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Dialekte

12.03.2012

Der Lean, das beliebte Haustier

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In unserer Serie geht es heute um die unterschiedlichen Bezeichnungen für „Katze“ und woher der Kater kommt

Landkreis Augsburg Katzen sind wohl nach dem Hund das älteste Haustier des Menschen – immerhin schon seit fast 10000 Jahren. Anlass genug, sich mit den mundartlichen Bezeichnungen für dieses (oftmals Kuschel-)Tier zu beschäftigen.

Katze und Kater haben einen gemeinsamen althochdeutschen Ursprung (kataro, kazza/o), der auch in anderen europäischen Sprachen wiederzufinden ist – etwa im englischen cat oder im italienischen gatto, auch im französischen chat. Und so sind auch die süddeutschen Dialekt-Ausdrücke meist nur Abwandlungen der Urbegriffe in der Aussprache, etwa „Kuudr“ oder „Kaadel“, auch „Kooda“ oder „Koodr“. Im Fränkischen heißt der Kater auch schon mal „Katzer“ und „Katzger“.

Daneben kommen in der süddeutschen Mundart auch Begriffe für den Kater vor, die auf männliche Vornamen zurückzuführen sind: Bens und Benz (Bernhard) etwa – ein Name, der, wie wir in einer früheren Folge feststellen konnten, auch für den Eber verwendet wird. Im Aichacher Gebiet heißt der Kater auch „Lean“, und das könnte Leonhard bedeuten.

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Unklar ist die Herkunft der im Süden bis ins Allgäu reichenden Bezeichnung „Baule“ oder „Baale“. Die Sprachforscher König und Renn bezweifeln einen Zusammenhang mit dem Vornamen Paul und erwähnen eine mögliche Verbindung zu dem Wort „pauln“ für miauen.

Wie schon so oft, wer sich mit Sprachen und Mundart beschäftigt, läuft immer wieder Gefahr, falsche Schlüsse zu ziehen – auch Kater und Katze veranlassen dazu.

Der Kater nach einem Rausch hat nichts mit dem Tier zu tun

So hat der unangenehme Zustand Kater nach einer durchzechten Nacht überhaupt nichts mit dem männlichen Katzentier zu tun. Vielmehr sind sich die Fachleute sicher, dass dem eine Eindeutschung des medizinischen Krankheitsbegriffs Katarrh zugrunde liegt.

Der Duden macht als ursächlich für die Verbreitung dieses Fehlers die Studentensprache aus. Obwohl eine Verbindung des Zustands Kater mit dem einhergehenden Katzenjammer durchaus logischen Charme hätte.

Auch der Begriff „Katzelmacher“ für Italiener hat nichts mit Katzen zu tun. Genau genommen verbirgt sich dahinter eine durchaus ehrenwerte Berufsbezeichnung.

Halbwissen, mangelnde Italienisch-Kenntnisse und vielleicht auch ein wenig böser Wille haben aus Katzelmacher ein Schimpfwort für unsere südlichen Nachbarn werden lassen. Ausgegangen ist die Verbreitung dieser Verunglimpfung wohl von Österreich aus. Ein kluger Österreicher hat mal behauptet, es gäbe kein Volk, das so viele Schimpfworte für seine Nachbarn habe, wie sein Heimatland …

Tatsächlich waren Katzelmacher fliegende Händler, Fieranten also, die auf den Dulten nördlich der Alpen selbst hergestellte Kessel, Siebe und Löffel aus Zinn und Holz verkauft haben. Im österreichischen Dialekt gibt es übrigens die Bezeichnung „Gatzl“ für Kessel heute noch.

Das nächste Mal beschäftigen wir uns mit Opas und Omas, Paten und Mädchen.

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