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Langweid

09.05.2019

Der Kulturbahnhof in Langweid steht kurz vor dem Start

Eine neue Nutzung gibt es für den Langweider Bahnhof. 

In rund zehn Monaten harter Arbeit wurde in Langweid ein ungewöhnliches Vorhaben verwirklicht. Am Samstag wird das ungewöhnliche Projekt präsentiert.

Es ist (fast ) geschafft. Der Umbau des über 100 Jahre alten Bahnhofsgebäudes von Langweid zum „Kulturbahnhof“ ist so gut wie abgeschlossen. Nur noch ein paar Kleinigkeiten fehlen, dann soll Ende Mai Schritt für Schritt eröffnet werden. Schon an diesem Samstag ist ein Tag der offenen Tür, an dem das ungewöhnliche Projekt der Öffentlichkeit präsentiert wird.

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Hinter dem gemeinnützigen Vorhaben „Kulturbahnhof“ stehen der Online-Buchhandel „buch7“ und eine lange Geschichte. Der Großvater von buch7-Chef Benedikt Gleich war schon Bahnhofsvorsteher in Langweid und Gleichs eigenes Wohnhaus steht in Sichtweite auf der anderen Seite der Gleise. Als gemeinnütziges Kulturzentrum soll der Bahnhof Anlaufpunkt für die unterschiedlichsten Menschen werden. Mit Autorenlesungen und Ausstellungen möchten die Macher das alte Haus mit neuem Leben und Ideen füllen.

Der Bahnhof ist das bislang größte Projekt, das der gemeinnützige Buchhandel, den vor über zehn Jahren sieben Studenten aus der Taufe hoben, angepackt hat. Rund 370000 Euro hatte buch7 bis Ende vergangenen Jahres aus seinen Überschüssen an mehr als 100 Verbände und Organisationen gespendet.

Der Kulturbahnhof in Langweid steht kurz vor dem Start

Umbau kostet eine halbe Million Euro

Die seit rund zehn Monaten andauerende Sanierung des historischen Bahnhofsgebäudes allerdings hat inzwischen finanzielle Dimensionen angenommen, mit denen zu Beginn der Mission „Bahnhofsrettung“ niemand gerechnet hatte. Erste Kostenschätzungen waren von weniger als 50000 Euro ausgegangen, erzählt der 36-Jährige. Jetzt werde der Umbau wohl eher eine halbe Million kosten. Folge laut Gleich: „Unsere Kassen sind einigermaßen leer.“

Während des Baus traten verschiedene Schwierigkeiten auf, mit denen zuvor nicht gerechnet worden war, unter anderem Holzwurm-Befall. Eher kurios mutet an, dass der Bahnhof nun offiziell als Hochhaus gilt. Eingetragen hat ihm den Titel der oberste Geschossboden, der in 7,15 Meter Höhe zu finden ist. Das Überschreiten der Sieben-meter-Schwelle geht ins Geld, weil sie schärfere und damit kostspieligere Brandschutzauflagen zufolge hat.

Wartehalle wird zu Literaturcafé

Gleich aber will jetzt lieber nach vorne blicken. „Wir sind fast schlüsselfertig.“ Im Obergeschoss des Bahnhofes befinden sich eine Hausmeisterwohnung und die Räume von buch7, während unten Gastronomie und Buchhandel vorgesehen sind. Die ehemalige Wartehalle soll als Veranstaltungsraum mit Literaturcafé genutzt werden und so ein neuer Anlaufpunkt für Langweid werden.

Auch Bahnfahrgäste sollen künftig wieder Unterschlupf finden können. „Es wäre super, wenn sie auch Brötchen und eine Kaffe kaufen könnten, sagt Gleich. Zu stemmen sei ein derartiges Angebot aber nur mit vielen helfern. Deshalb soll es auch einen Förderverein geben, der bei Betrieb und Finanzierung des Kulturbahnhofs hilft. Dieser soll in der vierten Maiwoche langsam anlaufen, wenn der Buchladen an zwei tagen in der Woche öffnet. Zuerst aber sollen sich die Menschen am Samstag von den Ergebnissen der Sanierung überzeugen können. Am tag der offenen Tür kommen sie auch in Bereiche, die ansonsten für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

Der Tag der offenen Tür findet am Samstag, 11. Mai, von 12.30 bis 17 Uhr statt.

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