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Schulprojekte

25.01.2013

Der Neubau des Bildungslandkreises

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Container gibt es auch an den Beruflichen Schulen in Neusäß (rechts Bild). Auch für dieses Schulzentrum wird ein moderner Neubau geplant, der 2015 fertig sein soll. Dann steht wohl die Sanierung des Paul-Klee-Gymnasiums in Gersthofen (links) an.

Die Förderung für das Gymnasium Diedorf ist da. Teuer wird es trotzdem, und nicht nur hier

Diedorf So viel steht fest: Solch ein Gymnasium, wie es in Diedorf entstehen soll, gibt es noch nirgendwo: Es erzeugt, da im Passivhausstandard (sogar besonders nachhaltig in Holzbauweise) erstellt und mit Photovoltaikanlage ausgerüstet, gleich mehr Strom, als es verbraucht. Es sollen möglichst wenig gesundheitsschädigende Materialien verbaut werden und der Schallschutz optimal sein. Die Ideen sind so innovativ, dass das Gymnasium Diedorf von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt eine Förderung in Höhe von 640000 Euro für die forschungsbedingten Mehrkosten erhält. Am Mittwochabend übergab Sabine Djahanschah von der Stiftung den genehmigten Förderungsbescheid an Landrat Martin Sailer und Mitglieder des Kreistags.

Immer wieder ist das Gymnasium in Diedorf als Leuchtturmprojekt bezeichnet worden, wie Schulleiter Günter Manhardt sagte. Und tatsächlich hat Architekt Professor Hermann Kaufmann die Pläne schon bis nach Finnland bekannt gemacht. Selbst in der Detailplanung soll der Bau einmal wegweisend sein. Ein Beispiel gab Bernd Grözinger von der Firma Müller-BBM in Planegg, die für die Raumakustik zuständig ist. Jene Filzbaffeln, die nämlich einmal dafür sorgen sollen, dass es in den Räumen nicht hallt, werden derzeit im Labor extra entwickelt, es gibt noch nichts Vergleichbares. Anschließend könnte das neue Produkt in Serie gehen.

Hinzu kommt das pädagogische Konzept der offenen Lernlandschaften. In geeigneten Räumlichkeiten werden die Schülerinnen und Schüler angeleitet, sich ihren Stoff so weit wie möglich selbstständig zu erschließen. 35 Millionen Euro soll die Schule im Schmuttertal kosten. Auf ihre Lebensdauer gesehen, gerechnet wird mit 50 Jahren, sind Gebäude im Passivhausstandard aber zehn Prozent günstiger als Häuser in üblicher Bauweise, wie Architekt Holger König erläuterte, in der Projektgruppe Gymnasium Diedorf für den Bereich Nachhaltigkeit zuständig.

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Dabei ist der ehrgeizige Neubau nicht das einzige Projekt, dem sich der Landkreis Augsburg widmet. Fast genauso viel, nämlich 34 Millionen Euro, wird der Neubau des Beruflichen Schulzentrums in Neusäß kosten, er soll gleichzeitig entstehen. Und jeweils um die 20 Millionen Euro würden die Sanierungen der Gymnasien in Gersthofen und Neusäß in den kommenden Jahren kosten, sagte Landrat Martin Sailer am Mittwochabend – wenn es nicht gleich zum Neubau kommt, was zumindest im Fall von Gersthofen nicht absolut ausgeschlossen ist.

Die Investitionen haben System. Der Landkreis Augsburg solle in ganz Deutschland als Bildungslandkreis bekannt werden, so Sailer am Rande der Veranstaltung. „Da stehen auch alle Fraktionen des Kreistags dahinter“, sagt er. Im bundesweiten Wettbewerb müsse man Profil zeigen. Er ist sicher, dass auch die Kosten zu stemmen sind, ganz besonders jetzt, wo kommunale Kredite schon für weniger als ein Prozent Zinsen zu haben seien. „Bei einem Zinsniveau von zehn bis zwölf Prozent ginge das sicher nicht“, so Sailer.

Mehrere Zehntausend Euro der Gesamtkosten des Diedorfer Projekts sind übrigens für die Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. Denn Ziel der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ist es auch, innovative Projekte bekannt zu machen. Bei der Kommunikation innerhalb des Landkreises lief hingegen in der vergangenen Woche nicht alles glatt. Jürgen Wunderlich, Leiter der Beruflichen Schulen in Neusäß, erfuhr erst aus der Zeitung, dass mit dem Bau des dortigen Schulzentrums erst 2014 und nicht mehr in diesem Jahr begonnen wird. Er befürchtete einen späteren Einzug. Es solle aber bei Sommer 2015 für die Fertigstellung bleiben, so Sailer.

Gute Nachrichten sollten auch mitgeteilt werden

Wenn Termine trotz eines späteren Baubeginns eingehalten werden können, dann solle das aber auch unbedingt in die Öffentlichkeit getragen werden, hatte SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Güller jetzt in einem Brief Landrat Martin Sailer geraten. Wichtiger als die konkrete Bauzeit sei für das Gelingen eines Bauprojekts die genaue Planung aus einem Guss, so Martin Sailer. Das gelte übrigens auch für das Gymnasium Gersthofen. Bereits in diesem Jahr werden die Planungen zu einer gelungenen Sanierung beginnen. Nur so könne verhindert werden, dass eines der beiden aktuellen schulischen Großprojekte ende wie der Flughafen in Berlin, legte der Landrat dar.

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