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28.06.2018

Der Staub stinkt ihnen gewaltig

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Ärgern sich über den Staub durch den Schleichverkehr in ihrer Straße: (von links) Balbina Zimmermann, Konrad Zimmermann, Inge Meyer, Johann Pfandzelter, Thekla Schneider und Sonja Sobh.
Bild: Marcus Merk

Viele Autofahrer nutzen wegen der Baustelle der Staatsstraße 2032 einen alten Waldweg zwischen Welden und Bonstetten als Schlechweg. Doch das stößt Anwohnern im Markt mächtig auf.

Die frische Wäsche im Freien aufhängen, ein Fenster zum Lüften öffnen oder auch mal gemütlich im Garten ein Buch zur Hand nehmen: Das kann Sonja Sobh schon lange nicht mehr. Seit es die Großbaustelle der Staatsstraße 2032 zwischen Welden und Adelsried gibt, nutzen viele Autofahrer den Schleichweg, der vor ihrem Haus beginnt. Weil er nicht asphaltiert ist, staubt’s – und zwar gewaltig. Und das stinkt den Anwohnern im Bonstetter Steig in Welden. Sie haben Unterschriften gesammelt und Weldens Bürgermeister Peter Bergmeir und Landrat Martin Sailer übergeben.

Fast alle Anwohner der Bonstetter Steigs fordern, dass die Geschwindigkeit in ihrer Straße auf 20 Stundenkilometer und zwischen dem Ortsschild und dem etwa 300 Meter entfernten Wasserhaus auf Tempo 10 gedrosselt wird. So soll zum einen weniger Staub aufwirbeln. Zum anderen soll es in der Straße sicher bleiben: „Es muss doch nicht erst ein Unglück passieren, damit etwas geschieht“, hat Thekla Schneider im Schreiben zur Unterschriftenliste formuliert. Morgens zwischen 7 und 9 Uhr und nachmittags ab 16 Uhr kommen die meisten Autos. „Alle 30 Sekunden eines“, sagt Schneider. „Sonst sind es ein paar am Tag.“

Die wenigen, die normalerweise den Weg durch den Wald benutzen, sind Wanderer oder Radfahrer. Auch Sonja Sobh geht dort gerne spazieren. Als sie neulich einem Autofahrer zu verstehen gab, doch bitte etwas langsamer zu fahren, schnaubte der: Er habe als freier Bürger auch freie Fahrt.

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„Es ist keine Einsicht da“, sagt Sobh und schüttelt den Kopf. Derselben Meinung ist Weldens Bürgermeister Peter Bergmeir. Er sagt: „Wer dort fährt, ist einfach unvernünftig.“ Vor einer Woche hatte er die Unterschriftenliste der Anwohner des Bonstetter Steigs bekommen. Neu ist das Thema in der Verwaltung allerdings nicht.

Schon nach Beginn der Bauarbeiten beschwerten sich die Anwohner über den Verkehr. Die Marktverwaltung stellte daraufhin zwei Schilder auf. Sie weisen Autofahrer auf die Staubentwicklung hin und bitten sie, langsamer zu fahren. Doch selbst bei Schneckentempo staubt es. Jetzt will die Gemeinde einen anderen Weg beschreiten.

In der jüngsten Sitzung des Grundstücks-, Bau- und Umweltausschusses der Marktgemeinde war der Tenor, die Strecke zu schließen. „Das wäre am sinnvollsten“, meint Bürgermeister Bergmeir. „Sie hat nicht die große Bedeutung, um sie während der Bauzeit offen zu lassen.“ Derzeit würden Stellungnahmen von Polizei und Landratsamt eingeholt. Mit der Einwilligung der Fachbehörden soll die Straße dann für den Verkehr dicht gemacht werden. Wer sie dann trotzdem nutzt, kann angezeigt werden.

Bis dahin müssen die Anwohner des Bonstetter Steigs ausharren und auf ihren Waldweg verzichten. Er liegt ihnen am Herzen. Das wird zum Beispiel im Brief von Josef Lehle deutlich, der der Unterschriftenliste beiliegt. Die Fortführung des Bonstetter Steigs sei eine mehr oder weniger befestigter schmaler Weg, der in dieser Form für viele Weldener und Erholungssuchende sehr wichtig ist. Er werde von älteren Menschen, Familien, Kindern bei den ersten Geh- und Fahrversuchen mit dem Rad, Wanderern, Joggern, Radlern, Gassi-Gehern, Sporttreibenden und Erholungssuchenden genutzt. Und wenigen Autofahrern, die aber schnell merkten, dass sie stören. Lehle: „Wir lassen uns diese Idylle nicht nehmen.“

Eine zusätzliche Gefahr für das Trinkwasser?

Was der Anwohner außerdem anmerkt: Der Weg führe unmittelbar „an unseren Trinkwasserbrunnen vorbei“. Das steigende Risiko einer möglichen Verschmutzung sei nicht zu akzeptieren. Apropos Wasser: Nur Regen würde derzeit den Staub am Boden halten. Aber wer wünscht sich den schon im Sommer?

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