise Plexiglasplatten. Unkraut sollte entfernt werden, damit keine Fäulnis entsteht. Ideal sind leicht abfallende Standorte und durchlässiges Substrat. Wenn Kakteen im Winter schrumpfen oder am Boden liegen, ist das kein Grund zur Sorge, da es zur Überlebensstrategie der Pflanzen gehört. Im Frühjahr stehen sie wieder auf.

Wer keine winterharten Kakteen hat, kann sie in der Wohnung, auch in beheizten Räumen überwintern. Allerdings müssen sie etwas gegossen werden. Direkt an der Heizung oder auf der Fußbodenheizung sollen sie nicht stehen. Das stört die Winterruhe, da sie dann vermehrt Wasser benötigen und wieder zum Wachsen angeregt werden.

Kakteen werden im September letztmalig gedüngt und ab spätestens November beginnt die Winterruhe. Ein ideales Quartier ist hell, kühl, luftig und hat eine Temperatur zwischen fünf und zwölf Grad Celsius. Somit eigenen sich Fensterbänke, Treppenhäuser und Wintergärten hervorragend. Wer in einem Altbau wohnt und Fenster mit Zwischenräumen hat, kann seine Kakteen auch dort hineinstellen. Frisch gegossenen Kakteen sollten nicht ins Winterquartier, da die Wurzeln nicht gut austrocknen können und es eventuell zu Fäulnis kommen kann, die wiederum die Pflanze eingehen lässt. "Aufgefallen

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